• 28.04.2012, 07:00:32
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Gesundheitsberufe unterstützen Projekt MedPol

Gewaltschutzregister dringend erforderlich - Gewalt als Gesundheitsrisiko noch immer tabu

Wien (OTS) - Die Gesundheitsberufe-Konferenz (GBK) stellt sich
vollinhaltlich hinter das Projekt "MedPol", das vom Bundesministerium
für Inneres in Kooperation mit der Österreichischen Ärztekammer ins
Leben gerufen wurde. Ziel des Projekts ist es, ein Netzwerk zur
Koordinierung von Hilfsangeboten für Gewaltopfer zu schaffen und das
Thema Gewalt aufzuarbeiten. Dabei ziehen alle gesetzlich geregelten
Gesundheitsberufe an einem Strang, denn Gewalt hat viele Gesichter
und betrifft immer wieder auch Menschen, die durch Krankheit und/oder
Pflegebedürftigkeit in Abhängigkeit von anderen Menschen geraten
sind. "MedPol ist auf jeden Fall ein gemeinsames Thema der
Gesundheitsberufe-Konferenz", erklärte die Vorsitzende der GBK,
Ingrid Haberl vom Berufsverband logopädieaustria, am Samstag in einer
Aussendung. Gemeinsam müssten gezielte Maßnahmen umgesetzt werden, um
physische bzw. psychische Gewalt als Ursache für Krankheit,
Verletzung, Leid und Tod zu erfassen bzw. einzudämmen. "Vor allem
die Entwicklung eines Gewaltschutzregisters, das mögliche Opfer und
verdächtige Verletzungen dokumentiert, hat oberste Priorität", so
Haberl. Speziell Kinder müssten vor Übergriffen geschützt werden,
aber auch pflegebedürftige Menschen oder Personen mit Behinderungen
seien besonders schutzbedürftig.

Gewalt stelle ein enormes Gesundheitsrisiko dar, das oft unterschätzt
und noch öfter tabuisiert werde, erklärte die GBK-Vorsitzende. "Es
ist die Aufgabe der Gesundheitsberufe, sich zu vernetzen und
Unterstützungsangebote für Gewaltopfer zu koordinieren", sagte
Haberl. Der Gesundheitssektor müsse als Schnittstelle zwischen
Opfern, Schutzeinrichtungen und Exekutive fungieren. Haberl: "Die
Gesundheitsberufekonferenz ist selbstverständlich gerne bereit, das
umfassende Wissen ihrer Mitglieder in die Umsetzung des Projekts
MedPol einzubringen." Gleichzeitig müsse das Thema durch eine breite
Informations- und Fortbildungsinitiative auf Ebene der gesetzlich
geregelten Gesundheitsberufe verankert werden, betonte Haberl
abschließend. (sl)

Der Gesundheitsberufe-Konferenz gehören folgende Institutionen und
Organisationen an: Berufsverband der Arztassistentinnen,
Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich, Berufsverband
logopädieaustria, Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und
Psychologen, Berufsverband der ErgotherapeutInnen Österreichs - Ergo
Austria, Bundesverband der Heilmasseure und medizinischen Masseure
Österreichs, Bundesverband der PhysiotherapeutInnen Österreichs -
Physio Austria, Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen
Dienste Österreichs - MTD Austria, Österreichische Apothekerkammer,
Österreichische Arbeiterkammer, Österreichische Ärztekammer,
Österreichischer Berufsverband der Biomedizinischen AnalytikerInnen -
biomed austria, Österreichischer Berufsverband der
MusiktherapeutInnen, Österreichischer Berufsverband für
SanitäterInnen, Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie,
Österreichische Gesellschaft für Kardiotechnik, Österreichischer
Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Österreichischer
Gewerkschaftsbund, ÖGB/ARGE - Fachgruppenvereinigung für
Gesundheitsberufe, Österreichisches Hebammen-Gremium,
Österreichischer Verband der HeilmasseurInnen und med.
Kneipp-BademeisterInnen, Österreichische Zahnärztekammer, Verband der
Diaetologen Österreichs, Verband der diplomierten
medizinisch-technischen Fachkräfte Österreichs, Verband der
Orthoptistinnen und Orthoptisten Österreichs - orthoptik austria,
Verband der RadiologietechnologInnen Österreichs - rtaustria.

www.gesundheitsberufekonferenz.at

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Dr. Susanne Lang
Tel.: 0650/9989056

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