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Kroat/innen in Österreich: Gut integriert und eher konservativ

ÖIF-Dossier zeigt: Fünftgrößte Migrant/innen-Gruppe weiß um Bedeutung der Deutschkenntnisse für gelungene Integration. Glaube spielt große Rolle.

Wien (OTS) - Knapp 70.000 Menschen in Österreich sind kroatischer Herkunft, haben also entweder die kroatische Staatsbürgerschaft oder wurden bereits eingebürgert. Das neue ÖIF-Dossier Nr. 23 "Kroat/innen in Österreich: Zahlen. Fakten. Einstellungen" beschäftigt sich mit dieser fünftgrößten Migrant/innen-Gruppe, von denen laut einer GfK-Umfrage 84 Prozent erklären, sehr oder eher gut integriert zu sein.

Umfrage: Deutsch und Kroatisch lernen wichtig

Neben der Geschichte der kroatischen Zuwanderung seit dem 15. Jahrhundert und der Integration in Bildung und Arbeitsmarkt präsentiert das Dossier Ergebnisse einer ÖIF-Umfrage unter 16- bis 45-Jährigen mit kroatischem Migrationshintergrund. Wie viele Migrant/innen sind die Befragten in zwei Sprachen daheim: Neun von zehn geben an, dass Deutschkenntnisse für die Integration sehr wichtig sind - allerdings will mehr als die Hälfte, dass ihre Kinder zuerst Kroatisch lernen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Mediennutzung: Vier von fünf Befragten nützen Fernsehen und Internet in beiden Sprachen. Bei Radio und Internet dominieren deutschsprachige Angebote.

Glaube wichtig, Geschlechterrollen im Wandel

Rund sieben von zehn Befragten bezeichnen sich als praktizierende Gläubige. Etwas höher liegt der Anteil jener, denen es wichtig oder sehr wichtig ist, kirchlich zu heiraten. Für rund sechs von zehn ist es undenkbar, unehelich Kinder zu bekommen und mehr als vier von zehn lehnen eine Scheidung prinzipiell ab. Vergleicht man diese Werte mit bekannten Wertestudien, zeigt sich, dass die Befragten mit kroatischem Migrationshintergrund etwas konservativer sind als die Durchschnittsbevölkerung. Die Geschlechterrollen scheinen hingegen im Wandel: Bei traditionell Frauen zugeschriebenen Tätigkeiten wie "Kochen" oder "Lebensmittel einkaufen" gibt eine absolute Mehrheit an, dass ihrem Verständnis nach beide Partner dafür zuständig seien. Dieses Ergebnis deckt sich mit vergleichbaren Wertestudien über die Gesamtbevölkerung.

ÖIF-Janda: "Kroat/innen wissen, wie Integration funktioniert"

"Menschen kroatischer Herkunft bzw. ihre Familien sind meist in den 60er und 70er Jahren im Zug der Gastarbeiter-Anwerbungen nach Österreich gekommen. Mittlerweile leben sie in zweiter oder dritter Generation hier und wissen, dass Deutschkenntnisse ein wichtiger Schritt in Richtung erfolgreicher Integration sind: Wenn neun von zehn Befragten die Bedeutung von Deutschkenntnissen unterstreichen, kann ich dem nur zustimmen", analysiert ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda.

Das ÖIF-Dossier Nr. 23 "Kroat/innen in Österreich: Zahlen. Fakten. Einstellungen" steht ab sofort kostenlos auf www.integrationsfonds.at zum Download zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Julian Unger, MA
julian.unger@integrationsfonds.at
Tel: 01/7101203-136

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