• 14.06.2012, 09:49:56
  • /
  • OTS0059 OTW0059

Rio+20: Greenpeace gegen Andritz-Beteiligung an Belo Monte

Bundesregierung muss heimische Beteiligung an Umweltverbrechen im Ausland stoppen

Wien (OTS) - Einen Stopp der Beteiligung österreichischer
Unternehmen an internationalen Umweltverbrechen forderten der
Geschäftsführer von Greenpeace Alexander Egit und die Klubobfrau der
Grünen Eva Glawischig heute bei einer Pressekonferenz anlässlich des
Erdgipfels Rio+20. Auslöser dafür ist die geplante Beteiligung der
österreichischen Andritz AG am Bau des Mega-Staudammprojekts Belo
Monte, das zur Vertreibung von mehr als 30.000 Menschen und zur
Überschwemmung von 500 Quadratkilometern Fläche führen würde. Gegen
den naturzerstörerischen Belo Monte-Staudamm macht auch der
österreichische Bischof Erwin Kräutler mobil, der trotz zahlreicher
Morddrohungen als Prälat von Xingu in Brasilien und Österreich gegen
dieses Projekt kämpft - ebenso wie der Titanic- und Avatar-Regisseur
James Cameron und die Schauspielerin und Menschenrechtsaktivistin
Bianca Jagger. "Die Andritz AG ist ein Paradebeispiel für die
Pervertierung des 'Green Economy'-Gedankens, eines der wichtigsten
Themen der Rio+20 Konferenz. Die Bundesregierung muss daher noch vor
dem Beginn der Rio-Konferenz am 20. Juni von der Andritz AG den
Ausstieg aus dem Projekt fordern", so Greenpeace-Geschäftsführer
Alexander Egit.

"Die österreichische Bundesregierung darf nicht mit geplanten
rot-weiß-roten Verbrechen an der Umwelt im Gepäck nach Rio fahren.
Die Andritz AG wurde in Österreich mehrfach mit Umweltpreisen
ausgezeichnet, andererseits ist das Unternehmen in anderen Ländern
für die Vertreibung von Menschen und die Rodung von Regenwäldern
mitverantwortlich. Sieht so der verantwortungsvolle Umgang mit der
Umwelt aus, für den sich der Vorstand der Andritz AG Wolfgang Leitner
seit Jahren selbst lobt?", so Egit. In Österreich wird die Andritz AG
unterdessen als Öko-Vorzeigeunternehmen gehandelt und ist laut
Firmenleitsatz der Überzeugung, "dass nur Unternehmen, die auch ihren
sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Verpflichtungen
nachkommen, nachhaltig arbeiten können".

Belo Monte ist nicht das einzige Projekt unter Beteiligung der
Andritz AG, das heimischen Umweltkriterien nicht standhält. Das
Unternehmen mit Sitz in der Steiermark ist vielfach sogar die
treibende Kraft bei Finanzierung und Umsetzung von
verantwortungslosen Projekten: Zellstofffabriken, die zu - oft
illegalem - Raubbau an Regenwäldern führen, oder Megastaudämme, die
mit Völker-Vertreibung und massiver Umweltzerstörung einhergehen, wie
etwa der Ilisu-Staudamm in der Türkei.

Das Auftragsvolumen der Andritz AG für Belo Monte beläuft sich auf
330 Millionen Euro. Jeder Euro eines potenziellen Gewinns würde also
mit einem Stück Regenwald und der Vertreibung von 30.000 Menschen
erkauft. Pro zwangsübersiedeltem indigenen Siedler verdient die
Andritz AG 10.000 Euro. "Das Projekt Belo Monte gefährdet die
Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung. Die Andritz AG macht
schmutzige Geschäfte ohne Anspruch auf Integrität oder Respekt für
die Einheimischen am Rio Xingu sowie die Pflanzen- und Tierwelt
Brasiliens", erklärt Egit.

Das Mega-Staudammprojekt Belo Monte wird auch am Alternativgipfel der
Zivilgesellschaft, dem sogenannten "People's Summit", der zur
gleichen Zeit wie die Erdkonferenz in Rio abgehalten wird, im
Mittelpunkt stehen. Ebenso wie das Thema "umweltschädliche
Subventionen", das heuer am Erdgipfel neben zahlreichen anderen
Themen behandelt werden soll. Alle Beschlüsse zu nachhaltiger
Entwicklung sind zum Scheitern verurteilt, solange nicht-nachhaltiges
Handeln durch falsche Besteuerung und schädliche Subventionen
staatlich belohnt wird. "Es darf nicht sein, dass heimische
Unternehmen mit österreichischem Steuergeld unterstützt werden, die
im Ausland Verbrechen an der Umwelt begehen. Nicht nur sämtliche
(Export-)Förderungen und Kredithaftungen sondern jegliche
Subventionierung eines Unternehmens müssen zukünftig an
Nachhaltigkeitskriterien gebunden sein. Wir fordern die
Bundesregierung dazu auf, die Vergabe von Subventionen, wie auch von
Umweltpreisen genau zu überprüfen und nötigenfalls dagegen
einzuschreiten", schließt Egit.

Rückfragehinweis:

Greenpeace
   Melanie Aldrian
   Pressesprecherin
   Tel.: +43 (0)664 61 26 725
   mailto:[email protected]
   www.greenpeace.at; twitter.com/greenpeaceAT; facebook.com/greenpeaceAT

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel