• 17.06.2012, 14:04:22
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Hausarztmodell in der wissenschaftlichen Bewertung

ein Weg in die Zukunft

Wien (OTS) - Mit der Finanzierung aus einem Topf allein wird die
Sanierung des spitalslastigen österreichischen Gesundheitssystems
wohl nicht gelingen. Die Etablierung von innovativen Konzepten
insbesondere im Bereich der medizinischen Grundversorgung bzw. der
Hausarztmedizin ist jetzt angezeigt, damit Geld nicht neuerlich
bevorzugt in die stationäre Versorgung bzw. in deren Ambulanzen
fließt.

Vorzeigemodelle aus ähnlichen Gesundheitssystemen wie dem
österreichischen gibt es bereits. Eine wissenschaftliche Bewertung
dazu wurde am 15.Juni am Hauptstadtkongress in Berlin vorgestellt.

Die AOK, Deutschlands größter Krankversicherer, ist 2008 in
Baden-Württemberg neue Wege gegangen. Sie hat dort mit
Hausarztverträgen in eine bessere Versorgung ihrer Versicherten
investiert. Sie hat gleichzeitig dazu eine Evaluation in Auftrag
gegeben, die jetzt von Wissenschaftern der Universitäten Heidelberg
und Frankfurt präsentiert wurde. Diese kamen zum Schluss, dass durch
das Hausarztmodell insbesondere chronisch Kranke besser und
strukturierter versorgt wurden und sich Wirtschaftlichkeitseffekte
bei Arzneimittel- und Krankenhausausgaben ergaben.

Derzeit nehmen an diesen Verträgen 1,1 Milionen Versicherte und
3500 Hausärzte teil. Teilnehmende Hausärzte werden über eine
kontaktunabhängige und eine kontaktabhängige Pauschale sowie
Zuschläge für die Betreuung chronisch Kranker, ärztliche
Qualifikationen und Ergebnisqualität bezahlt.

Hingewiesen wurde bei der Präsentation besonders darauf, dass es
sich um kein Spar- sondern ein Qualitätsmodell handelt mit
begleitenden Auflagen für Fortbildung und Qualitätsmanagement. Das
Konzept beruht auf Freiwilligkeit sowohl bei Patienten als auch bei
Ärzten, seine Ausweitung ist geplant.

Rückfragehinweis:
Österreichische Gesellschaft für Allgemein-
und Familienmedizin (ÖGAM)
Dr. Reinhold Glehr
Telefon: 0664 1814147

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