Bayr: "Sudan bricht Menschenrechtskonvention" - Junge Mutter zu Steinigung verurteilt

"Martialische Praktiken haben im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr" - Bayr fordert Freilassung der Verurteilten

Wien (OTS/SK) - =

Der Fall der jungen Sudanesin, die wegen
angeblichen Ehebruchs durch Steinigung zum Tode verurteilt wurde, bricht zahlreiche menschenrechtliche Konventionen. Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, verurteilt das bisherige Vorgehen durch den sudanesischen Staat auf das Schärfste:
"Der Sudan bricht in diesem Fall mit einer ganzen Reihe an menschenrechtlichen Grundprinzipien, denen er selbst zugestimmt hat. Die Hinrichtung durch Steinigung ist besonders grausam und als Folter zu werten. Diese verstößt gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte", so Bayr. Die Afrikanische Union - der Sudan ist Mitgliedsstaat - hat außerdem 2003 ein Protokoll für die Rechte der Frauen in Afrika angenommen, das die Hinrichtung von Müttern mit Kleinkindern untersagt. "Auch damit bricht der Sudan. Und die Liste der menschenrechtlichen Verstöße in diesem Fall kann noch lang weitergeführt werden", unterstrich Bayr am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Verschiedenen Berichten zufolge wurde der Angeklagten keine Übersetzungshilfe angeboten, obwohl die Verhandlung auf Arabisch geführt wurde und sie des Arabischen nicht mächtig ist. Die Verurteilung beruft sich auf ein Geständnis, das nach Gewaltanwendung durch den eigenen Bruder zu Stande gekommen war. Zudem sei die Kriminalisierung einvernehmlicher sexueller Beziehungen zwischen erwachsenen Personen strikt abzulehnen, so Bayr. "Ich rufe die sudanesische Justiz und den Präsidenten Omar Ahmed al-Bashir auf, eine Kehrtwende zu vollziehen und die internationalen Frauen- ist gleich Menschenrechte zu achten. Die junge Frau ist umgehend und bedingungslos frei zu lassen", forderte Bayr. (Schluss) sc

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