ÖAAB-Bildungswissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Marian Heitger verstorben

Hochgebildeter Erziehungswissenschaftler - Pädagogikexperte - grandioser Denker - wertvoller Impulsgeber

Wien (OTS) - Am 7. April 2012 ist Univ.-Prof. Dr. Marian Heitger
im 85. Lebensjahr verstorben. Heute findet in der Pfarre Glanzing im 19. Wiener Gemeindebezirk die heilige Seelenmesse statt.

"Marian Heitger hat durch sein exzellentes Wissen, seine umfassende humanistische Bildung und sein konsequentes Eintreten für eine wohlverstandene Entwicklung und Entfaltung von Kindern die theoretische und systematische Pädagokgik Österreichs geprägt. Neben seinen herausragenden wissenschaftlichen Studien scheute er sich nicht, an tagespolitischen Diskussionen teilzunehmen. Er war ein grandioser Vordenker und ein engagiertes ÖAAB-Mitglied, dem die Bildungsthemen besonders am Herzen gelegen sind und deren Diskussion er durch wertvolle Impulse bereichert hat. Heitger war auch Mitglied der Wissenschaftlichen Begutachtungskommission des Leopold Kunschak Preises", erinnert sich ÖAAB-Bundesobfrau BM Johanna Mikl-Leitner an die herausragende Persönlichkeit.

Heitger wurde 1927 im deutschen Hamm geboren. Nach dem Studium der Pädagogik, Philosophie und Theologie an den Universitäten Paderborn und Münster war er als Wissenschaftler an mehreren deutschen Bildungseinrichtungen tätig, bevor er ab dem Jahr 1966 an der Universität Wien Theoretische und Systematische Pädagogik lehrte, später auch Sonder- und Heilpädagogik.

Heitger vertrat den Standpunkt einer prinzipienwissenschaftlichen Pädagogik und verschaffte dieser durch zahlreiche Aktivitäten und Publikationen starke Resonanz. Eines dieser Prinzipien ist die "Selbstbestimmung" des Menschen. Ohne den Mensch als das Vermögen vorauszusetzen, sich selbst bestimmen zu können und auch zu sollen, könne keine wissenschaftliche Pädagogik beginnen. Heitger war der Ansicht, dass der Mensch dazu aufgefordert sei, sich zu bilden und das bedeute, pädagogisch tätig zu werden, was de facto nur per Dialog möglich sei. Die prinzipienwissenschaftliche Pädagogik Marian Heitgers ist deshalb vor allem auch eine "Pädagogik des Dialogs".

Außeruniversitär engagierte sich Heitger bei den Salzburger Hochschulwochen, als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Universität Klagenfurt und als Vizepräsident der Wiener Katholischen Akademie. 1989 erhielt er die "Kardinal-Opilio-Rossi-Medaille" für "Verdienste um das Laienapostolat in Österreich".

"Bereits zu seinen Lebzeiten erschien eine Habilitation über sein Werk. Diese Tatsasche unterstreicht eindrucksvoll seine herausragenden wissenschatlichen Leistungen", so Mikl-Leitner abschließend.

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