• 19.06.2012, 01:48:25
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WWF: Die Zukunft des Planeten hängt diese Woche von wenigen Staaten ab

Die Hoffnungs- und Blockerländer des Erdgipfels in Rio

Rio de Janeiro (OTS) - Die Zukunft der Menschheit hängt in dieser
Woche von wenigen Staaten ab, die die Verhandlungen auf dem
UN-Erdgipfel in Rio beschleunigen oder blockieren. Besonders
Brasilien, das Gastgeberland, kann den Prozess der Verhandlungen
enorm beeinflussen. Brasilien kann einen Entwurf, der nur ein
kleinster gemeinsamer Nenner ist, ablehnen. Besonders die
brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff muss aktiver werden. Es
hängt wesentlich von ihr ab, ob sie die Chance auf dem G20-Gipfel in
Mexiko nutzt um die Themen des Erdgipfels auf die höchste politische
Ebene zu heben, so der WWF. "Ein Minimalkompromiss für ein
gemeinsames Schlusspapier ist auch ein Minimalkompromiss für die
Zukunft unseres Planeten", sagte WWF-Sprecher Franko Petri heute
Dienstag in Rio de Janeiro. Der WWF kritisiert besonders die USA,
Kanada und die OPEC-Länder.

Von der EU fordert der WWF mehr ganzheitliches Denken, das
Umweltfragen, Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung verbindet.
Die EU muss unter der dänischen Führung mit gutem Beispiel
vorangehen. Es braucht neue Finanzierungsquellen zur globalen
Problemlösung, allen voran eine Finanztransaktionssteuer und die
Abschaffung von Subventionen für fossile Energieträger und die nicht
nachhaltige Landwirtschaft.

Auch das Gastland des G20-Gipfels in Mexiko hat einen großen Einfluss
auf die am Mittwoch beginnenden Verhandlungen der Staats-und
Regierungschefs. Mexiko kann bereits am G20-Gipfel der Mittler
zwischen den Regierungen und einem neuen grünen Wirtschaftsparadigma
sein, das über das Bruttonationalprodukt hinausgeht und soziale und
ökologische Kriterien mit einbezieht. Der WWF erinnert die
G20-Staaten daran, dass sie 2009 eine Reform der Subventionen für Öl,
Kohle und Gas in Aussicht stellten. Bis 2020 sollen alle
umweltschädlichen Subventionen abgeschafft werden. Die
Umweltorganisation fordert von den G20-Ländern, dass klare und
vergleichbare Indikatoren definiert werden, die in die Berechnung des
BNP integriert werden. "Wirtschaftliche Stabilität ist nur mit einen
langfristigen Plan für nachhaltige Entwicklung möglich", so der WWF.

Von Indien erwartet sich der WWF die Anerkennung des Umweltschutzes
als Basis für nachhaltige Entwicklung, Armutsbekämpfung und sozialen
Frieden. Indien hat die Fähigkeit, eine führende Rolle beim Schutz
der Flüsse und beim Zugang zu erneuerbaren Energieformen zu
übernehmen. Besonders lobt der WWF die afrikanischen Länder, die die
Rolle der Umwelt im Zusammenhang mit der Armutsbekämpfung anerkennen.
Viele Länder in Afrika setzen sich für den Schutz der Wälder ein und
fordern einen totalen Stopp der Nettoentwaldung. China spricht sich
für die Aufnahme von Indikatoren zur Berechnung der Umwelt aus und
hat bereits mit einer Reihe von Nachhaltigkeitsprojekten begonnen.
"Es braucht dieses ambitionierte Wissen auf dem Erdgipfel in Rio um
vergleichbare Methoden zu entwickeln, die zukünftig weltweit gelten
müssen.

Von den USA erwartet sich der WWF ein Ende der Blockadepolitik für
ein starkes Ergebnis des Erdgipfels. "Amerika muss aufhören den
Schutz der Ozeane zu blockieren. Denn gerade dieses Abkommen zählt zu
den vielversprechendsten Ergebnissen in Rio", so Petri. Auch bei der
Entwicklung einer ökologischen Vollkostenrechnung müssen die USA
aktiver werden, so der WWF. Die Öl exportierenden Länder wehren sich
besonders gegen das Auslaufen der Subventionen für Öl und Gas. 600
Milliarden Euro gehen jährlich an Subventionen an die Ölindustrie und
heizen den Klimawandel an. "Dieses Geld muss in einem neuen
Wirtschaftszeitalter zu hundert Prozent in die Entwicklung von
erneuerbaren Energien gesteckt werden", fordert der WWF.

Das Schlusslicht am Rio-Gipfel ist Kanada. das Land blockiert alle
Entwicklungen bei den Verhandlungen. Die kanadischen Diplomaten
verweigern die Anerkennung von Unterschieden zwischen
Industriestaaten und Entwicklungsländern. Sie lehnen Finanzhilfen und
weitere Umweltschutzmaßnahmen rundweg ab. "Wozu nimmt Kanada
eigentlich am Erdgipfel in Rio teil, wenn das Land seine
Verantwortung für die Zukunft des Planeten nicht übernehmen will",
fragt Petri abschließend.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, vor Ort auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro, Tel. 0043-(0)676-83488231 (in Rio: 0055-61-83346128), Email: [email protected], Website und Blogs: www.wwf.at.

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