- 10.05.2012, 12:08:35
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Greenpeace fordert von Bundeskanzler und Umweltminister Protest bei brasilianischer Präsidentin
"Brasilien durch beschlossenes Waldgesetz als Veranstalter von Rio+20 nicht mehr glaubwürdig"
Wien (OTS) - Im Vorfeld des Umweltgipfels Rio+20 kommenden Juni
fordert die Umweltorganisation Greenpeace Österreich Bundeskanzler
Werner Faymann und Umweltminister Niki Berlakovich auf, die
brasilianische Präsidentin Dilma Roussef von einem Veto gegen ein
Waldgesetz zu überzeugen, mit dem die massive Zerstörung des
Amazonas-Regenwaldes fortgesetzt würde. Greenpeace wendet sich
weltweit an Staatschefs, um die zerstörerische Verwässerung des
Waldgesetzes ("Código Florestal") zu erreichen. "Wir fordern den
österreichischen Bundeskanzler und den Umweltminister auf, sich sechs
Wochen vor dem großen Erdgipfel in Rio ganz klar zu positionieren",
erklärt Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit. "Brasilien ist als
Veranstalter von Rio+20 nicht glaubwürdig, wenn es jetzt die
Verschlechterung des Waldschutzes zulässt. Österreich kann und muss
sich jetzt dafür einsetzen, dass die brasilianische Präsidentin ein
Veto einlegt", so Egit weiter.
Die geplanten Änderungen des Waldgesetzes würden den ohnehin
dürftigen Schutz des Regenwaldes zusätzlich schwächen. Eine Studie
der Universität von Brasilia ergab, dass durch diese Änderung die
Abholzungsrate um bis zu 50 Prozent bis 2020 steigen könnte. Die
Zerstörung würde also weiter voranschreiten, damit zusätzliche
CO2-Emissionen hervorrufen und den Klimawandel so verstärken.
Außerdem würde der Druck auf indigene Gruppen, die unter der bereits
bis jetzt abgeholzten Waldfläche (schon 18 Prozent des
Amazonas-Regenwaldes sind unwiederbringlich verloren) leiden,
steigen. "Präsidentin Dilma Roussef hat öffentlich versprochen den
Amazonas-Regenwald zu schützen. Nun hat sie die Wahl, ob sie ein Veto
gegen das Gesetz und die Aufweichung des Waldschutzes einlegt oder ob
sie ihr Versprechen bricht. Der österreichische Bundeskanzler und der
Umweltminister müssen sie daran erinnern", fordert Egit.
Ein weiterer zentraler Punkt für eine erfolgreiche nachhaltige
Entwicklung ist der Schutz der Meere. Überfischung,
Umweltverschmutzung und die Folgen des Klimawandels bedrohen die
Nahrungssicherheit von Millionen von Menschen. Die Hochsee, welche
zwei Drittel der gesamten Meeresoberfläche ausmacht, ist die am
wenigsten geschützte Fläche auf unserem Planeten. Und dies, obwohl
sie wesentlich zur notwendigen Biodiversität und Ernährungssicherheit
für die Zukunft beiträgt. Aus diesem Grund fordert Greenpeace den
Bundeskanzler und den Umweltminister auf, bei der Rio+20-Konferenz
ein Hochsee-Biodiversitäts-Abkommen unter dem Seerechtsübereinkommen
der Vereinten Nationen (UNCLOS) einzuführen. Ein derartiges
Hochsee-Biodiversitäts-Abkommen ist entscheidend dafür, dass der
Gipfel einen Fortschritt verzeichnen kann. "Bisher ist auf hoher See
außer Backboard vor Steuerboard nichts geregelt. Rio+20 könnte die
jahrelange Plünderung unserer Ozeane in Wild-West-Manier durch ein
neues internationales Regelwerk endlich beenden. Damit würde eine
Lücke im internationalen Recht geschlossen werden. Ein großer
Schritt, den Greenpeace seit Jahren fordert", so Egit abschließend.
Fotos des Amazonas-Regenwaldes und der Abholzung zum Download:
http://www.greenpeace.at/regenwald-abholzung
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE Melanie Beran Pressesprecherin Tel.: 0043-664-6126718 mailto:[email protected] www.greenpeace.at
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