- 15.05.2012, 11:07:14
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GBV-Verbandstag - Wurm: Gemeinnütziger Wohnbau ist Investition in menschlichere Zukunft
GBV-Regelwerk an Herausforderungen anpassen
Wien (OTS) - Der diesjährige Verbandstag der Gemeinnützigen
Wohnungswirtschaft in Salzburg am 9./10. Mai stand ganz im Zeichen
der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen
und deren Auswirkungen auf den Wohnbau. "Gegenwärtig sehen sich die
Gemeinnützigen mit einer ganzen Palette an Herausforderungen
konfrontiert", erklärte Karl Wurm, Obmann des Österreichischen
Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV), in seiner Ansprache.
Als Folge der Budgetkonsolidierung ist es in den
Wohnbauförderungsbudgets der Länder z.T. zu erheblichen Kürzungen der
Neubauförderungszusicherungen gekommen. "Sanierung frisst Neubau",
brachte GBV-Aufsichtsratsvorsitzender, Klaus Lugger, die Umschichtung
in der Wohnbauförderung in seinem Bericht auf den Punkt und verwies
darauf, dass dies zulasten künftiger Wohnungssuchenden geht.
Dem Rückgang der Neubaufördermittel steht, argumentierte
Verbandsobmann Wurm, eine hohe Nachfrage nach erschwinglichen
Mietwohnungen gegenüber. Hinzu kommen die die Grenzen der
Finanzierbarkeit erreichenden Ausgaben im Instandhaltungs- und
Neubausektor durch einen stetig größer werdenden Rucksack von
Anforderungen und Aufgaben. Nicht zu vergessen die steigenden
Grundstückspreise, die für die Bauvereinigungen zunehmend zu einer
Quelle der finanziellen Belastung werden. Gleichzeitig, so Wurm,
sehen sich die GBV mit erheblich verschärften
Kreditvergabebedingungen des Bankenapparats konfrontiert, was sich
nicht nur in höheren Mietkosten niederschlägt, sondern auch in der
für die gemeinnützige Gestionierung höchst relevanten Frage der
Verrechenbarkeit kürzerer Darlehenslaufzeiten.
Vor dem Hintergrund dieser krisenbedingten Veränderungen ist eine
Verringerung der Staatsverschuldung wichtig, stellte der GBV-Obmann
klar, gleichzeitig müssen aber auch wachstumsfördernde Investitionen
zur wirtschaftlichen Erholung auf den Weg gebracht werden. Ein
solcher Sektor, in dem sich investive Maßnahmen besonders lohnen, ist
der Wohnbau. Damit dieser seine hohen volkswirtschaftlichen
Multiplikatoreffekte "ausspielen" kann, braucht es, so Wurm, neben
einer bedarfsgerechten Dotierung der Wohnbauförderungsbudgets und
zusätzlicher Finanzierungsquellen durch Pensionskassengelder vor
allem auch eine flexiblere gesetzliche Operationsgrundlage der
Gemeinnützigen, die ein rascheres Reagieren auf die veränderten
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ermöglicht und eine Stärkung der
Selbstfinanzierungskraft der GBV zulässt.
"Eine Anpassung des GBV-Regelwerkes an die gegenwärtigen
Herausforderungen ist unablässig", strich Obmann Wurm hervor. Nur mit
gesicherten Finanzierungsmitteln und einer größtmöglichen
gesetzlichen Flexibilität können die Gemeinnützigen die in sie
gesetzten hohen Erwartungen einer stabilen Neubauleistung,
verlässlichen Bestandsbewirtschaftung und hohen Sanierungsrate auch
weiterhin gerecht werden und ihre volkswirtschaftlich bedeutsame
Rolle als wohnungswirtschaftlicher Stabilitätsfaktor und
Konjunkturlokomotive im gewohnten Ausmaß zur Geltung bringen.
Um dieser Erwartungshaltung auch künftig entsprechen zu können,
wird eine immer dickere Eigenkapitaldecke der Wohnungsunternehmen
immer notwendiger, hielt GBV-Aufsichtsratsvorsitzender Lugger fest
und hob dabei den verstärkten Eigenmitteleinsatz der Gemeinnützigen
etwa zur Glättung von Annuitätensprüngen der Wohnbauförderungen
hervor. Für die Stärkung des GBV-Eigenkapitalausstattung ist ein
Nachjustieren des Rahmens des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes
erforderlich, argumentierte Lugger. Flankierend dazu empfiehlt sich
die Fokussierung auf die der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft
inhärenten Leistungskraft durch die sozial gestionierende
Managementfähigkeit und dem gut ausgebildeten Personal der GBV, um
dadurch, so Lugger, den gemeinnützigen Kapitalstock aus eigener Kraft
zu einem immer stärker revolvierenden Finanzierungssystem zu
optimieren.
Wurm: "Die Krise hat die nachhaltige Stabilität des
Wohnungsgemeinnützigkeitssystems und dessen Bauträger klar zum
Vorschein gebracht. Eine Stabilität, die sich auf den über 540.000
preisgünstigen, qualitätvollen und generationenübergreifend immer
wieder zur Verfügung stehenden Mietwohnungen stützt. Dieses Gut gilt
es zu verteidigen." Die Gemeinnützigen sind mit ihrem hohen
Mietwohnungsbestand aber nicht nur ein wohnungswirtschaftlicher
Machtfaktor, ihr auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtetes
Geschäftsmodell ist auch ein "exzellentes Beispiel für ein neues
Wirtschaften, eines neuen Kapitalismus im Interesse der Menschen". So
sehr der Wohnbau daher eine Investition in die Zukunft darstellt,
schloss der GBV-Obmann seine Rede, so sehr ist der gemeinnützige
Wohnbau eine Investition in eine menschlichere Zukunft.
Rückfragehinweis:
Mag. Karl Wurm
GEWOG/Neue Heimat
Tel.: 01/401 09-12
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