- 13.06.2012, 09:40:39
- /
- OTS0034 OTW0034
Frauenministerin Heinisch-Hosek verleiht den Johanna-Dohnal-Preis
Astrid Ebner-Zarl, Sophie Fröhlich, Christine Gasser-Schuchter erhielten Johanna-Dohnal-Förderpreis, Jessica Richter das Johanna-Dohnal-Stipendium
Wien (OTS) - Astrid Ebner-Zarl erhielt den Förderpreis für ihre
Diplomarbeit "Ganz okay, aber bloß nicht übertreiben - Die
Einstellung von Studentinnen zu Feminismus vor dem Hintergrund von
fortgesetzter Frauendiskriminierung". Laudatorin und Jurymitglied
Marion Elias betonte die Brisanz des gewählten Themas und zeigte sich
über die positive Einstellung der über 900 Befragten an der Kepler
Universität erfreut. Das Bewusstsein um negative Diskriminierung
steige mit Beginn der Mutterschaft, der Erfahrung mit Alleinerziehung
und vor allem mit dem Älterwerden. Themen aus
geschlechterspezifischer Sicht seien heute nicht weniger notwendig
als früher, denn die Vision des Feminismus sei keine weibliche
Zukunft, sondern eine menschliche.
Mit dem Dissertations-Projekt "Mass Spectrometry Imaging of Ultrahigh
Molecular Weight Polyethylene (UHMW-PE) Joint Explants" von Sophie
Fröhlich wurde erstmals eine rein naturwissenschaftlich-technische
Arbeit mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Brigitte Ratzer, ebenfalls
Mitglied der Jury, unterstrich in ihrer Lobrede die Relevanz des
biologischen Geschlechts für pharmazeutische und medizinische
Produkte. Die Arbeit zeige am Beispiel des Hüftgelenkimplantats unter
anderem die Notwendigkeit, bei den Eigenschaften des Werkstoffes
geschlechtsspezifische Analysen zu berücksichtigen. Gerade in der
Medizin sei es wichtig, ganz genau hinzusehen und das Geschlecht als
wesentlichen Parameter heranzuziehen.
Christine Gasser-Schuchter konnte mit ihrem Dissertations-Projekt
"Bildung als Schlüssel zur Teilhabe? Ein komplexes
Chancengleichheitsmodell als Antwort auf die anhaltende
Benachteiligung 'bildungsferner Schichten'" ebenfalls die Jury
überzeugen. Jurorin Maria Mesner hielt in ihrer Rede fest, dass
Bildung und der Zugang zur Bildung seit jeher zu den wichtigsten
Themen der Frauenbewegung gehörten. Letztlich würden sie entscheidend
zur gesellschaftspolitischen Gerechtigkeit beitragen. Gleicher Zugang
würde jedoch noch nicht automatisch Gleichberechtigung ergeben.
Gerade sogenannte Bildungsferne würde häufig aufgrund ihres sozialen
Hintergrunds ausgeschlossen und dürfe nicht aus dem Blickfeld
geraten.
Abschließend wurde das Johanna-Dohnal-Stipendium an Jessica Richter
für ihr historisch-empirisches Dissertations-Projekt "Dienste als
Möglichkeit, den Lebensunterhalt zu organisieren (Österreich
1918-1938)" verliehen. Gabriella Hauch würdigte in ihrer Lobrede die
in der Forschungsarbeit angestoßene Debatte um eine gültige
Definition von Arbeit. So würden bis heute Erwerb und Hausarbeit
vermischt und das Spannungsfeld Familie und Erwerbsarbeit weiblich
besetzt. Dienst sei nicht gleich Dienst: Die verrichtete Arbeit von
Männern und Frauen würde bis heute unterschiedlich gewertet werden.
Der Johanna-Dohnal-Preis wird bereits seit 2004 an junge
Wissenschaftlerinnen vergeben, die in für Frauen (noch) untypischen
Bereichen oder an feministischen Themen forschen oder arbeiten. Jedes
Jahr werden für den Förderpreis Stifterinnen und Stifter gesucht und
gefunden, die junge aufstrebende Frauen im Sinne von Johanna Dohnal
unterstützen.
Bilder zu dieser Veranstaltung sind in Kürze über das Fotoservice des
Bundespressedienstes unter www.fotoservice.bundeskanzleramt.at
kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 202149, 0664/610 62 76
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBU






