• 12.06.2012, 14:57:04
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Orbán-Besuch in Wien: Greenpeace protestiert gegen AKW-Ausbaupläne

Umweltschutzorganisation fordert auch Bundesregierung auf, gegen Ausbau von Paks zu protestieren

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat heute
während des Wien-Besuchs des ungarischen Premierministers Viktor
Orbán gegen dessen Ausbaupläne für das AKW Paks protestiert. 15
Aktivisten haben vor dem Wiener Ringturm den Premier des östlichen
Nachbarlandes mit Transparenten in deutscher und ungarischer Sprache
dazu aufgefordert, die Pläne, neue Atomreaktoren in Ungarn zu
errichten, sofort fallen zu lassen. "Wir erwarten auch von
Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger, dass sie in den
Gesprächen mit Viktor Orbán entschieden gegen einen Ausbau des AKW
Paks eintreten", fordert Herwig Schuster, Greenpeace-Kampagnenleiter.

Viktor Orbán hält sich heute für einige Stunden im Ringturm auf.
Neben der offiziellen Eröffnung des Fassaden-Kunstwerks des
ungarischen Künstlers Laszlo Feher steht dort auch ein Treffen mit
Bundeskanzler Faymann auf dem Programm. Am späten Nachmittag wird
Orban mit Vizekanzler Spindelegger im Außenministerium
zusammentreffen. "Die österreichische Regierungsspitze muss heute
beweisen, dass sie ihre Anti-Atom-Politik ernst nimmt. Der
Anti-Atomgipfel ist jetzt knapp zwei Monate her, jetzt sind wieder
Taten gefordert", so Schuster. "Das AKW Paks, etwas südlich von
Budapest, zählt zu den gefährlichsten Atomanlagen in Europa, da sich
dort noch vier Reaktoren sowjetischer Bauart befinden. Und genau
diese Hochrisiko-Reaktoren will Orbán jetzt 20 zusätzliche Jahre in
Betrieb belassen", ärgert sich Schuster.

Statt auf erneuerbare Energien zu setzen und das große Potential
in den Bereichen Windkraft, Geothermie und Biomasse zu nutzen, baut
die ungarische Regierung schwerpunktmäßig auf Atomstrom, wie der
Energiestrategie bis 2030 und den darin enthaltenen atomaren
Ausbaupläne der ungarischen Regierung zu entnehmen ist. Das
ungarische Atomenergie-Gesetz wurde erst kürzlich abgeändert, um eine
schnellere Umsetzung von Atomausbauplänen zu ermöglichen und darüber
hinaus eine Wiederaufbereitungsanlage im Land zu errichten.
Ministerpräsident Viktor Orbán persönlich leitet das Spezialkomitee,
das Ende Mai eingerichtet wurde, um über die atomaren Ausbaupläne zu
beraten.

Auch die registrierten Störfälle des rund 300 Kilometer von der
österreichischen Grenze entfernten AKWs Paks haben eine lange
Geschichte: Beispiele sind ein Leck mit Dampfaustritt und daraufhin
erfolgter Schnellabschaltung von Block 1 (1991) oder der Ausfall
einer Pumpe im Reaktor 4 (1994). Zuletzt kam es 2003 zu einem
Störfall im AKW Paks, der auf Stufe 3 der siebenteiligen INES-Skala
eingestuft wurde. Dabei kam es zum Austritt radioaktiver Gase bei der
Zwischenlagerung von Brennstäben in einem Reinigungsbehälter.

Fotos der Protestaktion senden wir auf Anfrage gerne zu.

Rückfragehinweis:

Greenpeace
   Melanie Beran
   Pressesprecherin
   Tel.: +43 (0)664 61 26 718
   mailto:[email protected]
   www.greenpeace.at; twitter.com/greenpeaceAT; facebook.com/greenpeaceAT

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