• 06.06.2012, 15:20:43
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ÖAAB-Frauen sehen Heinisch-Hosek auf dem Holzweg

Christine Marek: Einheitsförderung macht ebenso wenig Sinn wie es die Einheitsfamilie gibt

Wien (OTS) - Als einseitig und nicht im Sinne der Familien in
Österreich bezeichnete heute die frühere Familienstaatssekretärin und
ÖAAB Frauenvorsitzende Abg.z.NR Christine Marek die Pläne von
SP-Frauenministerin Heinisch-Hosek zur Familienförderung.
"Einheitsförderung macht ebenso wenig Sinn wie es die Einheitsfamilie
gibt", so Marek zu deren jüngsten Aussagen. Vielmehr braucht es einen
Mix an Leistungen aus steuerlichen Freibeträgen und
Transferleistungen, die auch berücksichtigen ob ein oder mehrere
Kinder in einer Familie leben, wie es Finanzministerin Maria Fekter
bereits vor Wochen vorgeschlagen hat. Nur so können Familien
individuell und bestmöglich unterstützt und gefördert werden. Dass es
in Bezug auf Transparenz und Verwaltungsvereinfachung durchaus
Verbesserungspotential gibt, ist unbestritten, daran wird gearbeitet.

Kritisch sieht Marek die von Heinisch-Hosek geforderte gänzliche
Streichung des Alleinverdienerabsetzbetrages: "Das wäre ein Schlag
ins Gesicht vieler Familien." Zu kritisieren sei auch der
automatische Zuschlag von 50 Euro pro Monat und Kind zur
Familienbeihilfe für Alleinerziehende. Dass Alleinerzieherfamilien in
vielerlei Hinsicht besondere Herausforderungen und Belastungen zu
bewältigen hätten, sei unbestritten, so Marek. Allerdings sei es
nicht im Interesse der Kinder, defacto dazu "einzuladen", Kinder
nicht mehr gemeinsam zu erziehen, da dies durch den Zuschlag
schlichtweg vom Staat besser honoriert werden würde.

Für Marek und die ÖAAB Frauen ist die Verbesserung der Vereinbarkeit
von Familienarbeit und Erwerbsarbeit eine zentrale Herausforderung,
wobei der Ausbau von qualitätsvollen Kinderbetreuungseinrichtungen -
gerade für die Unter-3jährigen - dabei ein wesentliches Ziel ist.
Gerade in diesem Bereich wurde in den vergangenen Jahren von Bund,
Ländern und Gemeinden so viel Geld investiert wie nie zuvor. So
konnte alleine bei den Dreijährigen durch gemeinsame Investitionen
die Betreuungsquote von 57,2% im Jahr 2000 auf 80% im Betreuungsjahr
2010/11 angehoben werden. Und dieser Weg wird fortgesetzt - bis Ende
2014 soll die Betreuungsquote der Unter-Dreijährigen von derzeit 19%
auf rund 28% steigen, das Barcelona Ziel von 33% wird Österreich
vermutlich Ende 2016 erreichen.

Heinisch-Hosek ist die Qualität der Kinderbetreuung egal - nur
Quantität zählt

"Die Bundesregierung ist also auf einem guten und realistischen Weg -
die von Heinisch-Hosek genannten Zahlen im Bereich der
Kinderbetreuung sind dies allerdings in keinster Weise", so Marek und
fügt hinzu: "Die von Heinisch-Hosek genannten Zahlen sind dabei
jedoch völlig unrealistisch, es kann ja wohl nicht unser Ziel sein,
unsere Kinder, insbesondere die Kleinsten, fast ausschließlich von
angelerntem Hilfspersonal betreuen zu lassen. Was passiert, wenn man
darauf keine Rücksicht nimmt, erleben Eltern und Kinder seit zwei
Jahren schmerzhaft in Wien", so die frühere Familienstaatssekretärin.
Denn was die Ministerin in ihren - rein theoretischen - Annahmen
offensichtlich völlig außer Acht lässt, ist die Tatsache, dass ein
wesentlicher Faktor bei qualitätsvoller Kinderbetreuung
qualifiziertes Personal ist. Es werden bereits jetzt auf Hochdruck
Kindergartenpädagoginnen und -Pädagogen sowie Tageseltern
ausgebildet, um den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen wie geplant zu
schaffen.

Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ausweiten

Die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten, die erst mit 2009
eingeführt wurde, habe sich bewährt und soll in Zukunft wenn möglich
sogar für Kinder bis zur Vollendung der Schulpflicht ausgeweitet
werden. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat es bereits im
vergangenen Jahr gegeben, da nun auch Ferienbetreuung und
Essenskosten steuerlich absetzbar sind. "Dass dies erst im heurigen
Jahr im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. des Steuerausgleichs
geltend gemacht werden kann und somit noch gar nicht budgetwirksam
sein kann, weiß Heinisch-Hosek genau. Damit argumentiert sie
schlichtweg gegen die Familien!", so Marek.

Langzeitvariante beim Kinderbetreuungsgeld nicht schlecht
reden

Was die Langvariante beim Kinderbetreuungsgeld betrifft, macht Marek
darauf aufmerksam, dass mit Einführung der Kurzvarianten vor über
zwei Jahren die Inanspruchnahme der längsten Form einerseits deutlich
gesunken ist, andererseits gebe es bei einem beträchtlichen Teil,
nämlich rund einem Viertel der Bezieherinnen und Bezieher dieser
Variante keinerlei Wiedereinstiegsproblematik. Diese Gruppe bestehe
nämlich zu einem beträchtlichen Teil aus Hausfrauen und Hausmännern,
Selbständigen, Bäuerinnen und Bauern, Schülerinnen und Schülern sowie
Studentinnen und Studenten. Die Langzeitvariante darf deshalb nicht
pauschal schlecht geredet werden.

Abschließend empfiehlt Christine Marek der Ministerin die
ideologische Brille abzunehmen und endlich die Familien so zu sehen
wie sie sind, nämlich vielfältig und individuell. Entsprechend
vielfältig müssen auch die Unterstützungen für die Familien in
Österreich sein.

Rückfragehinweis:

ÖAAB-Generalsekretariat
   Albrecht Oppitz
   Presse
   Tel.: +43(0)676 322 98 49, Fax: +43(1)40 141 229
   mailto:[email protected]
   www.oeaab.com

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