• 10.05.2012, 14:41:13
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Ärztekammer zu E-Medikation: Schwere Mängel beheben

Wawrowsky sieht Überdimensionierung - zu hoher Aufwand - geringe Benutzerfreundlichkeit

Wien (OTS) - Einen starken Verbesserungsbedarf des Projektes zur
E-Medikation sieht der Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte,
Günther Wawrowsky. Sowohl die wissenschaftliche Evaluierung als auch
eine aktuelle ärztekammerinterne Umfrage unter den Pilotärzten hätten
schwere Mängel bei der Software und auch bei einer
"überdimensionierten" Auslegung des Projektes aufgezeigt. Darüber
hinaus mangle es an Benutzerfreundlichkeit. Der mit der Handhabung
des Systems verbundene Zeitaufwand übersteige das "zumutbare Ausmaß"
erheblich, so Wawrowsky Donnerstag in einer Presseaussendung.

In einer von der Ärztekammer unter den Pilotärzten durchgeführten
Befragung wurde im Weiteren die "Überreagibilität" des Systems
kritisiert. Dadurch komme es zu blockadeähnlichen Zuständen von
Verschreibungen bei trivialen Wechselwirkungen, die von Patienten und
Ärzten im Interesse des vorrangigen Behandlungszieles in Kauf
genommen würden. Wawrowsky: "Bei der Behandlung und Verschreibung von
Medikamenten ist es für den Arzt wichtig, einen raschen und
umfassenden Überblick über die bestehende Medikation bei Patienten zu
erhalten. Wenn diese Liste unverzüglich zur Verfügung steht, dann ist
das hilfreich." Darüber hinausgehende Informationen hätten einen
"sekundären" Informationscharakter.

Wawrowsky warnt vor "überschießenden und verzerrenden"
Interpretationen und plädiert für eine "geordnete und sachliche
Vorgehensweise bei der weiteren Verfolgung des
E-Medikations-Projektes". Der Bundeschef der niedergelassenen Ärzte
hält es nunmehr für erforderlich, die Ärzte bei der weiteren
Umsetzung zentral einzubinden, um das System zu einer "tauglichen
Funktionalität" zu führen. Nur unter Berücksichtigung der "vitalen
Anforderungen der ärztlichen Anwender kann auch das Ziel erhöhter
Patientensicherheit erreicht werden", sagte der hohe Ärztevertreter.
(ms)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE

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