- 21.05.2012, 13:57:59
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Neue Perspektiven für das digitale Fernsehen in Österreich
Expertentagung der RTR-GmbH skizziert Zukunft des TV-Empfangs
Wien (OTS) - Das digitale Antennenfernsehen soll zukünftig bis zu
40 TV-Programme, zum Teil auch in HD-Auflösung, bieten. Das analoge
Kabelfernsehen ist dagegen ein Auslaufmodell und steuert auf eine
Abschaltung zu. Dies sind Aussichten für die nahe Zukunft des
Fernsehens in Österreich, die am Vormittag im Rahmen einer von der
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) veranstalteten
Expertentagung unter dem Titel "Weiterentwicklung und Perspektiven
für das digitale Fernsehen in Österreich" in der Wiener Urania
gezeichnet wurden. Die Veranstaltung fand im Rahmen des aus dem
EU-Strukturfonds geförderten Fernsehentwicklungsprojekts "South East
Europe Digi TV" (SEE Digi.TV) statt, an dem neben der RTR-GmbH
weitere 13 Organisationen aus zehn südosteuropäischen Ländern
beteiligt sind.
"Mehr als 80 % der österreichischen TV-Haushalte empfangen heute
digitales Fernsehen", skizzierte Dr. Alfred Grinschgl,
Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der RTR-GmbH, die aktuelle
Situation in Österreich. "Allein das Kabelfernsehen wird noch von
etwa der Hälfte der Kabelkunden primär analog genutzt, doch die
Digitalisierung verläuft auch hier seit rund vier Jahren sehr
dynamisch", so Grinschgl.
Ein analoges Abschaltszenario für das analoge Kabelfernsehen stellte
Mag. Günther Singer, Geschäftsführer des zweitgrößten
Kabelnetzbetreibers Liwest, dar. "Wenn ein akkordiertes Vorgehen von
Gesetzgeber, Regulierungsbehörde und Kabelnetzbetreiber zu erreichen
ist, begleitet von einer guten Kommunikation und
Unterstützungsmaßnahmen für die Konsumenten, dann wäre ein Ausstieg
aus dem analogen Kabelfernsehen in drei bis fünf Jahren vorstellbar",
so Singer.
Als erfolgsversprechendes Alternativmodell für die Konsumenten
beschrieb Mag. Michael Wagenhofer, Geschäftsführer des
Sendernetzbetreibers ORS comm, das digitale Antennenfernsehen der
Zukunft auf Basis des Übertragungsstandards DVB-T2. Derzeit werde
DVB-T nur von ca. 7 % der TV-Haushalte genutzt. "Mit DVB-T2 können
wir bis zu 40 TV-Programme, auch in HD-Auflösung, anbieten. Überall
dort in Europa, wo das digitale Antennenfernsehen eine zeitgemäße
Programmmvielfalt bietet, ist es auch erfolgreich", so Wagenhofer.
"Heute können wir jedoch bundesweit nur acht Programme über Antenne
anbieten." Die ORS comm hat an einer Ausschreibung der KommAustria
für den Aufbau von DVB-T2 teilgenommen und will auch zahlreiche
deutsche Programme ausstrahlen. Eine Entscheidung der
Regulierungsbehörde wird für den Sommer erwartet.
Im Zuge der Digitalisierung des Antennenfernsehens wurde
TV-Frequenzspektrum frei. Teile davon wurden dem Mobilfunk als so
genannte Digitale Dividende gewidmet. Die Mobilfunkbetreiber drängen
jedoch auf eine "Digitale Dividende 2". Laut DI Franz Ziegelwanger,
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, habe die
Bundesregierung dazu 2010 eine ablehnende Haltung eingenommen, an der
sich nichts geändert habe.
Rückfragehinweis:
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH
Andreas Kunigk
Tel.: +43 (0)1 58058-168
mailto:[email protected]
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