• 24.04.2012, 09:43:28
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MedUni Wien forscht an neuer Therapie gegen Malaria tertiana

Welttag der Malaria am 25. April 2012 - Malaria tertiana als Zukunftsproblem

Wien (OTS) - "Die Malaria tertiana ist jene Malaria-Form, mit der
sich die Wissenschaft in Zukunft vermehrt beschäftigen wird müssen."
Das betont Harald Noedl vom Institut für Spezifische Prophylaxe und
Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien anlässlich des
Welt-Malariatags am Mittwoch, 25. April. In einer multizentrischen
Studie arbeitet die MedUni Wien unter der Leitung von Noedl an einer
verbesserten und einfacheren Therapie gegen diese Form der Malaria.

Während die Malaria tropica, an der derzeit rund 655.000 Menschen
jährlich (rund 2.000 täglich) sterben, durch vermehrte Forschung
zuletzt immer mehr zurückgedrängt wurde, könnte sich die Malaria
tertiana in vielen Ländern zum zukünftigen Hauptproblem entwickeln,
so Noedl. Das betrifft nicht so sehr die (geringe) Sterblichkeitsrate
bei Malaria tertiana, sondern die oft langjährigen Verläufe, die als
Folge einer Malaria tertiana auftreten können. Denn wenn die Erreger
der Malaria tertiana nicht durch eine gezielte Therapie abgetötet
werden, können sie in der menschlichen Leber Monate oder sogar Jahre
ruhen, und dadurch immer wieder zu Rückfällen führen.

Die herkömmliche Therapie sieht die Gabe des Wirkstoffs Chloroquin
über drei Tage gefolgt von einer zweiwöchigen Therapie mit Primaquin
vor. "Aber im Gegensatz zu Europa ist die Disziplin bei der Einnahme
von Arzneien in den tropischen Ländern oft sehr gering", erklärt der
Malaria-Experte der MedUni. Viele Betroffene würden das Medikament
nach wenigen Tagen wieder absetzen.

Mit Folgen: Die Erreger überleben in der Leber und können jederzeit
wieder zu einem Ausbruch der Malaria tertiana sorgen, die wie die
beiden anderen Malaria-Formen ebenso ansteckend ist. Dadurch stellen
die Patienten zum einen eine ständige Infektionsquelle für ihre
Umgebung dar und zum anderen wird die neue Erkrankung meistens nicht
mehr mit der vorangegangenen Malaria assoziiert und falsch
behandelt. Noedl: "Dadurch werden die Betroffenen, zumeist ohnehin
die Ärmsten der Ärmsten, immer wieder krank, und können nicht mehr
arbeiten. Ein fataler Kreislauf."

In einer multizentrischen Studie unter Mitwirkung der MedUni Wien ist
man aber auf dem besten Weg, eine neue Substanz (Tafenoquin) zu
etablieren. Der Vorteil: Das Medikament müsste über die Dauer von
maximal drei Tagen eingenommen werden. Tafenoquin befindet sich
derzeit in klinischer Erprobung.

MedUni Wien mit neuem Malaria-Schwerpunkt Afrika

Seit 2006 arbeitet das Center for Geographic Medicine der MedUni Wien
am MARIB Forschungszentrum unter der Leitung von Harald Noedl an der
Erforschung der Malaria in Bangladesh. Seither wurden dort mehr als
20.000 PatientInnen kostenlos betreut. Seit 2012 hat die MedUni ihren
Malaria-Schwerpunkt auch auf Afrika, insbesondere Äthiopien,
ausgeweitet. Dort kooperiert das MedUni-Team mit der Universität
Gondar im Nordwesten des Landes. Noedl: "Wir wollen die MedUni Wien
weiter als führendes Zentrum in Sachen Malaria positionieren,
multizentrische Studien leiten und ein weltweites Malaria-Netzwerk
aufbauen."

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Corporate Communications
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

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