- 08.05.2012, 09:43:15
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AUGE/UG Niederösterreich: "AK NÖ ist aufgefordert, gegen Schiefergas- und Tight Oil-Bohrungen im Weinviertel Stellung zu beziehen!"
Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen fordern im Rahmen der kommenden AK-Vollversammlung klare Positionierung der AK NÖ ein!
Wien (OTS) - "Keine Schiefergas- und Tight Oil-Bohrungen in
Österreich!" fordert die AUGE/UG NÖ - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen im Rahmen der
kommenden AK-Vollversammlung - dem niederösterreichischen
ArbeitnehmerInnenparlament - am 11. Mai 2012. In einem
entsprechenden Antrag heißt es unter anderen, dass die "Schiefergas-
und Tight Oil-Gewinnung wegen ihrer negativen Auswirkungen auf
Mensch, Umwelt und Landschaft heftig umstritten" sei. Stefan Taibl,
Fraktionschef der AUGE/UG in der AK Niederösterreich: "In den
betroffenen Regionen des Weinviertels regt sich inzwischen reger
Widerstand gegen die seitens der OMV geplanten Bohrungen. Aus Sorge
um Gesundheit und Umwelt sind bereits BürgerInneninitiativen gegen
die OMV-Pläne aktiv. Ein klares Nein der AK Niederösterreich - der
Interessensvertretung der ArbeitnehmerInnen Niederösterreichs, also
des Großteils der niederösterreichischen BürgerInnen - zu der
geplanten Schiefergas- und Tight Oil-Gewinnung wäre ein klares
Zeichen der Solidarität mit den besorgten, widerständigen
WeinviertlerInnen."
Zwt.: AUGE/UG erinnert an AK NÖ Beschlusslage: Umweltenergien
fördern, Maßnahmen gegen Klimawandel setzen!
Der unabhängige Alternativgewerkschafter Taibl erinnert weiters an
entsprechende Beschlusslagen der AK Niederösterreich, in der diese
sich zu einer Förderung erneuerbarer Ökoenergien ausspricht: "Die
Arbeiterkammer Niederösterreich hat sich in einer auf einer AUGE/UG
NÖ-Initiative beruhenden Vorstandsresolution am 1. Juni 2010 für die
Förderung erneuerbarer, umweltfreundlicher Energien und Maßnahmen
gegen den Klimawandel ausgesprochen. Fracking-Technologien zeichnen
sich dagegen durch erhebliche Gefahren für Trink- und Grundwasser
sowie durch den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wie CO 2 und
Methan aus. Und: aufgrund der Belastung für das Klima durch bis zu
einer Milliarde Tonnen CO 2 - Äquivalent aus dem von der OMV
erhofften Schiefergasfund widerspricht diese Technologie sowohl den
Klimazielen der EU als auch Österreichs und ist schon alleine aus
diesem Grund grundsätzlich abzulehnen."
Zwt.: Schiefergas und -ölgewinnung aus umwelt- und klimapolitischen
Gründen kontraproduktiv!
Auch eine EU-Studie zu "Auswirkungen der Gewinnung von Schiefergas
und Schieferöl auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit" vom
Juni 2011 kommt zum Ergebnis, dass "... Investitionen in
Schiefergasprojekte ... wahrscheinlich nur kurzfristige Auswirkungen
auf die Gasversorgung (hätten), was zudem kontraproduktive Folgen
insofern haben könnte, als der Eindruck einer gesicherten
Gasversorgung entstünde, während in Wirklichkeit das Signal an die
Verbraucher sein sollte, die Erdgasabhängigkeit durch Einsparungen,
Energieeffizienzmaßnahmen und Alternativen zu verringern". Zusätzlich
kommt die Studie zu dem Schluss, dass die
Gesamt-Treibhausgas-Emissionen im Zuge von Bohrungen "höher als bei
der konventionellen Ölgewinnung" wären. Taibl: "Eine Ablehnung von
Schiefergas- und -ölgewinnung entspräche also der Beschlusslage der
AK Niederösterreich. Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschutz sind
gerade aus ArbeitnehmerInnensicht jedenfalls höher zu werten als
wirtschaftliche Interessen."
Zwt.: Weitere AUGE/UG NÖ Initiativen
Insgesamt hat die AUGE/UG Niederösterreich zur AK-Vollversammlung
am 11. Mai 22 Anträge eingebracht, in denen u.a. eine
Bankeninsolvenzrecht, eine Absage an Nulllohnrunden, die Bindung
öffentlicher Aufträge an hohe soziale und ökologische Standards,
sowie ein verbesserter Zugang zu kassenfinanzierter Psychotherapie
gefordert wird. Taibl: "Wenn man weiß, dass heutzutage 2/3 aller
Berufskrankheiten psychischen Ursprung haben, ist die Tatsache, dass
die Krankenkassen nicht mal das gültige Gesetz einhalten und nur
einen Bruchteil der Kosten psychotherapeutischer Behandlungen
finanzieren, nicht nur für die unmittelbar Betroffenen eine schwere
finanzielle und soziale Belastung, sondern auch ein enormer
volkswirtschaftlicher Schaden." Um arbeitsbedingten Erkrankungen
vorzubeugen brauche es allerdings mehr - nämlich einen grundlegenden
Wandel in der Arbeitswelt. "Die besten Vorbeugungsmaßnahmen gegen
Überlastung, psychische Erkrankungen und Burn-Out sind Wertschätzung,
Mitbestimmung und betriebliche Demokratie, selbstbestimmtes Arbeiten
und Arbeitszeiten, die genug Zeit für Erholung, Privatleben und
Freizeit lassen - ein umfassende Arbeitszeitverkürzung eben. Da
greifen die Forderungen der AK vielfach zu kurz, da werden wir weiter
Druck machen," schließt der AUGE/UG NÖ-Sprecher.
Mit den Initiativen der AUGE/UG in der kommenden
AK-Vollversammlung ist für Taibl jedenfalls einmal mehr klargestellt,
wo ökologische und soziale Anliegen der ArbeitnehmerInnen am besten
vertreten sind: "Wir führen das 'grün' nicht aus irgendwelchen
parteitaktischen Überlegungen im Namen, sondern weil wir tatsächlich
als einzige Kraft in Gewerkschaften und Arbeiterkammern für die
unabdingbare, enge Verknüpfung von umwelt- und verteilungspolitischen
Fragestellungen im Sinne der ArbeitnehmerInnen und des Umwelt- wie
auch des Gesundheitsschutzes sind," schließt Taibl.
Rückfragehinweis:
Stefan Taibl, Sprecher der AUGE/UG NÖ und AK NÖ-Fraktionschef
Tel: 0699/166 18 572
Internet: www.auge.or.at
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