• 26.04.2012, 09:58:29
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ÖH: Veranstaltung zu Hochschule und Geschlecht: Frauenpolitik noch lange nicht am Ziel

Stand der Frauenförderung und Gleichstellung verdeutlicht großen Handlungsbedarf

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft hat
gestern Abend zur Präsentation des Studienheftes "Wissenschaft und
Geschlecht" mit anschließender Diskussion u.a. mit Ministerin
Gabriele Heinisch-Hosek zum Thema "Bildung, Hochschule und
Geschlechterpolitiken" über aktuelle Gleichstellungspolitik an den
Hochschulen, geladen.

"Das Studienheft gibt einen tiefen und fundierten Überblick über die
aktuellen Entwicklungen, Diskurse und Forschungslücken im Bereich der
Gleichstellung an den Hochschulen. Dabei wird ein kritischer Blick
auf gleichstellungspolitische Neuerungen und Instrumente geworfen und
sowohl die Chancen, aber auch die Risiken analysiert. Wichtige
Schwerpunkte des Hefts sind zudem die strukturellen Rahmenbedingungen
für Frauen (und Männer), sowie die Inhalte der Lehre, Wissenschaft
und Forschung in Verbindung mit der (Nicht-) Thematisierung von
Geschlecht und Gender", fasste Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH
die Inhalte des Studienhefts zusammen.

"Frauenförderung ist eine gesellschaftliche Verantwortung, der sich
alle bewusst sein sollten. Gleichstellungspolitische Maßnahmen müssen
- um erfolgreich zu sein - in alle Steuerungselemente,
Entscheidungsstrukturen und -prozesse einfließen. Ein freier
Bildungszugang, sowie Quotenregelungen setzen die dazugehörigen,
unerlässlichen Rahmenbedingungen. Wir dürfen das gemeinsame Ziel
nicht aus den Augen verlieren - auch wenn es bedeutet, dafür
tagtäglich von neuem zu kämpfen", so die Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek.

"Frauenförderung in der Wissenschaft kann nicht erst während oder
nach dem PhD ansetzen. Den Problemen begegnen wir schon viel früher -
nämlich schon vor und während dem Bachelor. Durch zusätzliche, neu
eingeführte Barrieren wie der STEOP verschlimmert sich die Lage noch
weiter - das Beispiel der Informatik verdeutlicht das: von 800
AnfängerInnen haben nur 30 die STEOP bestanden - davon keine einzige
Frau! Die nächste Hürde tritt im Übergang von Bachelor auf den Master
auf - gibt es davor (im Bachelor) noch eine weibliche Mehrheit, dreht
sich das Bild ab dem Master um und die Schere klafft immer weiter
auseinander, je höher die Ausbildungs- oder Karrierestufe", erklärte
Janine Wulz das Phänomen und die Ursachen der leaky pipeline.

"Es gibt unzählige Felder, an denen gearbeitet werden muss.
Angefangen bei aktiver Frauenförderung von Beginn der
Hochschulbildung an über das Aufbrechen veralteter Strukturen wie der
Habilitation - die Liste ist lang. Die gestrige Veranstaltung hat
gezeigt: wir sind motiviert und wollen gemeinsam weitere Schritte und
Taten setzen, um endlich von wirklicher Gleichstellung sprechen zu
können", bekräftigten die Ministerin, Angelika Gruber und Janine Wulz
abschließend.

Wenden Sie sich einfach an [email protected] oder 0676/88852211, wenn
Sie noch weitere Rückfragen oder Interesse am Studienheft haben.

Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]; http://www.oeh.ac.at

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