• 31.05.2012, 08:27:35
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Weltnichtrauchertag: Ärztekammer kritisiert laxe Haltung der Politik

Dorner: Breite Zustimmung für Rauchverbot - Raucheranteil senken - mehr Geld für Prävention und Therapie

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
Walter Dorner, erneuert anlässlich des Weltnichtrauchertages seine
Forderung nach einem strengeren Tabakgesetz, nach einem strikten
Rauchverbot im öffentlichen Raum, insbesondere in der Gastronomie,
und vor allem nach besserer Raucherprävention vor allem bei Kindern
und Jugendlichen. "Österreich ist, was den Nichtraucherschutz angeht,
nach wie vor ein Entwicklungsland", hielt Dorner am Donnerstag in
einer Aussendung fest. In den vergangenen Jahren seien diesbezüglich
kleine Schritte gesetzt worden, die in die richtige Richtung führten.
Auch die ÖÄK habe sich den Nichtraucherschutz auf die Fahnen geheftet
und unter anderem mit der Zertifizierung rauchfreier Betriebe ein
klares Signal gesetzt.

Die laxe Haltung der Politik führe jedoch dazu, dass Österreich in
der Prävention zurückfalle. Dorner: "Die Politik sollte die
Initiativen der Ärzte fördern und sich aktiv um Nichtraucherschutz
und Prävention bemühen anstatt die derzeitige halbherzige Lösung auch
noch schön zu reden." Sich auf den Koalitionspartner herauszureden,
sei billig, zumal sowohl Gastronomen als auch Bevölkerung ein
allgemeines Rauchverbot zum überwiegenden Teil befürworten würden.
"Der Minister muss also keine Angst haben, dass er wegen eines
strengeren Rauchergesetzes sein Amt verliert", spielte Dorner auf die
im Jahr 2013 bevorstehenden Wahlen an.

Die aktuellen Zahlen zum Rauchverhalten der Österreicherinnen und
Österreicher bezeichnete der Ärztechef als "erschreckend": "Dass 40
Prozent der 15- bis 29-Jährigen regelmäßig zum Glimmstängel greifen,
sollte Anlass genug sein, um endlich ein striktes Rauchverbot
einzuführen und das Angebot an Rauchertherapie auszuweiten", sagte
Dorner. Speziell Kinder und Jugendliche müssten besonders geschützt
werden, Österreich halte hier nach wie vor einen traurigen Rekord.
Zwar sei der Raucheranteil bei den elf- bis 15-jährigen Mädchen seit
1998 von 26,2 auf 19,5 Prozent und bei den Burschen von 23,3 auf 16,6
Prozent gesunken, aber "das ist noch immer zu viel. Am liebsten wäre
mir ein Wert von null Prozent", betonte der ÖÄK-Präsident.

Das Vorhaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), den Anteil der
rauchenden Bevölkerung bis 2040 weltweit auf fünf Prozent zu senken,
sei unbedingt zu unterstützen, so Dorner. In Österreich werde es
allerdings nicht einfach sein, immerhin liege der Raucheranteil bei
38 Prozent. Gleichzeitig werde nur ein Bruchteil der öffentlichen
Gesundheitsausgaben für Raucherprävention verwendet. Dorner: "Warum
man nicht die Erträge aus der Tabaksteuer zweckgebunden in die
Prävention und Therapie fließen lässt, ist mir ein Rätsel." Zur
Prävention gehörten auch höhere Strafen für jene, die nach wie vor
Tabakwaren an unter 16-Jährige verkaufen; auch dieses Geld könne für
Aufklärung und Therapie verwendet werden, so der Ärztechef.

"Wir haben noch einen sehr langen Weg vor uns. Die ÖÄK ist wie schon
in den vergangenen Jahren bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass
die Zahl der Raucher und die Zahl der Erkrankten nachhaltig sinken.
Nur brauchen wir dazu die volle Unterstützung der Politik",
appellierte Dorner abschließend an den Gesundheitsminister. (sl)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33-12
email: [email protected]

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