• 25.06.2012, 08:00:32
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Weltdrogentag 26. Juni: Jeder zehnte Österreicher hat ein Suchtproblem

St. Pölten (OTS) - Gesellschaftlich akzeptierte Drogen wie Alkohol
und Nikotin werden hinsichtlich Suchtpotenzial und möglichen
Schädigungen unterschätzt. Während Suchtprävention bei illegalen
Drogen funktioniert, braucht es bei legalen Drogen und
Verhaltenssüchten mehr und vor allem höherqualifizierte
professionelle HelferInnen.

Zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung sind von legalen
oder illegalen Drogen abhängig oder leiden an Verhaltenssüchten -
Nikotinabhängigkeit, die häufig als eine zusätzliche Sucht auftritt,
nicht eingerechnet. Vor allem Alkohol hat hierzulande Suchtpotenzial:
Rund 700.000 Menschen haben einen problematischen Umgang mit dem
Genussmittel, 340.000 sind chronisch alkoholkrank. Der morgige
Weltdrogentag macht darauf aufmerksam, dass neben den illegalen
Substanzen, als Genussmittel unterschätzte legale Drogen wie Alkohol,
Nikotin oder Verhaltenssüchte etwa Essstörungen, Spiel- oder
Kaufsucht auf dem Vormarsch sind. "Bei psychotropen Substanzen blieb
die Zahl der Abhängigen in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den
Vorjahren relativ konstant. Das zeigt, dass die Präventionsarbeit
greift. Bei den gesellschaftlich akzeptierten Drogen und den
Verhaltenssüchten steckt die Suchtprävention allerdings noch in den
Kinderschuhen", sagt FH-Prof. Kurt Fellöcker, Leiter des Lehrgangs
Suchtberatung und Prävention der FH St. Pölten.

Verhaltenssüchte nehmen zu

Anders als bei illegalen Drogen, funktioniert die Suchtprävention
im Bereich legaler Drogen und der Verhaltenssüchte nicht über Verbote
und Warnungen. "Vielmehr geht es um einen reflektierten Umgang. Die
psychischen, körperlichen und sozialen Schädigungen, die sich
beispielsweise bei regel- und übermäßigem Alkoholkonsum entwickeln,
sind vielen wenig bis gar nicht bewusst. Umso wichtiger ist
professionelle Aufklärungsarbeit", so Fellöcker. Der Bedarf an
spezialisierten SuchtberaterInnen im Sozial-, Gesundheits- und
Bildungsbereich nimmt insbesondere bei den Verhaltenssüchten zu.
"Eines der immer größer werdenden Suchtprobleme sind Esssüchte. Man
nimmt an, dass in Österreich 200.000 Menschen an Essstörungen
erkrankt sind und damit weitaus mehr als an illegalen Drogenkonsum.
Diese Zahlen und auch die seit Jahren zunehmende Zahl von Todesfällen
sind erschreckend", sagt Fellöcker. Eine weitere, in der öffentlichen
Wahrnehmung stark unterschätzte Sucht ist Spielsucht. Laut Studien
gibt es in Österreich rund 60.000 pathologische SpielerInnen, die
unkontrolliert Glücksspiel oder Wetten betreiben. Vor allem durch das
Internet hat Spielsucht breitere Bevölkerungskreise erreicht.

Weiterbildungslehrgang "Suchtberatung und Prävention"

Der Bedarf an SuchtberaterInnen, die beispielsweise alltagsbezogen
bei der Alkoholerziehung unterstützen, über die Auswirkungen von
Süchten aufklären und zum Erlernen eines reflektierten Umgangs mit
legalen Drogen beitragen, nimmt zu. Fellöcker: "Aus Präventionssicht
gibt es viel zu tun. Dazu braucht es eine Höherqualifizierung und
Spezialisierungen von professionellen HelferInnen, die in diesem
Bereich tätig sind. Man kann die erfolgreichen Präventionsprojekte
für illegalen Drogenkonsum nicht einfach übernehmen, sondern es
braucht eigene, komplexere Strategien."

Als Weiterbildungsmöglichkeit für Berufstätige aus den Bereichen
Sozialarbeit, Medizin, Bildung, Psychologie, Krankenpflege,
Jugendbetreuung oder Familienhilfe bietet die FH St. Pölten den
Lehrgang "Suchtberatung und Prävention" an. Die Fortbildung kann als
Zertifikats- (2 Semester), Hochschul- (4 Semester) oder
Masterlehrgang (4 Semester) besucht werden und wird in Kooperation
mit dem ÖAGG (Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und
Gruppendynamik) sowie dem Anton Proksch Institut angeboten.

Sollten Sie in Zukunft keine weiteren Zusendungen von der
Fachhochschule St. Pölten wünschen, senden Sie bitte ein Mail mit dem
Betreff "Keine Presseaussendungen" an: [email protected]

Rückfragehinweis:

FH St. Pölten
   Mag. (FH) Irene Michl
   Leitung Marketing und Kommunikation
   Tel.: 02742/ 313 228 271
   mailto:[email protected]
   www.fhstp.ac.at

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