• 11.06.2012, 09:45:34
  • /
  • OTS0045 OTW0045

Rio+20 muss Wasser, Nahrung und Energie für alle bis 2030 garantieren

Ökologische Vollkostenrechnung für Länder und Unternehmen

Wien (OTS) - Auf der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in
Rio de Janeiro vom 20. bis 22. Juni müssen die Staats- und
Regierungschefs der Welt garantieren, dass alle Menschen genügend
sauberes Wasser haben und ausreichend Nahrung und Zugang zu Energie
bis 2030 bekommen. Das sind die zentralen Forderungen des WWF für
Rio+20, der eine gleichzeitige nachhaltige Entwicklung für möglich
und notwendig hält. "Die Entscheidungen, die in Rio getroffen werden,
können den globalen Umweltschutz für die nächsten Jahrzehnte
beeinflussen. Auch wenn nach dem Erdgipfel 1992 in Rio epochale
internationale Vereinbarungen zustande kamen, hinken wir bei den
Lösungen für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen 20 Jahre später
noch weit hinterher", so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.

Die Finanzkrise der letzten Jahre hat in relativ kurzer Zeit gezeigt,
wie sich ein schlechtes Management des Finanzkapitals zu einer
weltweiten Krise auswirken kann. Die Finanzkrise kann eine Chance für
den Neubeginn eines nachhaltigen Managements unseres Naturkapitals
sein, so der WWF. Nahrung, Wasser und die Energieversorgung sind die
Grundelemente unserer Existenz, die alle miteinander verwoben sind.
Der 2012 veröffentlichte Living Planet Report des WWF zeigt die
Zusammenhänge und daher fordert die Umweltorganisation eine
ganzheitliche Lösung für unseren Planeten.

Derzeit haben 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem
Trinkwasser und zu sanitären Anlagen. Eine Milliarde Menschen sind
unterernährt und 1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu
modernen Formen von Energie. Die Nachfrage nach Wasser, Nahrung und
Energie wird weiter steigen, während sich der Klimawandel
verschlimmert und die Bevölkerungszahl des Planeten steigt. Bis 2030
wird die Welt 50 Prozent mehr Nahrung und Energie und 30 Prozent mehr
Wasser brauchen, berechnete der WWF. "Um diese Herausforderungen zu
bewältigen muss unser natürliches Kapital, die Ökosysteme und die
Artenvielfalt erhalten werden", so Aichberger. Der WWF fordert von
der Konferenz in Rio klare Ziele und einen Zeitplan um bis 2030 alle
Menschen mit genügend Nahrung, Wasser und Energie zu versorgen. Bis
zu diesem Jahr soll 40 Prozent des globalen Energiebedarfs aus
nachhaltigen erneuerbaren Energien kommen.

Um dieses Ziel zu erreichen schlägt der WWF vor das Naturkapital als
Wert in die wirtschaftliche Entwicklung in Form einer
Vollkostenrechnung einzukalkulieren. Für die Internalisierung dieser
externen Umweltkosten braucht es weltweit einheitliche, vergleichbare
sowie klare, transparente und messbare Indikatoren. Diese sollen
sowohl für die Volkswirtschaften ganzer Länder wie auch in die
Bilanzen von Unternehmen integriert werden. Alle Subventionen für
umweltzerstörerische Wirtschaftsaktivitäten sollen bis 2020
abgeschafft werden. Dies soll besonders für die fossilen
Energieträger und für die nicht nachhaltige Landwirtschaft und
Fischerei gelten. Der WWF verlangt dafür einen transparenten Fahrplan
und jährliche Berichterstattung der Länder. Umgekehrt braucht es
Steueranreize und globale Zertifizierungssysteme für ökologisches
Wirtschaften. Für weltweit gültige nachhaltige Entwicklungsziele
unterstützt der WWF die Einrichtung einer UN-Umweltorganisation, die
Einführung eines Rates für nachhaltige Entwicklung und den
dauerhaften völkerrechtlichen Schutz der Meere auf Hoher See.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: [email protected].

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel