- 11.05.2012, 09:40:56
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Mondsee: Greenpeace fordert nachhaltige Fischzucht und Fischerei in Europa
Österreich muss sich für Reduzierung der europäischen Fangflotte einsetzen
Mondsee/Wien (OTS) - Anlässlich der heute in Mondsee
stattfindenden EU-Aquakulturkonferenz ruft Greenpeace die Vertreter
der EU-Regierungen auf, sich sowohl für eine nachhaltige Fischzucht,
als auch gegen die Überfischung der Meere einzusetzen. Fünfzehn
Greenpeace-AktivistInnen empfingen die Konferenz-Teilnehmer am
Tagungsort Schloss Mondsee mit der Botschaft "Nachhaltigkeit: Europas
Zukunft für Fisch". Zwei AktivistInnen in Fischkostümen überreichten
EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki und Minister Nikolaus
Berlakovich die Greenpeace-Forderungen für eine nachhaltige
Fischereipolitik. Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms appelliert
vor allem an Binnenländer wie Österreich: "Eine nachhaltige
Aquakultur alleine wird die dramatische Überfischung der Meere nicht
stoppen können. So lange das größte Problem - die zu große
Fangkapazität der EU-Fischereiflotte - nicht bei der Wurzel gepackt
wird, werden sich Europas bedrohte Fischbestände nicht erholen
können."
Die Konferenz findet im Rahmen der Reform der europäischen
Fischereigesetzgebung statt, die bis Ende 2012 abgeschlossen werden
soll. Bisher hat die EU es nicht geschafft, die Ausbeutung und
Zerstörung der Meere zu verhindern: In Europa gelten neun von zehn
Speisefischbeständen als überfischt. Rücksichtslos gehen Europas
industrielle Fischereiflotten auf Beutefang - auch in den Gewässern
von Entwicklungsländern. In einigen Fischereien wird bis zu 60
Prozent des Fangs zurück ins Meer geworfen. Die EU-Flotte ist zwei-
bis dreimal zu groß, um noch nachhaltig zu fischen. Immense
Subventionen aus EU-Steuertöpfen fließen derzeit vor allem an die
industriellen Schiffe, die am meisten zur Überfischung beitragen und
machen die Fischerei überhaupt rentabel.
"Die großen Fangnationen scheinen nicht gewillt vom jetzigen
System der Ausbeutung, Überfischung und schädlichen Subventionierung
abzurücken. Leider ist das Engagement vieler EU-Länder gegen das
Kernproblem zu verhalten. Angesichts dieses Stockens der Reformpläne
müssen auch Binnenländer wie Österreich aktiver werden. Ein
Zurückziehen auf die nationale Sicht nach dem Motto 'wir haben keine
Flotte und unsere Hausaufgaben ja gemacht' nützt nichts. Man hat sich
entschieden, die Fischerei gemeinschaftlich zu regeln, also muss nun
auch das Problem gemeinschaftlich gelöst werden. Also muss sich auch
Österreich lautstark und engagiert dafür einsetzen, dass alle ihre
'Hausaufgaben' machen", so Helms in Richtung Fischereiminister
Berlakovich.
In Österreich liegt laut neuester EU-Statistik der
Pro-Kopf-Verbrauch bei 15,4 Kilogramm Fisch pro Jahr. 67 700 Tonnen
Fisch wurden im Jahr 2010 nach Österreich importiert, der Großteil
ist Meeresfisch aus Wildfang, darunter Alaska-Seelachs in
Fischstäbchen, Hering und Tunfisch. Nur 2 141 Tonnen stammen aus
heimischer Fischproduktion, 58 Prozent davon Forellen. Diese werden
u.a. mit Fischmehl gefüttert - stammt dieses Fischmehl nicht aus
nachhaltigen Quellen, trägt die Fischzucht wiederum zur Überfischung
bei.
Österreichische VerbraucherInnen können viel zu einer
umweltfreundlichen Fischerei für Europa beitragen: "Je größer die
Nachfrage nach nachhaltigem Fisch, desto größer der Druck auf die
Politiker, die sich für ein umweltschonendes Regelwerk einsetzen
müssen," wendet sich Antje Helms auch an die KonsumentInnen.
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Antje Helms, Meeresexpertin Greenpeace, +43 (0)664 2148952
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, +43 (0)664 6126718
mailto:[email protected]
www.greenpeace.at
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