- 22.06.2012, 12:50:37
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Wechselberger neuer ÖÄK-Präsident (1)
Ärztespitze neu formiert - Attraktive Arbeitsbedingungen gefordert - Ausbildungsreform und Vertrauensarztmodell
Bregenz (OTS) - Die Vollversammlung der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) wählte am Freitag in Bregenz den Tiroler
Ärztekammerpräsidenten, Artur Wechselberger, zum neuen Präsidenten
der Österreichischen Ärztekammer. Er folgt Walter Dorner nach, der
das Amt des Spitzenrepräsentanten der österreichischen Ärzteschaft
seit 2007 innehatte. Erster Vizepräsident wurde der Präsident der
Salzburger Ärztekammer, Karl Forstner. Zum Obmann der Bundeskurie
Angestellte Ärzte wurde Harald Mayer wieder bestellt, der das Amt
seit 2003 bekleidet und auch die Kurie Angestellte Ärzte in
Oberösterreich leitet. Neuer Obmann der Bundeskurie Niedergelassene
Ärzte wurde Johannes Steinhart, der auch Chef der niedergelassenen
Ärzte in Wien ist. Die Bundeskurienobleute fungieren automatisch als
Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer.
Hauptziele der neuen Ärzteführung sind die Attraktivierung des
Arztberufes, praxisgerechte Arbeitsbedingungen in Ordination und
Spital und die Entrümpelung der Bürokratie im ärztlichen
Arbeitsablauf. Gefordert werden eine "überfällige" Reform der
ärztlichen Ausbildung, eine Gesundheitspolitik mit Fokus auf guter
Versorgung, die Einführung des ÖÄK-Hausarztmodells sowie die
tatsächliche Ermöglichung patientenorientierter ärztlicher
Kooperationsformen. Wichtig sei darüber hinaus ein sinnvoller
digitaler Datenaustausch, der die Ärzte unterstützt und nicht
behindert.
Hart ins Gericht geht die Kammerspitze mit der aktuellen
Gesundheitsreform und dem elektronischen Gesundheitsakt in der
geplanten Form. Vor Einführung der e-Medikation seien "sämtliche
Verbesserungsvorschläge der wissenschaftlichen Auswertung lückenlos
umzusetzen".
Arztberuf wieder attraktiv machen
Als wesentliche Aufgabe in den nächsten Jahren bezeichnet der neue
ÖÄK-Präsident, Artur Wechselberger, die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte. Die "momentane Politik
tanzt ausschließlich nach der ökonomischen Pfeife", was die ärztliche
Freiberuflichkeit als "unverzichtbare Basis einer persönlichen und
patientenbezogenen Gesundheitsbetreuung" bedrohe und Rationierungen
für Patienten zur Folge haben werde. Es sei "kein Wunder, dass junge
Kolleginnen und Kollegen ins Ausland flüchten" und sich der längst
spürbare Ärztemangel weiter verschärfe. Wechselberger: "Wir
verweigern uns jedem Diktat, das zu einer Verschlechterung für uns
Ärzte führt und unsere ethische Verpflichtung untergräbt, die
Patientinnen und Patienten als individuelle Anwälte ihrer
Gesundheitsinteressen bestmöglich zu versorgen."
Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der "nach wie vor extrem hohen"
ärztlichen Leistungsbereitschaft in Österreich müsste eine von Ärzten
mitgetragene "Gesundheitsreform nach medizinischer Notwendigkeit"
sein. (ms/ar) (Forts.)
Fotos und Lebensläufe sind in Kürze unter folgenden Links abrufbar:
www.aerztekammer.at/fotos
www.aerztekammer.at/lebenslaufe
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 0664/522 68 25
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