GBV-Verbandstag - Wurm: Gemeinnütziger Wohnbau ist Investition in menschlichere Zukunft

GBV-Regelwerk an Herausforderungen anpassen

Wien (OTS) - Der diesjährige Verbandstag der Gemeinnützigen Wohnungswirtschaft in Salzburg am 9./10. Mai stand ganz im Zeichen der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Wohnbau. "Gegenwärtig sehen sich die Gemeinnützigen mit einer ganzen Palette an Herausforderungen konfrontiert", erklärte Karl Wurm, Obmann des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV), in seiner Ansprache. Als Folge der Budgetkonsolidierung ist es in den Wohnbauförderungsbudgets der Länder z.T. zu erheblichen Kürzungen der Neubauförderungszusicherungen gekommen. "Sanierung frisst Neubau", brachte GBV-Aufsichtsratsvorsitzender, Klaus Lugger, die Umschichtung in der Wohnbauförderung in seinem Bericht auf den Punkt und verwies darauf, dass dies zulasten künftiger Wohnungssuchenden geht.

Dem Rückgang der Neubaufördermittel steht, argumentierte Verbandsobmann Wurm, eine hohe Nachfrage nach erschwinglichen Mietwohnungen gegenüber. Hinzu kommen die die Grenzen der Finanzierbarkeit erreichenden Ausgaben im Instandhaltungs- und Neubausektor durch einen stetig größer werdenden Rucksack von Anforderungen und Aufgaben. Nicht zu vergessen die steigenden Grundstückspreise, die für die Bauvereinigungen zunehmend zu einer Quelle der finanziellen Belastung werden. Gleichzeitig, so Wurm, sehen sich die GBV mit erheblich verschärften Kreditvergabebedingungen des Bankenapparats konfrontiert, was sich nicht nur in höheren Mietkosten niederschlägt, sondern auch in der für die gemeinnützige Gestionierung höchst relevanten Frage der Verrechenbarkeit kürzerer Darlehenslaufzeiten.

Vor dem Hintergrund dieser krisenbedingten Veränderungen ist eine Verringerung der Staatsverschuldung wichtig, stellte der GBV-Obmann klar, gleichzeitig müssen aber auch wachstumsfördernde Investitionen zur wirtschaftlichen Erholung auf den Weg gebracht werden. Ein solcher Sektor, in dem sich investive Maßnahmen besonders lohnen, ist der Wohnbau. Damit dieser seine hohen volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekte "ausspielen" kann, braucht es, so Wurm, neben einer bedarfsgerechten Dotierung der Wohnbauförderungsbudgets und zusätzlicher Finanzierungsquellen durch Pensionskassengelder vor allem auch eine flexiblere gesetzliche Operationsgrundlage der Gemeinnützigen, die ein rascheres Reagieren auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ermöglicht und eine Stärkung der Selbstfinanzierungskraft der GBV zulässt.

"Eine Anpassung des GBV-Regelwerkes an die gegenwärtigen Herausforderungen ist unablässig", strich Obmann Wurm hervor. Nur mit gesicherten Finanzierungsmitteln und einer größtmöglichen gesetzlichen Flexibilität können die Gemeinnützigen die in sie gesetzten hohen Erwartungen einer stabilen Neubauleistung, verlässlichen Bestandsbewirtschaftung und hohen Sanierungsrate auch weiterhin gerecht werden und ihre volkswirtschaftlich bedeutsame Rolle als wohnungswirtschaftlicher Stabilitätsfaktor und Konjunkturlokomotive im gewohnten Ausmaß zur Geltung bringen.

Um dieser Erwartungshaltung auch künftig entsprechen zu können, wird eine immer dickere Eigenkapitaldecke der Wohnungsunternehmen immer notwendiger, hielt GBV-Aufsichtsratsvorsitzender Lugger fest und hob dabei den verstärkten Eigenmitteleinsatz der Gemeinnützigen etwa zur Glättung von Annuitätensprüngen der Wohnbauförderungen hervor. Für die Stärkung des GBV-Eigenkapitalausstattung ist ein Nachjustieren des Rahmens des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes erforderlich, argumentierte Lugger. Flankierend dazu empfiehlt sich die Fokussierung auf die der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft inhärenten Leistungskraft durch die sozial gestionierende Managementfähigkeit und dem gut ausgebildeten Personal der GBV, um dadurch, so Lugger, den gemeinnützigen Kapitalstock aus eigener Kraft zu einem immer stärker revolvierenden Finanzierungssystem zu optimieren.

Wurm: "Die Krise hat die nachhaltige Stabilität des Wohnungsgemeinnützigkeitssystems und dessen Bauträger klar zum Vorschein gebracht. Eine Stabilität, die sich auf den über 540.000 preisgünstigen, qualitätvollen und generationenübergreifend immer wieder zur Verfügung stehenden Mietwohnungen stützt. Dieses Gut gilt es zu verteidigen." Die Gemeinnützigen sind mit ihrem hohen Mietwohnungsbestand aber nicht nur ein wohnungswirtschaftlicher Machtfaktor, ihr auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtetes Geschäftsmodell ist auch ein "exzellentes Beispiel für ein neues Wirtschaften, eines neuen Kapitalismus im Interesse der Menschen". So sehr der Wohnbau daher eine Investition in die Zukunft darstellt, schloss der GBV-Obmann seine Rede, so sehr ist der gemeinnützige Wohnbau eine Investition in eine menschlichere Zukunft.

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