- 22.05.2012, 09:31:08
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KONSUMENT: Nanosilber - Kleine Teilchen, großes Risiko
Die gesundheitlichen Risiken von Nanosilber sind noch nicht abschätzbar - dennoch findet es im Alltag zunehmend Verwendung
Wien (OTS/VKI) - Nanosilber findet sich mittlerweile in Tapeten,
Putzlappen, Frischhaltefolien, Kosmetika, Sportkleidung,
Computertastaturen und in Kühlschränken. Es soll der Bekämpfung von
Bakterien dienen. Derzeit ist aber noch nicht hinreichend erforscht,
inwieweit die Verwendung von Nanosilber in Alltagsprodukten
gesundheitliche Risiken birgt. So ist nicht ausgeschlossen, dass der
übermäßige, unkontrollierte und niedrig dosierte Einsatz von
Nanosilber nicht zu Resistenzbildung führt. Eine Kennzeichnung von
Produkten, die Nanosilber verwenden, ist ab September 2013
vorgeschrieben. Diese ist allerdings lückenhaft. Weitere
Informationen zum Thema gibt es auf www.konsument.at und ab dem 24.5.
im Juni-KONSUMENT.
Unklare gesundheitliche Risiken
Der Einsatz von Silber zur Bakterienbekämpfung hat seit dem
Altertum Tradition. Eine jüngere Entwicklung ist Nanosilber, eine
neue Chemikalie, in der Silber in winzigsten Teilchen vorliegt.
Nanosilber ist reaktiver als herkömmliche Silberverbindungen und wird
auch in der Medizin genutzt. "Der Einsatz von antibakteriellen
Produkten im Alltag ist mehr als fragwürdig. Nicht alle Bakterien
sind auch Krankheitskeime. Eine großflächige und niedrig dosierte
Anwendung von antibakteriellen Zusätzen kann die Entstehung von
resistenten Bakterien fördern und Allergien beim Menschen
hervorrufen. Ebenso ist die Umwelt potenziell gefährdet", warnt Dr.
Susanne Stark, Expertin für Nanotechnologie beim Verein für
Konsumenteninformation (VKI). "Noch nicht hinreichend erforscht ist
auch, inwieweit Nanosilber über das Lungengewebe, die Hautoberfläche
oder bei der Verdauung aufgenommen wird, wie es sich im Körper
verteilt und ob es die Blut-Hirn- bzw. die Blut-Plazenta-Schranke
überwinden kann."
Zulassungspflicht gefordert
Ob ein Produkt Nanosilber enthält oder nicht, ist aufgrund einer
fehlenden Deklarationspflicht nur schwer nachvollziehbar. Die
Herstellerinformationen sind mit Vorsicht zu genießen, da
erfahrungsgemäß einige Hersteller Nanosilber einsetzen, ohne darauf
zu verweisen und umgekehrt. Zwar muss Nanosilber ab 2013 deklariert
werden, allerdings nur unter bestimm-ten Bedingungen - etwa sobald
ein Produkt damit beworben wird. "Diese Regelung ist nicht
ausreichend. Vielmehr sollte die Anwendung von Nanosilber oder
anderen antibakteriellen Zusätzen bei Produkten immer einer
Zulassungspflicht unterliegen. Eine Genehmigung sollte auch nur in
Zusammenhang mit einer konkreten medizinischen Anwendung erteilt
werden, wie etwa bei Diabetes, Neurodermitis oder der
Wundversorgung", so Stark.
Wo Nanosilber drinsteckt
Hinweise, dass ein Produkt Nanosilber enthält, sind Begriffe wie
kolloidales Silber, Nano-Batist, Nano-Silber, Nano-Silver,
Nano-Silberpartikel oder Nanopartikeltechnologie. Hinweise auf einen
wahrscheinlichen Einsatz geben Begriffe wie: Activecare,
antibakteriell, Microbes Stop, Mikrosilber, Nanoperl, SilberAktiv,
Silberionen, Silbertechnologie, Silcryst und Silver.
Weitere Infos zum Thema gibt es auf www.konsument.at und im
Juni-KONSUMENT.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
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