- 18.06.2012, 10:32:20
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Kroat/innen in Österreich: Gut integriert und eher konservativ
ÖIF-Dossier zeigt: Fünftgrößte Migrant/innen-Gruppe weiß um Bedeutung der Deutschkenntnisse für gelungene Integration. Glaube spielt große Rolle.
Wien (OTS) - Knapp 70.000 Menschen in Österreich sind kroatischer
Herkunft, haben also entweder die kroatische Staatsbürgerschaft oder
wurden bereits eingebürgert. Das neue ÖIF-Dossier Nr. 23 "Kroat/innen
in Österreich: Zahlen. Fakten. Einstellungen" beschäftigt sich mit
dieser fünftgrößten Migrant/innen-Gruppe, von denen laut einer
GfK-Umfrage 84 Prozent erklären, sehr oder eher gut integriert zu
sein.
Umfrage: Deutsch und Kroatisch lernen wichtig
Neben der Geschichte der kroatischen Zuwanderung seit dem 15.
Jahrhundert und der Integration in Bildung und Arbeitsmarkt
präsentiert das Dossier Ergebnisse einer ÖIF-Umfrage unter 16- bis
45-Jährigen mit kroatischem Migrationshintergrund. Wie viele
Migrant/innen sind die Befragten in zwei Sprachen daheim: Neun von
zehn geben an, dass Deutschkenntnisse für die Integration sehr
wichtig sind - allerdings will mehr als die Hälfte, dass ihre Kinder
zuerst Kroatisch lernen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der
Mediennutzung: Vier von fünf Befragten nützen Fernsehen und Internet
in beiden Sprachen. Bei Radio und Internet dominieren
deutschsprachige Angebote.
Glaube wichtig, Geschlechterrollen im Wandel
Rund sieben von zehn Befragten bezeichnen sich als praktizierende
Gläubige. Etwas höher liegt der Anteil jener, denen es wichtig oder
sehr wichtig ist, kirchlich zu heiraten. Für rund sechs von zehn ist
es undenkbar, unehelich Kinder zu bekommen und mehr als vier von zehn
lehnen eine Scheidung prinzipiell ab. Vergleicht man diese Werte mit
bekannten Wertestudien, zeigt sich, dass die Befragten mit
kroatischem Migrationshintergrund etwas konservativer sind als die
Durchschnittsbevölkerung. Die Geschlechterrollen scheinen hingegen im
Wandel: Bei traditionell Frauen zugeschriebenen Tätigkeiten wie
"Kochen" oder "Lebensmittel einkaufen" gibt eine absolute Mehrheit
an, dass ihrem Verständnis nach beide Partner dafür zuständig seien.
Dieses Ergebnis deckt sich mit vergleichbaren Wertestudien über die
Gesamtbevölkerung.
ÖIF-Janda: "Kroat/innen wissen, wie Integration funktioniert"
"Menschen kroatischer Herkunft bzw. ihre Familien sind meist in
den 60er und 70er Jahren im Zug der Gastarbeiter-Anwerbungen nach
Österreich gekommen. Mittlerweile leben sie in zweiter oder dritter
Generation hier und wissen, dass Deutschkenntnisse ein wichtiger
Schritt in Richtung erfolgreicher Integration sind: Wenn neun von
zehn Befragten die Bedeutung von Deutschkenntnissen unterstreichen,
kann ich dem nur zustimmen", analysiert ÖIF-Geschäftsführer Alexander
Janda.
Das ÖIF-Dossier Nr. 23 "Kroat/innen in Österreich: Zahlen. Fakten.
Einstellungen" steht ab sofort kostenlos auf www.integrationsfonds.at
zum Download zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Julian Unger, MA
mailto:[email protected]
Tel: 01/7101203-136
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