- 18.04.2012, 15:19:02
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GdG-KMSfB-Harreither: MitarbeiterInnen des KAV müssen entlastet werden
IFES-Befragung im Rahmen der Gesundheitskampagne der HG II zeigt dringenden Handlungsbedarf
Wien (OTS/ÖGB) - "Die MitarbeiterInnen des Wiener
Krankenanstaltenverbandes brauchen dringend Unterstützung und
Entlastung", erklärte heute Mittwoch der Vorsitzende der Hauptgruppe
II in der GdG-KMSfB (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst,
Medien, Sport, freie Berufe), Bernhard Harreither, im Rahmen einer
Pressekonferenz. Die erste notwendige Maßnahme: "Der KAV braucht 80
zusätzliche StationssekretärInnen für die Wiener Spitäler."++++
"Die Dienstposten für diese 80 neuen MitarbeiterInnen wären vorhanden
- nun muss die Führung des KAV sie dringend mit Leben erfüllen",
forderte Harreither. Eine Umfrage des IFES im Rahmen der
Gesundheitskampagne "Zeit für Menschlichkeit" zeigt dringenden
Handlungsbedarf. Harreither: "Vor allem der Personalmangel macht den
MitarbeiterInnen zu schaffen. In den belasteten Bereichen gibt es
entweder zuwenig Personal oder eine enorme Leistungsverdichtung."
"Auch die Zunahme an bürokratischen Aufwand nimmt Zeit für die
direkte Patientenversorgung. "Hier hat die Entlastung durch den
Einsatz von StationssekretärInnen für die Gewerkschaft höchste
Priorität und ist sofort umsetzbar", so Harreither weiter. Eine
Verschlechterung sei auch, dass im Fall einer Schwangerschaft eine
strengere Handhabung bezüglich eines vorzeitigen
Beschäftigungsverbots besteht. "Bei derzeit rund 400 schwangeren
Kolleginnen im Pflegedienst hat diese Änderung durchaus Auswirkungen
auf den täglichen Betrieb", sagte Harreither.
Ein anderes Problem ergibt sich im Bereich der Geriatrie. Harreither:
"Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei mehr als 50
Jahren. Nach so vielen Arbeitsjahren steigen natürlich auch die
krankheitsbedingten Abwesenheiten. Dadurch stimmen mitunter die
Dienstpläne, aber es fehlt an realen Personen."
Alarmierend ist auch ein weiteres Studienergebnis (Aggression und
Gewalt in Krankenhäusern und Geriatriezentren; Dr. Dorfmeister, Dr.
Stefan) innerhalb des KAVs. Harreither: "78 Prozent der Befragten
sind schon Opfer von Aggression und Gewalt geworden." Besonders in
den Bereichen Psychiatrie, Unfallchirurgie, Notaufnahmen und
Geriatrie kommt es laut Studie immer wieder zu körperlichen
Übergriffen gegen das Personal. "Das ist den KollegInnen nicht
zumutbar. Sie müssen geschützt werden" so Harreither.
Ein weiterer wesentlicher Grund für Arbeitsbelastung ist die Zahl der
Gangbetten in den Spitälern. "Allein in den Monaten Jänner und
Februar waren es insgesamt mehr als 6.700. Das ist für die
PatientInnen genauso wie für das Personal schlichtweg unmenschlich",
stellte Harreither klar. Grund für die Überbelegung seien einerseits
die steigende Zahl an Rettungszufahrten und andererseits Probleme,
Patienten aus den Spitälern in den extramuralen Bereich zu entlassen.
"Hier werden alle Partner im Gesundheitswesen bei der Lösung
gefordert sein und ihren Teil zur Entlastung der Spitäler leisten
müssen", erklärte Harreither, die in diesem Zusammenhang auch eine
Reform der Arbeitszeitregelung speziell für ältere MitarbeiterInnen
fordert.
Rückfragehinweis:
GdG-KMSfB, Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
(01) 313 16 - 83 615
www.gdg-kmsfb.at
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