• 25.05.2012, 12:00:20
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Europäischer Milchhandelsverband tagt in Wien

Berlakovich: Österreich setzt auf höchste Milchqualität und Gentechnikfreiheit

Wien (OTS) - Der europäische Milchhandelsverband "Eucolait" hält
diese Woche von Donnerstag bis Freitag in Wien seine
Generalversammlung ab. Im Rahmen dieser Veranstaltung, an der etwa
200 Branchenexperten teilnehmen, findet heute eine ganztägige
Fachkonferenz statt, die am Vormittag von Bundesminister Nikolaus
Berlakovich eröffnet wurde und sich mit der aktuellen Entwicklung der
internationalen Märkte für Milchprodukte befasste. Berlakovich wies
in seiner Rede vor den internationalen Branchenexperten darauf hin,
dass "die österreichische Michwirtschaft schon seit Jahren im
Spannungsfeld von sich verändernden politischen Rahmenbedingen einen
erfolgreichen Weg beschreitet". Weiters betonte der Minister, dass
die Genossenschaften und Erzeugerorganisationen in der künftigen -
von volatilen Preisen geprägten - Marktsituation eine große Rolle
spielen werden.

"Die gesamte österreichische Milchproduktion ist gentechnikfrei
und mit über 15% der Anlieferung hat unser Land in der Europäischen
Union den höchsten Biomilchanteil. Die heimische Milchwirtschaft
setzt auf Qualität und Diversifizierung, sie ist zum Beispiel mit
Heumilch-Produkten sehr erfolgreich", berichtete Berlakovich. Die
Außenhandelsbilanz im Milchbereich sei seit Jahren positiv.

Genossenschaften und Erzeugerorganisationen gewinnen an
Bedeutung

"In einer Zeit volatiler Preise gewinnen die Genossenschaften noch
mehr an Bedeutung. Die Zusammenarbeit der Milchbauern in den
Genossenschaften bringt die besten Voraussetzungen für das Erreichen
gemeinsamer Ziele und vor allem eine höhere Wertschöpfung", zeigte
sich der Minister überzeugt. Die Bildung von Erzeugerorganisationen
und Branchenverbänden werde mit dem EU-Milchpaket ermöglicht und
unterstützt. Damit könne die Verhandlungsmacht der Erzeuger gestärkt
und die Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette Milch
verbessert werden. "Auf europäischer Ebene gibt es dazu auch das
Hochrangige Forum zur Verbesserung der Funktionsweise der
Lebensmittelkette. Eine angemessene Verteilung der Wertschöpfung und
die Erhöhung von Transparenz und faire Vertragspraktiken sind dabei
zentrale Themen. Dem Handel kommt eine wichtige Aufgabe als
Kommunikator gegenüber den Konsumenten zu", unterstrich Berlakovich.

Heimische Molkereien stark exportorientiert

Der europäische Milchhandelsverband "Eucolait" vertritt die
Interessen der Käufer, Importeure und Exporteure von
Molkereiprodukten in den EU-Mitgliedsländern und fungiert auch als
wichtige Informationsdrehscheibe. Präsident des Verbandes ist der
Belgier Jack F. Baines. Die Alpenrepublik ist bei Eucolait durch die
Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) vertreten, deren
Präsident Helmut Petschar heute bei der Konferenz die Besonderheiten
der heimischen Milchwirtschaft darstellte. Petschar verwies auf die
kleinbäuerlichen Strukturen und auf den hohen Anteil von Milch, die
in den Berg- und benachteiligten Gebieten erzeugt wird. Ebenso
berichtete er über die strategische Ausrichtung der österreichischen
Milchverarbeiter, "die nicht Massenware erzeugen, sondern sich mit
speziellen Qualitätsprodukten und der gentechnikfreien Erzeugung
sowie mit der Einhaltung höchster Umwelt- und Tierschutzstandards von
den Mitbewerbern abheben".

"Der europäische beziehungsweise internationale Milchmarkt ist für
die österreichischen Molkereien insofern von großer Bedeutung, weil
mittlerweile bereits 44% der heimischen Milcherzeugnisse exportiert
und die Auslandsmärkte auch aufgrund der steigenden Anlieferung noch
wichtiger werden. Unsere Milchverarbeiter punkten im Export vermehrt
mit Fertigprodukten, die eine hohe Wertschöpfung aufweisen. Die
wichtigsten Auslandsmärkte sind weiterhin Deutschland und Italien",
informierte Petschar.

"Der weltweite Milchmarkt ist in den letzten Jahren deutlich
gewachsen, davon haben auch die europäischen und österreichischen
Molkereien profitiert. Die derzeit sehr differenzierte Entwicklung
auf den Märkten zeigt dennoch einen mittelfristig positiven
Entwicklungstrend auf", berichtete Petschar. Die aktuelle Situation
am Markt sei zwar durch die hohe Anlieferung angespannt, auf der
anderen Seite nehme aber der globale Milchverbrauch insbesondere in
den Schwellenländern spürbar zu, so der VÖM-Präsident. Außerdem
dürften die täglichen Liefermengen - dem saisonalen Trend folgend -
bald wieder zurückgehen, dann sollte auch der Preisdruck nachlassen.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
mailto: [email protected]
www.aiz.info

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