- 11.05.2012, 10:05:26
- /
- OTS0075 OTW0075
Kriminalitätsentwicklung in Österreich: Tatort "Internet" steigt + ANHANG
BM.I-Schwerpunktaktion "Internetkriminalität" lässt Gesamtkriminalität leicht steigen
Wien (OTS) - Ein Vergleich der letzten zehn Jahre zeigt, dass es
zu einer Verschiebung der Deliktsbereiche kommt. Einerseits sind
konstante Zahlen beim Einbruchs- und Kfz-Diebstahl zu verzeichnen,
andererseits führen neue Deliktsbereiche wie die
Internetkriminalität, aber auch Gewaltdelikte zu einem leichten
Anstieg der Gesamtkriminalität um 2,2 Prozent im ersten Quartal 2012
gegenüber dem Vorjahresvergleich 2011. Der Anfang des Jahres 2012
aufgezeigte Trend setzt sich weiter fort. Dies bestätigt auch die
wissenschaftliche Analyse der Universität Wien.
Wurden im ersten Quartal 2003 noch rund 150.000 und im ersten Quartal
2008 136.800 Fälle angezeigt, so sind in den ersten drei Monaten
dieses Jahres exakt 133.082 Anzeigen bei der Polizei eingegangen. Im
Vergleich zum gleichen Zeitraum 2011 bedeutet das eine moderate
Steigerung um 2,2 Prozent.
Konstant hohe Aufklärungsquote
In Österreich konnten im ersten Quartal des Jahres 2012 55.815 Fälle
geklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt damit im 1. Quartal 2012
bei 41,94 Prozent, 1,5 Prozentpunkte unter dem höchsten Wert im
Vorjahresquartal, jedoch 3,1 Prozentpunkte über dem Vergleichsquartal
2010.
Konstanter Tiefstand beim Kfz-Diebstahl, geringer Zuwachs bei
Einbrüchen
Mit 877 Anzeigen im Bereich des Diebstahls von Kraftfahrzeugen bleibt
dieses Delikt seit drei Jahren konstant tief. Waren es im ersten
Quartal 2003 noch 1.359 und im Vergleichszeitraum 2008 noch 1.632
angezeigte Delikte so wurden in den ersten drei Monaten 2012 in
gesamt Österreich um 199 Kraftfahrzeuge weniger gestohlen als 2011.
Zum Vergleich: laut Statistik Austria wurden von Jänner bis März 2012
111.078 Kraftfahrzeuge neu zum Verkehr zugelassen. Somit waren mit
31. März 2012 insgesamt 6,2 Millionen Kraftfahrzeuge in Österreich
gemeldet.
Bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern ist langfristig
ein Rückgang (Jänner bis März 2003: 4.020 Anzeigen, Jänner bis März
2008: 5.346 Anzeigen), jedoch im Vergleich zum ersten Quartalen 2011
ein geringer Anstieg von 4.754 auf 4.903 Anzeigen im
Vergleichzeitraum 2012 festzustellen. Wohnungseinbrüche werden zu
fast 69 Prozent und Hauseinbrüche zu über 81 Prozent ausländischen
Tätergruppen, insbesondere aus Serbien, zugeschrieben.
IT-Kriminalität steigt um 79 Prozent
In den ersten drei Monaten des Jahres 2012 wurden in Österreich im
Bereich der gesamten IT-Kriminalität 1.926 Delikte zur Anzeige
gebracht, was einem 79-prozentigen Anstieg zum Vorjahresquartal
bedeutet (1. Quartal 2011: 1.077 Anzeigen). Einen Anstieg gibt es in
beinahe allen Delikten: so ist Phishing von 21 auf 92 und Hacking von
52 auf 107 Anzeigen im 1. Quartal 2012 angestiegen.
"Wir haben in den letzten zwölf Monaten die Bevölkerung verstärkt auf
die Internetkriminalität und ihre Gefahren sensibilisiert. Das sehen
wir jetzt klar an den Zahlen", so der Direktor des Bundeskriminalamts
General Franz Lang. "Die Betroffenen melden die durch diese
Deliktsformen entstandenen Schäden und erstatten Anzeige bei der
Polizei. Das sehen wir auch am enormen Andrang an die Servicestelle
([email protected]) im Bundeskriminalamt." Seit ihrer
Installierung Mitte Mai 2011 sind über 2.200 Meldungen eingegangen.
Das zeigt, dass dieses Thema unter den Fingernägeln der Menschen
brennt. "Mit der Errichtung des Cybercrime-Kompetenzzentrums, kurz
C4, und dem Europäischen Cybercrimezentrums bei Europol gehen wir in
die richtige Richtung."
Internetkriminalität bedeutet auch Wirtschaftskriminalität. Denn ein
Großteil der Straftaten entfällt auf Betrugsdelikte. Darunter
versteht man Betrügereien beim Anbieten von Waren und
Dienstleistungen über Kreditkartenbetrug bis hin zum
Identitätsdiebstahl. So gibt es Anstiege beim Warenbestellbetrug
(Anstieg von 549 auf 569 Anzeigen) und beim Betrug durch/mit
Kreditkarten (Anstieg von 176 auf 227 Anzeigen) und Mobiltelefonen
(Anstieg von 145 auf 280 Anzeigen).
Gewaltkriminalität - steigende Anzeigen, hohe Aufklärungsquote
Die Anzahl der Gewaltdelikte - sowohl bei vorsätzlicher Tötung und
Körperverletzung als auch bei Sittlichkeitsdelikten - nimmt zu (1.
Quartal 2011: 10.632, 1. Quartal 2012: 11.198 Anzeigen). Die hohe
Aufklärungsquote liegt über 80 Prozent. Zu rund 58 Prozent gab es
eine Beziehung zwischen Täter und Opfer. Bei den Opfern als auch bei
den Tätern handelt es sich bei über 70 Prozent um Inländer. "Wir als
Polizei werden meist erst eingeschalten, wenn es bereits zu einer
Eskalation gekommen ist", so General Lang. "Das darf aber nicht
länger unsere Strategie sein." Das Bundeskriminalamt setzt daher auf
ein ressort- und themenübergreifendes Projekt, auf das "Bündnis gegen
Gewalt", bei dem alle betroffenen Organisationen und Institutionen
miteinbezogen und gemeinsam präventive, nachhaltige Maßnahmen
erarbeitet werden. Detaillierte Informationen über das Projekt
"Bündnis gegen Gewalt" erhalten Sie direkt bei der
Koordinierungsstelle ([email protected]) oder im Internet
unter www.bundeskriminalamt.at.
Aktuell: Raubüberfälle in Österreich
Beim Deliktsfeld Raub (§142 StGB) gibt es Rückgänge zu verzeichnen:
waren im 1. Quartal 2009 noch 683 und 2011 635 Anzeigen zu
verzeichnen, so waren es im 1. Quartal 2012 606 Anzeigen. Beim
Deliktsfeld Schwerer Raub (§143 StGB) sind die Zahlen nach einem
Rückgang im 1. Quartal 2010 (274 Anzeigen) wieder leicht auf 317
Anzeigen angestiegen, jedoch noch immer unter dem Wert vom
Vergleichszeitraum 2009 (337 Anzeigen). Im Großraum Wien kam es
vermehrt zu schweren Raubüberfällen auf Banken und Schmuckhändler.
Bei den Tätern handelt es sich um die serbische Gruppierung, der so
genannten "Pink Panther", die in verschiedenster personeller
Zusammensetzung auftritt und arbeitet. Aber auch hier gibt es
aktuelle Erfolge: im März 2012 konnten sechs Fälle geklärt und
mehrere Täter festgenommen werden. Das Bundeskriminalamt arbeitet
hier sehr eng mit den Polizeieinheiten der Herkunftsländer der Täter
zusammen. Internationale Operationen insbesondere mit Serbien, aber
auch mit anderen europäischen Staaten sind bereits im Laufen bzw. im
Planungsstadium und werden unter anderem derzeit bei der in
Österreich stattfindenden internationalen Tagung zur Bekämpfung der
Raubkriminalität, an der insgesamt 60 Ermittler aus ganz Europa
teilnehmen, erarbeitet.
Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie über den Link "Anhänge zu dieser
Meldung" unter http://www.ots.at
Rückfragehinweis:
Bundeskriminalamt Mag. Silvia Strasser Pressesprecherin Tel: +43 (0) 1/24836-85004 Mobil: +43(0)664 26 40 713 mailto:[email protected] Mario Hejl, BSc Tel: +43 (0) 1/24836-85146 Mobil: +43 (0) 664/614 37 44 mailto: [email protected] www.bundeskriminalamt.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BUK






