• 15.06.2012, 10:09:01
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PädagogInnenbildung und LehrerInnendienstrecht zusammendenken!

ÖH und UnterrichtspraktikantInnenvertretin kritisieren politischen Stillstand, eigenes ÖH Modell wurde präsentiert

Wien (OTS) - Die ÖH thematisierte in der heutigen Pressekonferenz
die Auswirkungen der angedachten LehrerInnen-Dienstrechtsreform auf
Lehramtstudierende und JunglehrerInnen.

"Obwohl seit Jahren klar ist, dass es eine neue, zeitgemäße
Ausbildung für PädagogInnen braucht, herrscht politischer Stillstand.
Die dringend nötige Kooperation zwischen PHs und Unis wird - wie so
oft, wenn kein Wille zur politischen Gestaltung da ist - in die
Autonomie abgeschoben. Auch die Debatte über die Frage, ob
LehrerInnen künftig einen Masterabschluss haben sollen, verärgert:
Aus Panik vor einem LehrerInnenmangel an der Qualität der Ausbildung
zu sparen ist schlicht unverständlich. Für uns steht außer Frage,
dass alle PädagogInnen eine fünfjährige tertiäre Ausbildung haben
müssen", steht für Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH fest. Ein
weiterer Kritikpunkt ist, dass Dienstrecht und Ausbildung von
LehrerInnen getrennt voneinander diskutiert werden. "Das ist absurd.
Ohne zu wissen, welche Ausbildung PädagogInnen in Zukunft haben,
können keine Stundenaufstockung und Bezahlungsschemata ausverhandelt
werden. Noch dazu, ohne die angehenden LehrerInnen, also die
Lehramts-Studierenden, die von den Neuerungen betroffen sind - in die
Verhandlungen miteinzubeziehen. Hinzu kommt, dass die Verhandlungen
extrem intransparent laufen und es damit schwer möglich ist, den
Prozess mitzugestalten."

Regina Bösch, Vertreterin der UnterrichtspraktikantInnen schilderte
des Weiteren genauer die Probleme, die sich durch die derzeitige
LehrerInnendienstrechtsnovelle stellen: "Ein großer Kritikpunkt sind
die Pläne zur Erhöhung der Arbeitszeit. Um endlich eine sachliche
Diskussion über eine Anhebung der Arbeitszeit von LehrerInnen führen
zu können, ist es unerlässlich, dass im neuen Dienstrecht nicht nur
die Unterrichtsverpflichtung gesetzlich geregelt wird, sondern die
gesamte LehrerInnenarbeitszeit. Zum Thema Berufseinstieg ist zu
kritisieren, dass das aktuelle Verhandlungspapier de facto eine volle
Unterrichtsverpflichtung im Induktionsjahr für
UnterrichtspraktikantInnen an AHS und BHS vorsieht und sich die
derzeitige Situation für LehrerInnen im Pflichtschulbereich kaum
bessern würde. Mit diesen drastischen und undurchdachten Maßnahmen
versucht die Politik ganz klar, auf Grund des drohenden
LehrerInnenmangels schneller neue PädagogInnen in vollem
Stundenausmaß zu verpflichten. Eine derartige Erhöhung ist sehr
problematisch, da viele den Berufseinstieg als ausgesprochen
arbeitsintensiv und als belastend beschreiben. Gleichzeitig ist es
auch eine besonders kritische Phase in der Laufbahn von PädagogInnen,
die nachhaltig ihren Unterricht prägen - hier entscheidet sich, ob in
alte Muster (z.B. veraltete Erziehungsmethoden und Frontalunterricht)
zurückgefallen wird oder ob die in der Ausbildung erlernten Konzepte,
die einen qualitativen Unterricht gewährleisten, auch übernommen
werden."

Das Modell der ÖH Bundesvertretung:

"Das Modell der ÖH-Bundesvertretung geht auf alle genannten
Kritikpunkte ein und schafft ein allumfassendes Konzept, das den
hohen Anforderungen an die PädagogInnenbildung gerecht wird", so
Tobias Dörler, Referent für pädagogische Angelegenheiten der ÖH
Bundesvertretung. "Wir vertreten schon lange ein Modell, das eine
durchgängige, fünfjährige tertiäre Ausbildung für alle PädagogInnen
beinhaltet. Um hier mit Ländern wie Finnland, Deutschland, oder
Frankreich gleichzuziehen, muss auch Österreich die Ausbildung auf
5-jährigem tertiärem Niveau ansiedeln. Das gilt auch für
ElementarpädagogInnen, da Österreich einer der letzten fünf Staaten
in Europa ist, der keine tertiäre Ausbildung für
ElementarpädagogInnen vorsieht. Unserer Ansicht nach soll die
Ausbildung zur Pädagogin/zum Pädagogen zukünftig aus einem Studium,
bestehend aus zwei Studienabschnitten bestehen: einem Grundstudium
und einem Vertiefungsstudium, an das eine einjährige
Berufseinführung, begleitet von MentorInnen, anschließt. Die
Absolvierung aller drei Elemente soll Voraussetzung dafür sein,
unterrichten zu können."

Das Modell, eine zusätzliche Medieninformation sowie das
Positionspapier der "Initiative für ein faires
LehrerInnendienstrecht" finden Sie hier:
http://www.oeh.ac.at/#/informationnews/presse/pressematerial/

Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected], http://www.oeh.ac.at

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