• 06.07.2012, 16:08:26
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Neues Volksblatt: "Moralvorstellungen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 7. Juli 2012

Linz (OTS) - Natürlich ist es "Part of the game", dass jeder
solange als unschuldig zu gelten hat, solange er nicht rechtskräftig
verurteilt ist. So gesehen hat Uwe Scheuch tatsächlich keinen Grund,
seine Polit-Funktion als Landeshauptmannstellvertreter ruhend zu
stellen oder gar zurückzulegen. Wie er es mit der Parteifunktion
hält, ist ohnehin Sache der Blauen im Kärntner Land und von FPÖ-Chef
Heinz-Christian Strache. Der freilich wusste schon vor der Neuauflage
des Prozesses, dass Scheuch unschuldig ist. Und der ausgewiesene
juristische Feinspitz Gerhard Dörfler hat die beste Ahnung, was alles
kein Amtsmissbrauch ist. Bekanntlich war ein diesbezügliches
Verfahren gegen ihn wegen der Verrückung von zweisprachigen
Ortstafeln eingestellt worden, weil er "keine juristische Ausbildung"
habe und es daher fraglich sei, die strafrechtliche Tragweite seiner
Handlungen zu erkennen. Jetzt sagt er in Bezug auf Scheuch: Wo es
keine Tat gebe, könne es auch keinen Täter geben.
Doch Dörfler irrt: Es gibt eine Tat Scheuchs - und zwar eine
fortgesetzte. Er klebt (wie sein Bruder im Geiste, Martin Graf) auf
seinem Sessel und beweist damit, dass es in seinen Reihen offenbar
kein politisches Reinheitsgebot gibt. Für's Image der Politik
insgesamt ist das schlecht, das Unterscheiden der verschiedenen
Moralvorstellungen indes wird damit leichter gemacht.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
http://www.volksblatt.at

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