• 22.06.2012, 10:00:33
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Umweltdachverband präsentiert Natura 2000-Schattenliste: Österreich muss Naturschutzpflichten erfüllen!

- Lückenschluss für europäisches Schutzgebietsnetzwerk dringend erforderlich

Wien (OTS) - Umweltdachverband fordert: Rechtssicherheit im
Naturschutz schaffen
- 55 wertvolle Gebiete müssen nachnominiert bzw. erweitert werden

"Mit dem EU-Beitritt hat sich die Republik Österreich verpflichtet,
die Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Richtlinien umzusetzen und
entsprechend Gebiete für das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura
2000 zu deklarieren. Doch diese vertraglichen Verpflichtungen wurden
bis dato nur unzureichend erfüllt. Der Umweltdachverband hat deshalb
in Kooperation mit ExpertInnen und mit Unterstützung der OÖ
Landesumweltanwaltschaft eine Schattenliste erstellt, die zeigt,
welche Gebiete von den Bundesländern nominiert werden müssen.
Österreich muss jetzt rasch handeln, denn die
EU-Biodiversitätsstrategie verlangt die vollständige und
termingerechte Umsetzung der FFH- und VS-RL bis Ende 2012", sagt
Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des
Umweltdachverbandes.

Studie des UWD bringt Vorschläge für 55 Gebietsnominierungen und
-erweiterungen
Die Studie des Umweltdachverbandes bringt Vorschläge für
Gebietsnominierungen und -erweiterungen für insgesamt 26 Schutzgüter.
In der alpinen Region betrifft das z. B. Alpine Flüsse mit
Ufergehölzen der Deutschen Tamariske, Bergmähwiesen und
Kalktuffquellen, in der kontinentalen Region u.a. Pannonische
Salzsteppen und Salzwiesen, das Firnisglänzende Sichelmoos oder
Mopsfledermaus, Frauennerfling und Alpenkammmolch. "In Summe müssen
55 Gebiete bzw. Gebietserweiterungen noch dringend nominiert werden -
darunter das Machland Nord, die Hochlagen der Böhmischen Masse, das
Ausseerland-Steirisches Salzkammergut, die Sattnitz und natürlich die
Isel", erklärt Heilingbrunner.

Naturschutz dauerhaft sichern - Mängel punkto Management
ausgleichen
Die Unterschiede bei der Planung des Managements und der Umsetzung
von Schutz- und Monitoringmaßnahmen sind zum Teil eklatant. "Gut
vorbereitete Schutzgebietsausweisungen und gutes Management sind
wichtig - hier müssen die Planungen der Bundesländer stärker
aufeinander abgestimmt werden. Es ist unverständlich, wenn
Schutzgebiete ohne fachlich einsehbaren Grund an der Landesgrenze
enden", betont der OÖ Umweltanwalt Martin Donat.

Akzeptanz für Natura 2000 als Ziel: Information und
Bewusstseinsbildung sind essenziell
"Ein enges Natura 2000-Netzwerk in Österreich zu haben, ist für die
Erhaltung der Biodiversität ein ganz wesentlicher Schritt. Wir müssen
aber Instrumentarien einfordern, sodass GrundeigentümerInnen damit
leben können - von der Finanzierung bis zu Information und
Bewusstseinsbildung. Aus Naturschutzbund-Sicht ist daher eine der
wichtigsten nächsten Zielsetzungen, die Akzeptanz für Natura
2000-Ziele bei GrundbesitzerInnen zu steigern", erläutert Roman Türk,
Präsident des Naturschutzbundes Österreich.

Politik muss endlich Verantwortung übernehmen
Unbestritten ist, dass Naturschutz Geld kostet, wenn er effektiv und
gesetzeskonform umgesetzt werden soll. "Unseren Schätzungen zufolge
müssten zur Erreichung der Natura 2000-Ziele pro Jahr ca. 200 Mio.
Euro zur Verfügung stehen. Die für Naturschutz verantwortlichen
Landespolitiker werden daher mehr Geld für Natura 2000 in die Hand
nehmen und endlich ihren Naturschutzverpflichtungen auf europäischer
Ebene nachkommen müssen", konstatiert Gerald Pfiffinger,
Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

Natura 2000 als Chance für naturnahen Tourismus
"Die Erhaltung unserer Landschaft und der biologischen Vielfalt ist
ein zentrales Anliegen der Naturfreunde. Durch Natura 2000 wurde
dieses Anliegen zu einem gesamteuropäischen politischen Ziel erklärt,
das wir durch unsere Aktivitäten unterstützen. Eine besondere Rolle
dabei spielt die Kampagne "Natura Trails", die auf bestehenden Wegen
durch Natura 2000-Gebiete führen und das Bewusstsein für den Schutz
von charakteristischen Tieren, Pflanzen und Lebensräumen stärken
sollen", sagt Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der
Naturfreunde Österreich.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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