Ärztekammer wehrt sich gegen Bespitzelungsversuche

Fairness und akkordiertes Vorgehen zwischen Ärztekammer und Gebietskrankenkasse in Sachen Krankschreibungen

Wien (OTS) - Die Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien, Eva Raunig, kritisiert das systematische und unreflektierte Misstrauen der Wiener Gebietskrankenkasse gegenüber der Ärzteschaft. Schwarze Schafe gebe es in jeder Branche - bei Arbeitgebern, Arbeitnehmern, und auch bei Ärztinnen und Ärzten. Dagegen müsse vorgegangen werden, es legitimiere aber nicht "Verdachtsgeneralisierungen sowie Bespitzelungsaktionen". ****

Die Ärztekammer schütze schwarze Schafe keinesfalls, denn: "Wir haben kein Interesse, dass ein gesamter Berufsstand in Misskredit gezogen wird. Schließlich arbeiten die Hausärzte unter extrem schwierigen Bedingungen und inadäquaten Honorarsätzen." Allerdings habe sie manchmal den Eindruck, dass es die Krankenkasse darauf angelegt hätte, ein flächendeckendes und dementsprechend vertraglich abgesichertes Versorgungsystem aus Kostengründen gar nicht erst zuzulassen. Raunig erinnert daran, dass im Konzept der geplanten Gesundheitsreform definitiv eine Stärkung der Hausärzte als Gesundheitskoordinatoren festgeschrieben sei - "so wird das aber nicht funktionieren".

Auch verweist die Vizepräsidentin auf den Zeitmangel sowie gezielte Simulationen von Patienten. "Da ist man als Arzt manchmal machtlos." Sie spricht sich, ähnlich wie auch Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres, für ein "konsensuales Vorgehen" aus: Klärung von Verdachtsfällen in einem gemeinsamen Vorgehen und Kontrollen in Koordination mit der Ärztekammer. "Überfallsaktionen mögen zwar spektakulär sein, gehen aber an der Sache vorbei."

Letztlich sollte man aber auch die Arbeitgeber straffer kontrollieren, denn: "Den Sozialversicherungen gehen jedes Jahr hohe Summen durch gezielten Missbrauch verloren. Allesamt sollten wir mehr Selbstkontrolle ausüben und Richtlinien erst nehmen". (hpp)

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