- 06.06.2012, 11:48:29
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Awareness-Day erinnert an richtiges Verhalten auf Eisenbahnkreuzungen
Bremsversuch: Eisenbahn vs. Pkw

Wien (OTS) - Am "International level crossing awareness day"
lassen KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und ÖBB bei einem
Aufsehen erregenden Bremsversuch eine Lokomotive gegen einen Pkw
antreten. Der Bremsversuch soll den um ein vielfaches längeren
Bremsweg einer Lok gegenüber einem Pkw aufzeigen. Bei Fehlverhalten
auf Eisenbahnkreuzungen ist daher immer der Pkw-Fahrer im Nachteil
und riskiert einen schweren Unfall.
Öffentliche Verkehrsmittel und vor allem die Eisenbahn sind die
sichersten Transportmittel. Wenn es zu Unfällen kommt, dann meist an
Eisenbahnkreuzungen. 2011 gab es in Österreich am Schienennetz der
ÖBB 96 Zusammenpralle mit 19 Toten und 45 Verletzten. "Bei Unfällen
auf Eisenbahnkreuzungen wird die Gefahr immer wieder unterschätzt.
Auch werden Sicherungseinrichtungen wie Schranken oder Lichtanlagen
oft einfach ignoriert", so KFV-Direktor Dr. Othmar Thann.
Bremsweg häufig unterschätzt
"Häufig ist der Grund für Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen, dass die
Geschwindigkeit und der Anhalteweg des Zuges falsch eingeschätzt
werden. Züge sind keine Autos. Sie können nicht ausweichen, ihr
Anhalteweg ist auf Grund des Gewichtes um ein Vielfaches länger",
erläutert Andreas Matthä, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG.
Oft sind gerade Personen, die täglich Eisenbahnkreuzungen queren und
den Fahrplan kennen, besonders sorglos und dadurch gefährdet.
Grundsätzlich gilt bei Eisenbahnkreuzungen: Es gibt keine freie
Fahrt, man muss sich bei jeder Fahrt davon überzeugen, dass eine
gefahrlose Überquerung der Schienen möglich ist. Trotz roter oder
gelber Lichter oder Läutwerk bei beschrankten Bahnübergängen, hat man
sich in jedem Fall durch Schauen und Hören von einer gefahrlosen
Überquerung der Eisenbahnkreuzung zu überzeugen. Am Schienennetz der
ÖBB gibt es 3.972 Eisenbahnkreuzungen, von denen 46 Prozent, also
1.834, technisch gesichert und 2.138 nicht technisch gesichert sind.
Bremsversuch: Eisenbahn vs. Pkw
Der Bremstest macht es deutlich: Ausgehend vom Bahnhof Seyring fahren
eine Lok und ein Pkw parallel mit 100 km/h. Nach rund 200m bremsen
beide Fahrzeuge gleichzeitig. Als Pkw-Fahrer konnte Georg
Scheiblauer, Leiter Fahrtechnik Zentrum Teesdorf, ÖAMTC, gewonnen
werden. Während der Pkw spätestens nach ca. 90 m zum Stillstand
kommt, ist der Anhalteweg der Lok um ein Vielfaches länger. Der
extrem lange Bremsweg bringt es mit sich, dass der Zug vor einem
Bahnübergang meist nicht rechtzeitig zum Stillstand kommen kann, wenn
z.B. ein Pkw auf den Schienen steht. Der Bremsweg eines mehrere
hundert Tonnen schweren Zuges kann bis zu einem Kilometer betragen.
Der Lokführer kann zwar die Notbremsung einleiten, wenn er sieht,
dass sich jemand auf den Schienen befindet und dann akustische
Warnsignale abgeben. Die Länge des hunderte Meter langen Bremsweges
kann er aber nicht verkürzen.
Sicherheit hat Vorrang
KFV und ÖBB treten am heutigen internationalen
Eisenbahnkreuzungs-Awareness Day gemeinsam für mehr Sicherheit an
Eisenbahnkreuzungen ein. In zahlreichen Ländern gibt es
unterschiedliche Aktionen, um auf die Gefahren an Bahnübergängen
aufmerksam zu machen. Darüber hinaus werden Folder
"Eisenbahnkreuzungen. Sicherheit hat Vorrang" mit den Zeichen für
Eisenbahnkreuzungen und ihrer Bedeutung sowie Verhaltensregeln
verteilt. In Europa sterben jedes Jahr mehrere Hundert Menschen durch
Unfälle an Eisenbahnkreuzungen. "Technische Sicherungen können den
Faktor Mensch nicht ersetzen, denn Beachtung der Warnzeichen liegt in
der Hand jedes Einzelnen. Darauf aufmerksam zu machen, ist Ziel des
Awareness-Day", so Thann.
"Unfälle auf Bahnübergängen sind fast ausschließlich auf menschliches
Fehlverhalten zurück zu führen. Daher möchten wir, gemeinsam mit
unseren Partnern, das richtige Verhalten bei der Annäherung und beim
Übersetzen von Bahnübergängen den Verkehrsteilnehmern stärker bewusst
machen", so Andreas Matthä.
Vormerkdelikt
Das Nichtbeachten des Rotlichts bei Bahnübergängen und Umfahren der
bereits geschlossenen Schranken ist ein Vormerkdelikt. Erst kürzlich
wurde eine kleine Gesetzeslücke geschlossen, denn das Delikt wurde
erweitert auf: "Nichtanhalten vor beschrankten Eisenbahnübergängen,
wenn das Schließen angekündigt wird".
Richtiges Verhalten vor und auf Eisenbahnkreuzungen
Eine Eisenbahnkreuzung darf nur übersetzt werden, wenn
- kein Licht aufleuchtet,
- die Schranken - so vorhanden - vollständig geöffnet sind und
- sich kein Schienenfahrzeug nähert.
Ist eine Kreuzung nur mit Andreaskreuz gesichert, muss man sich
selbst davon überzeugen, dass sich kein Zug nähert. Schauen Sie genau
und achten Sie auf akustische Signale. Vor einer Stopptafel auf jeden
Fall stehen bleiben.
Absolutes Überholverbot
Mehrspurige Kfz dürfen innerhalb von 80 Metern vor bis unmittelbar
nach der Eisenbahnkreuzung nicht überholt werden. Auf dem Übergang
selbst gilt ein absolutes Überholverbot für alle Fahrzeuge. Auch das
Parken, Halten und Umkehren auf der Eisenbahnkreuzung ist verboten.
Selbstverständlich ist auch das Umfahren der (Halb)Schranken nicht
erlaubt.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Die ÖBB gehören zu den pünktlichsten Bahnen Europas und
bieten ihren Kunden die höchste Pünktlichkeit in der EU. Mit
konzernweit rd. 40.800 MitarbeiterInnen bei Bahn und Bus (davon
37.050 in Österreich, 3.750 im Ausland, zusätzlich 1.750 Lehrlinge)
und Gesamterträgen von rd. 6,25 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein
wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Strategische
Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Das KFV
Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) ist seit über 50 Jahren
der führende Ansprechpartner beim Thema Unfallverhütung in
Österreich. Egal, ob es um Sicherheit im Straßenverkehr, in der
Freizeit, beim Sport, im Haushalt oder wirksamen Schutz vor
Kriminalität geht: Die über Jahrzehnte aufgebaute Kompetenz,
Gefahrenquellen aufzudecken, zu bewerten und Lösungsvorschläge zu
formulieren, hilft dabei, unsere Lebenswelten um den entscheidenden
Schritt sicherer zu machen. www.kfv.at.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation Mag. Herbert Ofner Pressesprecher Tel.: 01 93000 44278, Mobil: 0664/617 15 11 mailto:[email protected] Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) Tel.: 05-77077-1919 E-Mail: [email protected] www.kfv.at
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