- 18.04.2012, 12:51:28
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Von Kürzung der gesetzlichen Wochenarbeitszeit würden vor allem Frauen profitieren
ÖGB-Ruprecht: Arbeitszeitverkürzung darf aber nicht zu Vergrößerung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern führen
Wien (OTS/ÖGB) - "Die ÖGB-Frauen stehen voll und ganz hinter den
aktuell diskutierten Plänen zur Arbeitszeitverkürzung. Von einer auf
38,5 Stunden reduzierten gesetzlichen Wochenarbeitszeit würden
besonders Frauen profitieren. Denn in den wenigen Branchen, wo die
Kollektivverträge noch 40 Wochenstunden vorsehen, sind
überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt, zum Beispiel in der
Gastronomie, aber auch in Teilen der Reinigung und der
Textilindustrie", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht. Da es
sich dabei auch um klassische Niedriglohnbranchen handelt, muss bei
der Arbeitszeitverkürzung auf den vollen Lohnausgleich geachtet
werden, denn sonst geht die Einkommensschere zwischen Frauen und
Männern noch weiter auseinander."++++
Bei kürzerer Arbeitszeit wird es auch mehr Frauen möglich sein,
Vollzeitstellen anzunehmen. "Derzeit arbeiten viele Frauen
unfreiwillig Teilzeit, etwa wegen fehlender Kinderbetreuungsplätze
oder weil die Wirtschaft ihnen nur Teilzeitjobs anbietet", sagt
Ruprecht. In den Bereichen, wo Menschen freiwillig ihre Arbeitszeit
verkürzen und nur Teilzeit arbeiten wollen, fehlen hingegen
entsprechende Angebote der Wirtschaft: "In gut bezahlten und hoch
qualifizierten Tätigkeiten ist das Teilzeit-Job-Angebot bei Null",
kritisiert Ruprecht. Ebenfalls notwendig: Wer freiwillig auf Teilzeit
wechselt, sollte auch das Recht bekommen, nach einer gewissen Zeit
zur Vollzeit zurückzukehren.
Recht auf Elternteilzeit in allen Betrieben
Auch in einem weiteren Bereich sperrt sich die Wirtschaft gegen
bessere Teilzeitangebote, nämlich bei der Elternteilzeit. "Es ist
Zeit für Elternteilzeit für alle Eltern, nicht nur für diejenigen,
die zufällig in einem Großbetrieb arbeiten", so die
ÖGB-Frauenvorsitzende. Der ÖGB fordert daher Anspruch auf
Elternteilzeit für alle Väter und Mütter unabhängig von Betriebsgröße
und Dauer der Betriebszugehörigkeit.
Weitere Forderungen der ÖGB-Frauen
+ Mindesteinkommen von 1.300 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung
+ die volle Anrechnung der gesetzlichen Karenzzeit auf alle Ansprüche
+ Arbeit neu bewerten, damit gleichwertige Arbeit gleich entlohnt
wird
+ Ausbau qualitätsvoller Kinderbetreuung und längere Öffnungszeiten
+ Einführung eines bezahlten Papamonats
Rückfragehinweis:
ÖGB-Kommunikation Florian Kräftner (01)53 444-39 264 (0664)301 60 96 [email protected] www.facebook.at/oegb.at
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