- 22.05.2012, 11:43:46
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LHStv. Scheuch und LR Ragger: Das Ende der Ausgrenzung von behinderten Kindern
Regierungsfahrplan für Umstieg auf inklusives Schulsystem vorgelegt
Klagenfurt (OTS/LPD) - "Wir können nicht ein Konzept weiterführen,
das der UN-Behindertenrechtskonvention widerspricht. Dieses verbietet
uns, Menschen mit Behinderung in großen Zentren zusammenzufassen und
sie damit zu separieren. Wir haben den Auftrag, eine möglichst
wohnortnahe Ausbildung und Versorgung ohne Trennung von anderen
Kindern sicherzustellen." Mit diesen Worten legten am Dienstag
Schulreferent LHStv. Uwe Scheuch und Sozialreferent LR Christian
Ragger den mehrjährigen Fahrplan für die Einführung eines inklusiven
Bildungs- und Betreuungssystems vor.
Seine Schwerpunkte sind: Eine Redimensionierung des heutigen
sozialpädagogischen Zentrums (bfz - Gutenberg-Schule samt Internat)
in Klagenfurt. Heute werden hier 63 beeinträchtigte Kinder getrennt
von anderen unterrichtet und 18 vollstationär in einem Internat
betreut. Das Projekt "InkIusion" sieht in Zukunft ein Internat für 24
vor, die dann in einer Klagenfurter Schule integriert werden sollen.
Während dieser Übergangsphase bleibt die SFS Gutenberg Schule
erhalten, auch über 2014 hinaus. Die anderen Kinder werden in einer
geeigneten Schule in ihrem Heimatbezirk unterrichtet. Für sie wird es
hier auch eine Nachmittagsbetreuung sowie notwendige Therapien geben.
"Diese Systemänderung bedeutet auch, dass der ursprüngliche Plan,
das bfz um über zehn Millionen Euro zu sanieren, fallen gelassen
wird", erklärt Ragger. Der beabsichtigte Neubau für 24 Kinder koste
weit weniger und der Großteil dieses Geldes könne für das neue
Konzept Inklusion aufgewendet werden. "Wir investieren lieber in
Pädagogen und Therapeuten als in ein Gebäude", betont Ragger.
Scheuch und Ragger weisen darauf hin, dass es noch nie eine so
intensive Zusammenarbeit zwischen beiden Referaten gegeben habe wie
bei diesem Thema. Der Standort des BFZ stehe dabei nicht zur
Diskussion, lediglich eine Anpassung des nicht mehr zeitgemäßen
Gebäudes werde durchgeführt.
Alle Kinder sollten möglichst nahe an ihrem Wohnort eine
Ausbildung absolvieren. Statt einem großen sozialpädagogischen
Zentrum in Klagenfurt werde es mehrere Inklusionszentren an Schul-
und Hortstandorten in allen Bezirken geben. Die Umsetzung der
regionalen Inklusionszentren wird systemisch und über mehrere Jahre
geplant. Der Start erfolgt im kommenden Schuljahr im Bezirk
Völkermarkt. An einer Volks- und an einer Hauptschule wird je eine
Kleinklasse für fünf bis sieben Kinder eingerichtet. Die Erfahrungen
bei diesem Pilotmodell werden mit der Fachhochschule ausgewertet und
bei der Umsetzung in den übrigen Bezirken berücksichtigt. An jedem
Standort gelten laut Scheuch und Ragger folgende Prinzipien:
- Wohnortnahe Versorgung (keine langen Anfahrten, etc.)
- Kleinklassen für 5-7 Kinder
- Doppelbesetzung im Unterricht (Klassenlehrer und Sonderpädagogen
als Zusatzpersonal)
- Gleiche Rahmenbedingungen für die Nachmittagsbetreuung
(Kleingruppen und Doppelbesetzung)
- Installierung eines mobilen therapeutischen Dienstes (Es fahren
nicht mehr die Kinder zu den Therapeuten und Fachkräften des bfz,
sondern die Fachkräfte zu den Kindern)
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at
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