- 11.06.2012, 15:53:25
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KindergartenpädagogInnen fordern einheitliche Standards für ganz Österreich
Protest gegen unzumutbare Bedingungen in elementaren Bildungseinrichtungen
Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) Zu viele Kinder, zu viel
unterschiedliche Gesetze, zu wenig Platz, zu wenig Zeit und zu wenig
Gehalt - so lassen sich die Rahmenbedingungen der
ElementarpädagogInnen (Kindergarten und Hort) zusammenfassen, gegen
die Betroffene heute Nachmittag lautstark vor dem Bundeskanzleramt
protestierten: Mit der Aktion "Achtung Einsturzgefahr" demonstrierten
die PädagogInnen eindrucksvoll, was mit der Bildung passiert, wenn
das Fundament der Rahmenbedingungen nicht mehr passt - das System
droht einzustürzen. Organisiert haben die Aktion die Berufsgruppe der
Kindergarten- und HortpädagogInnen Wiens (BKHW) und die
Vernetzungsgruppe der Wiener BetriebsrätInnen der privaten
Kinderbetreuungseinrichtungen, mit Unterstützung der Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Wien.++++
"In Wien fehlen zur Zeit bis zu 450 Kindergarten- und
HortpädagogInnen, österreichweit sind es rund 1.000", erklärte Karin
Samer, Betriebsratsvorsitzende der Wiener Kinderfreunde. Das liege
aber nicht an der fehlenden Ausbildung, sondern daran, dass viele
schon während der Ausbildung bemerken, wie wenig Theorie und Praxis
zusammenpassen: "Wir haben zu wenig Zeit für die Kinder, für die
Eltern und für die Teamarbeit. Oft bleibt nicht einmal Zeit für die
Vor- und Nachbereitung." Nur rund 30 Prozent der fertig ausgebildeten
PädagogInnen beginnen ihre Arbeit in einem Hort oder Kindergarten,
viele davon geben außerdem nach einigen Jahren wegen der
Rahmenbedingungen auf, so Samer: "Dieser Zusammenschluss der
ElementarpädagogInnen ist deswegen notwendig, um die Politik mit
vereinten Kräften aufzufordern, die Strukturqualität zu verbessern."
Kritisiert werden die Gruppengröße von 25 Kindern, denen eine
Pädagogin und eine halbe Helferin zustehen, der enorme Zeitdruck, der
sich daraus ergibt und der "Fleckerlteppich" an gesetzlichen
Bestimmungen. "Das bedeutet neun verschiedene Gesetze und eine
Vielzahl von Richtlinien sowie unterschiedliche Gehaltsstrukturen -
wir brauchen aber einheitliche Standards für jedes Kind in
Österreich", fordert Regina Huprich, Betriebsratsvorsitzende der St.
Nikolaus-Kindertagesheimstiftung in der Erzdiözese Wien. In diesem
Sinne sind die Betroffenen auch nicht zufrieden mit dem
"Bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan für elementare
Bildungseinrichtungen in Österreich" (BRP), der 2009 österreichweit
erstellt wurde, ohne die PädagogInnen zu involvieren, wie Huprich
erklärt: "Grundsätzlich begrüßen wir eine bundesländerübergreifende
Bildungsinitiative wie den Bildungsplan natürlich, aber nur, wenn
auch die Rahmenbedingungen passen - das ist hier nicht der Fall."
Salzburger KindergartenpädagogInnen haben den Bildungsplan deswegen
bereits mit der Post an die Bildungsministerin zurückgeschickt, mit
weiteren Aktionen ist im Herbst zu rechnen: "Wenn es der Politik
ernst ist mit den Aussagen, dass Bildung im Kindergarten beginnt,
dann muss sie auch dementsprechend handeln", brachte es Barbara
Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp Wien, zum Abschluss der
heutigen Aktion auf den Punkt.
Rückfragehinweis:
GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit Litsa Kalaitzis Tel.: 05 0301-21553 Mobil: 05 0301-61553 E-Mail: [email protected] http://www.gpa-djp.at
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