- 30.05.2012, 10:20:32
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Bianca Jagger zurück von ihrer Mission aus dem Amazonasgebiet
Der Belo Monte Megastaudamm - eine Menschrechts- und Umweltkatastrophe
Wien (OTS) - "Ich bereite mich gerade auf meine Reise zur
Rio+20-Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung
vor", sagte Bianca Jagger heute auf einer Pressekonferenz mit dem WWF
und der Dreikönigsaktion in Wien. Ohne dass viele Teilnehmer des
UN-Erdgipfels Rio+20 das wissen, startete die brasilianische
Regierung 3.000 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro ein
zerstörerisches Projekt: Eine Serie von Staudämmen mitten im Amazonas
Regenwald. Sollte der Belo Monte Staudamm wirklich gebaut werden,
werden 80 Prozent des Xingu-Flusses abgeleitet und mehr als 500
Quadratkilometer Amazonas-Regenwald überflutet. Mit einer Kapazität
von rund elf Gigawatt wird Belo Monte zum drittgrößten Staudamm der
Welt. Die Kosten belaufen sich auf rund 18 Milliarden US-Dollar.
20.000 Menschen müssten umgesiedelt werden. Meine Position zu Belo
Monte ist klar: "Diese Staudämme stehen nicht für nachhaltige
Entwicklung. Kein Zweck kann diese Folgen rechtfertigen, denn
unvorstellbares menschliches Leid und eine Umweltkatastrophe ist
vorprogrammiert."
Das österreichische Unternehmen Andritz AG ist mit einer Summe von
330 Millionen Euro am 900 Millionen-Euro-Deal zwischen einem
europäischen Konsortium und der Norta Energia (dass für den Bau des
Belo Monte verantwortliche Unternehmen) beteiligt. Das Geschäft ist
der größte Hydro-Deal in der Andritz Geschichte. Andritz beteiligte
sich schon in der Vergangenheit an menschenrechtsverachtenden
Projekten. Andritz ist das letzte beteiligte europäische Unternehmen
am umstrittenen Ilisu-Staudamm und ebenso Partner beim Bau der "Bell
Bay" Zellstofffabrik in Tasmanien, wo 200.000 Hektar Wald gerodet
werden.
"Im April 2012 besuchte ich Brasilien auf einer
"Fact-Finding-Mission" um die Auswirkungen dieser Staudämme auf die
lokale Bevölkerung und die Umwelt mit eigenen Augen zu erfahren.
Während meines Besuchs erzählte Bischof Dr. Erwin Kräutler von einem
brasilianischen Spruch: "só para inglês ver". Das bedeutet so viel
wie "for the English to see". Dieser Spruch entstand zu Zeiten des
Sklavenhandels. Kräutler sagte auch: "Sie nennen es ein grünes
Projekt. Was ist an Belo Monte grün? Es wird nur grün wenn sie den
Staudamm grün anstreichen. Es war hier einmal grün. Der Wald war
grün". Ich kann seine Gefühle nur teilen. Ich fordere ein verändertes
Entwicklungsparadigma. Regierungen und Unternehmen müssen aufhören
den Profit über die Menschen zu stellen. Wir müssen sie für den
angerichteten Schaden zur Verantwortung ziehen: Sowohl an
menschlichem Leben als auch an der Umwelt", so Bianca Jagger.
Wir müssen die Menschen am Rio-Xingu, die so lange für ihre Heimat
gekämpft haben, unterstützen. "Ich appelliere an Präsidentin Dilma
Rousseff den Belo Monte Staudamm zu verhindern. Sie kann die Menschen
und Wälder des Xingu vor der Vernichtung retten. Sie kann den
Amazonas für künftige Generationen sichern. Jetzt ist die Zeit für
Präsidentin Rousseff zu handeln um diese Menschenrechts- und
Umweltkatastrophe aufzuhalten, bevor es zu spät ist!"
Der WWF arbeitet seit Jahren gegen das Kraftwerk Belo Monte und
setzte sich mit vielen anderen Organisationen gegen eine Beteiligung
der Andritz AG am Belo Monte Staudamm ein. "Wir appellieren an die
Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Leitner. Die Andritz
AG muss sich aus dem Zerstörungsprojekt am Amazonas zurückziehen",
fordert WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.
Hunderte Organisationen und auch der austro-brasilianische Bischof
und alternative Nobelpreisträger Erwin Kräutler setzt sich gegen den
Dammbau ein. "Wir fordern die Andritz AG und die brasilianische
Regierung auf, die grüne Lunge unserer Erde nicht weiter zu
zerstören. Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes ist ein Verbrechen
gegen die gesamte Menschheit", sagte Anna Hirtenfelder von der
Dreikönigsaktion.
Bianca Jagger setzt sich seit 30 Jahren weltweit für Menschenrechte
und den Schutz der Umwelt ein. Sie ist Gründerin der Bianca Jagger
Menschenrechtsstiftung, Botschafter des Council of Europe und
Trägerin zahlreicher internationaler Auszeichnungen. 2004 erhielt sie
den Alternativen Nobelpreis für ihre Verdienste im Kampf um
Menschenrechte, die Rechte indigener Völker, für ihren Einsatz gegen
Krieg und die weltweite Abschaffung der Todesstrafe.
Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: [email protected]. Die Biografie von Bianca Jagger, Fotos sowie mehrere Factsheets finden sich zum Download auf www.wwf.at/presse.
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