Neues Volksblatt: "Tetschn" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 16. Mai 2012

Linz (OTS) - Mit seiner öffentlich vorgetragenen Meinung, "a klane Tetschn" für renitente Schüler sei durchaus sinnvoll und gut, hat der Kärntner FPK-Obmann Uwe Scheuch am Watschenbaum gerüttelt. Die Kritik kam prompt, heftig und zahlreich.
Scheuch hat sich darauf von Gewalt gegen Schüler distanziert; offen blieb in dieser "Klarstellung" allerdings, ob "a klane Tetschn" vom Kärntner Bildungsreferenten als Gewalt einstuft wird.
Wie dem auch sei. Das Schlimme an solchen Wortmeldungen ist nicht nur die Einstellung zu Schule, Kindern und Erziehung insgesamt, das Schlimme ist auch, dass eine an sich notwendige Debatte darüber, welche Instrumente man den Lehrern in die Hand geben soll, um für Ordnung in der Klasse zu sorgen, belastet und erschwert wird.
Die Debatte ist ja nicht neu. Mitte der 1990-er-Jahre hat der Christliche Lehrerverein in Oberösterreich unter dem Motto "Erziehen heißt eingreifen" pädagogische Interventionsmöglichkeiten - Tetschn ausdrücklich ausgenommen! - verlangt. Die Reaktion -"Rohrstock-Pädagogik" - war zu erwarten. Doch mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ermahnen und gut zureden zu wenig ist. Jetzt redet man wenigstens darüber. Und dann kommt Uwe und würgt die Debatte wieder ab. Eigentlich gehört ihm a Tetschn, oba ka klane!

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