- 02.07.2012, 13:33:11
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Greenpeace zur IWC: Kommission muss Walschutzgebiet beschließen
64. IWC-Tagung als entscheidende Weichenstellung für die Zukunft der Wale
Panama/Wien (OTS) - Im Vorfeld der heute in Panama beginnenden
Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC), appelliert
Greenpeace an die Kommission ihre Verantwortung wahrzunehmen. Die
Umweltschutzorganisation fordert das Gremium auf, endlich einen Weg
einzuschlagen, der eine wirkliche Veränderung für die Wale und nicht
nur für die Walfangnationen bringt. Eine entscheidende Chance sieht
Greenpeace in der Abstimmung über das Walschutzgebiet im Südatlantik.
Nur ein Beschluss zur Errichtung dieses Schutzgebiets würde bedeuten,
dass sich beide - die Walpopulation und der Ruf der IWC - langsam
zu erholen beginnen.
"Im Südatlantik leben über vierzig Walarten. Ein Schutzgebiet dort
wäre insbesondere für die nach wie vor bedrohten Bestände wie
Buckel-, Finn- oder Blauwal, ein wichtiger Rettungsanker. Beschließt
die IWC das Walschutzgebiet, würde dies zeigen, dass die IWC wieder
handlungsfähig ist", kommentiert Greenpeace-Meeresbiologin Antje
Helms und kritisiert, dass das internationale Gremium der IWC sich
seit Jahren selbst blockiert. "Die IWC hat sich bisher aufgeführt,
als wäre die Tagung ein Kindergarten: bei Abstimmungen den Saal
verlassen, um Stimmen feilschen und ähnliche Spielchen standen auf
der Tagesordnung. Die Kommission muss endlich erwachsen werden und im
21. Jahrhundert ankommen", so Greenpeace Meeresbiologin Antje Helms
und weist darauf hin, dass die Bedrohungen für die sanften
Meeresriesen heute längst über den Walfang hinausgehen. "Das
Ökosystem Meer ist aus der Balance geraten, darunter leiden auch die
prominentesten Bewohner unserer Meere. Schutzgebiete sind dringend
notwendig, um dem Walbestand wieder Erholung zu gönnen", so die
Meeresbiologin.
Allein im letzten Jahrhundert wurden fast zwei Millionen Großwale von
Menschen getötet. Viele Walarten wurden an den Rand der Ausrottung
gebracht. Der Großteil der Gefahren für Wale und auch Delfine wird
direkt vom Menschen verursacht - die Liste ist lang: Klimaerwärmung,
Zerstörung der Ozonschicht, Versauerung der Meere, industrielle
Ausbeutung beispielsweise durch Öl- und Gasbohrungen, Überfischung
und damit einhergehender Nahrungsmangel, Vergiftung durch Dauergifte
wie etwa das Insektenvernichtungsmittel DDT, Verschlucken von
Plastikmüll und das Verenden als Beifang in Fischernetzen sind nur
einige Beispiele.
Mit dem Vorsatz die Walbestände zu sichern wurde 1946 die
Internationale Walfang-Kommission (IWC) gegründet. Zwar hat die
Kommission durch öffentlichen Druck auch Erfolge im Walschutz
errungen, die jährliche Konferenz ist jedoch in den letzten Jahren
zur Farce verkommen. Greenpeace forderte die Kommission nachdrücklich
auf, nach Jahren des Stillstandes endlich Bewegung in den Walschutz
zu bringen bevor es zu spät ist und als ersten wesentlichen Schritt
in die richtige Richtung, das Walschutzgebiet im Südatlantik zu
beschließen.
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Rückfragehinweis:
Melanie Aldrian
Greenpeace Pressesprecherin
Tel.: +43 (0)664 61 26 725
mailto:[email protected]
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