• 13.06.2012, 13:06:54
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E10 - sagt der Hausverstand

Berlakovich: Können EU-Ziel nur mit Biotreibstoffen erreichen

Wien (OTS) - "Für Österreich gilt als EU-Mitglied das Ziel, bis
2020 einen Anteil von 10 % erneuerbare Energie im Verkehrssektor
einzusetzen. Dieses können wir nur durch die verstärkte Verwendung
von Bio-kraftstoffen erreichen", eröffnete Bundesminister Niki
Berlakovich am 13. Juni die Veranstaltung "E10 - (k)ein Problem?".
Mit einer sofortigen Reduktion des CO2-Austoßes, einer nachhaltigen
Nutzung von Rohstoffen und Produktionsüberschüssen, keinen zusätzlich
nötigen Ackerflächen und vorhandenen Produktionskapazitäten
argumentierte der Gastgeber Horst Jauschnegg, Vorsitzender des
Österreichischen Biomasse-Verbandes, und fragte die rund 300
Besucher: "Exportieren wir weiterhin die Hälfte der heimischen
Bioethanolproduktion, die zur E10-Einführung in Österreich ausreicht,
oder nutzen wir sie endlich zur Gänze selbst? Für mich ist dies eine
reine Frage des Hausverstandes."

Treibhausgas-Einsparung von 50 auf 70 % erhöht.

"Unsere neuen Ergebnisse zur Treibhausgas-Bilanz der Produktion
von Biotreibstoffen 'Made in Austria' zeigen deutliche und
verbesserte Treibhausgas-Einsparungseffekte gegenüber den
Mineralöl-Pendants", präsentierte Gerfried Jungmeier, Energieforscher
bei der Joanneum Research Forschungs gmbH aus Graz, die neuesten
Daten und Fakten. Er berechnete in einer Lebenszyklus-Analyse eine
Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bei der Nutzung von Biodiesel
von rund 60 % und bei Bioethanol von bis zu 70 %. Bei der
Bioethanol-Produktion in Pischelsdorf konnte durch Optimierungen des
Anlagenbetriebes und der Nutzung von Kohlensäure für die
Lebensmittelindustrie eine Erhöhung der Treibhausgas-Einsparung von
50 % im Jahr 2008 auf heute 70 % erreicht werden.

Geringer Einfluss der Bioenergie auf Preise.

Über die Auswirkungen der Bioenergieproduktion auf die globalen
Agrarmärkte referierte Prof. Harald von Witzke, Humboldt-Universität
zu Berlin. Er untersuchte den historisch hohen Preisausschlag auf den
Weltagrarmärkten von 2007-2008 und kam zum Schluss, dass primär der
Ölpreis und die Transportkosten für diese Steigerung verantwortlich
waren. Der Einfluss der Bioenergie war hingegen vernachlässigbar
klein. Hohes Potenzial sah der Wissenschaftler in der Steigerung der
landwirtschaftlichen Produktivität.

Technische Bedenken ausräumen.

"Eine Umfrage zur Akzeptanz von E10, die im Juli 2011 von TNS
Infratest durchgeführt wurde, zeigt auf, dass technische Bedenken die
Hauptursache für die Zurückhaltung der Autofahrer beim Tanken von E10
sind. Der Preisvorteil wird hingegen positiv bewertet", schilderte
Marten Keil, ab Juli 2012 Vorstandsmitglied des deutschen
Bioethanolherstellers CropEnergies. 93 % der Benzin-Autos in
Deutschland und 99 % der Fahrzeuge deutscher Hersteller mit Ottomotor
können mit E10 problemlos betankt werden. Keil verglich die
E10-Einführung mit der von bleifreiem Benzin: Zwei Jahre nach dem
Verkaufsstart 1983 lag der Marktanteil hierbei deutlich unter dem von
E10 nach nur einem Jahr. Die deutschen Tankstellen-Marktführer Aral
und Shell bezifferten den E10-Anteil im April 2012 auf 20 %. Auch sie
rechnen damit, dass sich E10 mittelfristig als Standardkraftstoff
durchsetzen wird.

Grafiken, Abbildungen zu den Vorträgen sowie Porträts stehen in
höherer Auflösung hier zur Verfügung:
http://www.ots.at/redirect/biomasse

Auch Langversionen der Vorträge und weitere interessante
Präsentationen von der Veranstaltung können unter dem Link aufgerufen
werden.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Biomasse-Verband
Antonio Fuljetic
Tel.: +43 (0)1 533 07 97 - 31 oder 0660/8556804,
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BMV

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