- 19.06.2012, 09:30:34
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AUGE/UG und KIV/UG begrüßen Grünes "Nein" zu Nulllohnrunde in Wien
Nulllohnrunde für Wiener Gemeindebedienstete hätte massive Auswirkungen auf alle Beschäftigten des Sozial-, elementaren Bildungs- und Gesundheitsbereichs in Wien!
Wien (OTS) - "Wir freuen uns darüber, dass nun mit den Wiener
Grünen zumindest einmal eine Wiener Regierungspartei sich gegen eine
Nulllohnrunde für die Wiener Gemeindebediensteten ausgesprochen hat.
Nun müssen Beschlüssen auch entsprechende Initiativen der politischen
VerantwortungsträgerInnen in Wien folgen, damit untere und mittlere
Einkommen auch tatsächlich gestärkt werden können," fordern die
Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GdG-KMSfB und in der GPA-djp,
KIV/UG und AUGE/UG.
In dem von den Wiener Grünen beschlossenen Antrag wird die Wiener
Stadtregierung aufgefordert, von einer Nulllohnrunde für die Wiener
Gemeindebediensteten Abstand zu nehmen, die Teuerung insbesondere für
untere und mittlere Einkommensgruppen nachhaltig abzugelten und
darüber mit den Interessensvertretungen der Gemeindebediensteten in
Verhandlungen zu treten.
Zwt.: Nulllohnrunde geht weit über öffentliche Dienste hinaus!
Würde die Nulllohnrunde - wie von Seiten der Bundesregierung und
der Wiener Finanzstadträtin Brauner angekündigt - umgesetzt, hätte
das massive Auswirkungen auf die Einkommen von über einem Viertel der
Beschäftigten in Wien - fast 200.000 ArbeitnehmerInnen. "Ein
Nulllohnrunde für Gemeindebedienstete beträfe nämlich nicht nur
diese, sondern auch die Beschäftigten im privaten Sozial-,
elementaren Bildungs- und Gesundheitsbereich, deren Einkommen
vielfach an jene der öffentlichen Dienste gekoppelt sind. Und der
private Sozial- und Gesundheitsbereich zählt tendenziell eher zu den
Niedriglohnbranchen, mit Einkommen, die rund 20 % unter jenem aller
unselbständig Beschäftigten in Österreich liegen. Für diese
Beschäftigten - mehrheitlich Frauen - sind Nulllohnrunden ökonomisch
nur schwer bis gar nicht verkraftbar," kritisiert Markus Koza,
Bundessekretär der AUGE/UG - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen. Zusätzlich haben Nulllohnrunden - weil sie
Reallohnverluste darstellen - schwerwiegende Auswirkungen auf die
Massenkaufkraft. "In wirtschaftlichen Krisenzeiten ist eine
Schwächung der Nachfrage allerdings fatal und würde die Krise nur
noch verstärken."
Zwt.: Bewegung bei Stadtregierung und Gewerkschaften gefordert!
"Während eine Nulllohnrunde für die Bundesbediensteten außerhalb
des Einflussbereichs der Stadt Wien liegt, ist das bei den Wiener
Gemeindebediensteten nicht der Fall. Eine Nulllohnrunde für all die
KindergärtnerInnen, HortpädagogInnen, JugendarbeiterInnen, das
Krankenhaus- und Pflegepersonal, für die Beschäftigten der
Verkehrsbetriebe, der städtischen Kultur- und Sozialeinrichtungen und
aller anderen, die sicherstellen, dass die Versorgung der Wiener
Bevölkerung mit öffentlichen, sozialen und infrastrukturellen
Dienstleistungen trotz personeller und budgetärer Kürzungen über die
letzten Jahre hinweg einigermaßen funktioniert, wäre Zeichen einer
Geringschätzung dieser Arbeit durch den Dienstgeber! Wir haben
Respekt und Anerkennung verdient, die Gemeinde Wien hat gegenüber
ihren Beschäftigten eine Verantwortung," fordert Thomas Kerschbaum,
Bundessprecher der KIV/UG - Konsequente Interessensvertretung. Es
brauche allerdings auch Bewegung bei den Gewerkschaften: "Die haben
viel zu schnell eine Nulllohnrunde mehr oder weniger zähneknirschend
zur Kenntnis genommen. Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten muss
endlich klar und deutlich machen, dass für sie ein Nulllohnrunde -
insbesondere für untere und mittlere Einkommen - nicht infrage kommt
und gegen eine solche mobilisieren."
Kerschbaum warnt zusätzlich vor den Folgen für die Qualität
öffentlicher sozialer Leistungen. "Es wird ständig nach
qualifiziertem Personal im Kinderbetreuungs-, Pflege- und
Gesundheitsbereich gesucht. Angesichts sich ständig verschlechtender
und immer prekärer werdender Arbeits- und Einkommensbedingungen -
gerade auch in den öffentlichen, kommunalen Diensten - wird es immer
unattraktiver, in diesen Bereichen zu arbeiten. Das hat massive
Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung der Wiener Bevölkerung
mit entsprechenden Dienstleistungen. Mit Nulllohnrunden und
Sparmaßnahmen dort, wo es die Bevölkerung am dringendsten braucht -
bei Pflege, Mobilität, Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, Pflege
und sozialen, kommunalen Einrichtungen - wird die Attraktivität
dieser Berufe nicht gefördert," schließt der KIV/UG- Gewerkschafter.
Rückfragehinweis:
Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG, Tel: 0676/951 27 82
Thomas Kerschbaum, Bundessprecher der KIV/UG, Tel: 0699/194 12 819
Internet: www.auge.or.at, www.kiv.at, www.ug-oegb.at
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