- 30.05.2012, 11:41:17
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Raunig 2: Im Vordergrund steht der Mensch
"Oft begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten jahrelang"
Wien (OTS) - Der neuen Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien,
Eva Raunig, ist es vor allem wichtig, dass der Hausarzt eine
Imageaufwertung erfährt. "Die Allgemeinmediziner sind die ersten
Ansprechpersonen für Patientinnen und Patienten. Oft begleiten wir
unsere Patientinnen und Patienten jahrelang, wir kennen ihre
Krankengeschichte, ihren familiären Hintergrund, ihre Lebensumstände
und können so die optimale Behandlung garantieren." Dieses
Vertrauensverhältnis gehöre gestärkt, "gerade in einer Großstadt".
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Der Hausarzt garantiere eine humanitäre Medizin, wo der Mensch,
der Patient, im Vordergrund stehe, und nicht die Ökonomie. In diesem
Sinne spricht sich Raunig zwar für die effiziente Einsetzung der
finanziellen Mittel aus, lehnt aber strikt jegliche
Rationierungsversuche am Rücken der Gesundheit der Patientinnen und
Patienten ab.
In den letzten Jahren sei die Rolle des Hausarztes durch von der
Politik zusätzlich aufoktroyierte unabgegoltene Aufgaben wie
beispielsweise die E-Card sowie das zeitaufwendige
Arzneimittelbewilligungssystem, eine nicht entsprechende Honorierung
und immer schlechter werdende Rahmenbedingungen in der Berufsausübung
von der Politik nicht gewürdigt worden. "Meine Aufgabe in den
nächsten fünf Jahren wird es sein, dies wieder ins rechte Licht zu
rücken und auch den Anreiz dafür zu schaffen, dass uns die
Allgemeinmediziner in Wien nicht abhandenkommen", erklärte die neue
Vizepräsidentin.
"Auch die Tatsache, dass immer mehr Frauen den ärztlichen Beruf
wählen, muss mehr Berücksichtigung im medizinischen Arbeitsumfeld
finden", setzt sich Raunig einen nächsten Arbeitsschwerpunkt für die
kommenden fünf Jahre. Frauen hätten eine andere Vorstellung von einer
optimalen Work-Life-Balance als Männer, hinzu komme noch die
oftmalige Doppelbelastung durch Schwangerschaft oder die Betreuung
der Kinder oder anderer Familienangehöriger.
Schwerpunkt: Prävention und Vorsorge
Die Zahl der zivilisationsbedingten Krankheiten nimmt bedenklich
zu. Davon betroffen sind vor allem Diabetes, Adipositas,
Bluthochdruck, Gehör- und Sehschäden sowie die Überbelastung der
Wirbelsäule und Gelenke/Knorpel.
Neben der Positionierung des Hausarztes als Gatekeeper im
Gesundheitssystem und der Fokussierung auf die Anliegen der
weiblichen Ärzte legt die Vizepräsidentin daher einen weiteren
Schwerpunkt auf die Prävention und Vorsorge. Sie bezieht sich dabei
auf Untersuchungen des Instituts für medizinische und
sportwissenschaftliche Beratung - Olympiazentrum Südstadt, die
bestätigt hätten, was auch die Ärztekammer immer wieder aufgezeigt
hat: Österreichs Jugend ernährt sich schlecht, bewegt sich zu wenig,
ist übergewichtig bis fettleibig und in zunehmendem Ausmaß alkohol-
und nikotinabhängig.
Das Aufzeigen von Fakten und Daten alleine bringe aber in einer
überkommunizierenden und überkommerzialisierten Gesellschaft nichts.
Raunig: "Man muss emotionalisieren und mit einer breiten Kampagne
Bewusstsein schaffen - in der Sprache der Jugendlichen und vielleicht
auch mit drastischen Mitteln." Parallel dazu müssten präventive und
pädagogische Maßnahmen, wie von der Ärztekammer seit Jahren
gefordert, eingesetzt werden.
Die Vizepräsidentin fordert hier die verpflichtende Gesundheits-
und Ernährungskunde sowie Kochunterricht an den Ganztagsschulen,
verpflichtende tägliche Turnstunden für alle, präzise Vorschreibungen
für die Schulverpflegung bis hin zur Mensa, einen adäquaten Einsatz
der Schulärzte sowie Rauchfreiheit in allen Lokalen. (hpp)
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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