- 18.04.2012, 10:48:36
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Ärztekammer intensiviert Aufklärung über ELGA
Warnhinweise vor Kostenexplosion und Datenmissbrauch
Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer setzt ihren Kampf gegen das
geplante Gesetz zur elektronischen Gesundheitsakte ELGA fort. In
einer neuen Kampagne setzt die ärztliche Standesvertretung auf
Informationsvermittlung mithilfe von Gefahrenzeichen und Ortstafeln
im Gesundheitsdatenverkehr. ****
"Wir möchten den Menschen in Österreich die Risiken symbolisch vor
Augen halten, die ELGA im Gesundheitsdatenverkehr zwangsläufig mit
sich bringen wird", betont Johannes Steinhart, Obmann der Kurie
niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.
Allein die Kosten bis zu 1,8 Milliarden Euro, die durch das
Prestigeprojekt des Gesundheitsministeriums für die Steuerzahlenden
anfallen, seien in keinster Weise gerechtfertigt. "In den letzten
Jahren hat die Regierung eine beachtliche Reihe an Millionengräbern
ausgehoben", ruft Steinhart in Erinnerung. "Die Planungsmissstände
bei der Anschaffung der Eurofighter oder beim Megaprojekt Skylink
sind nur wenige prominente Beispiele dafür. Auch ELGA wird die
Österreicherinnen und Österreicher Unsummen kosten, obwohl der Nutzen
in der ärztlichen Praxis bis zum heutigen Tag nicht erwiesen ist", so
Steinhart.
Auch der Datenschutz ist in der aktuellen Kampagne der Wiener
Ärztekammer wieder zentrales Thema. Denn dass Verfassungsexperten die
beabsichtigte Form von ELGA ohne echte Freiwilligkeit für Patienten
für verfassungswidrig halten, stoße im Gesundheitsministerium nach
wie vor auf "taube Ohren".
"Nur, wenn die Patienten der Verwendung ihrer ELGA-Daten mit einem
Opt-in freiwillig und aktiv zustimmen, wären die
datenschutzrechtlichen Probleme beseitigt" stellt Steinhart klar.
Beim Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, das in Österreich seit 1.
April 2012 in Kraft ist, konnten die Bürger nicht mitreden - bei ELGA
müsse es Steinhart zufolge anders sein.
"Mit unseren Kampagnen sehen wir uns auch als Aufklärer", macht
der Kurienobmann deutlich. Das Wissen über die elektronische
Gesundheitsakte ELGA sei in der Bevölkerung nach wie vor
"bescheiden", den meisten Österreichern sei gar nicht bewusst, welch
"unerwünschte Nebenwirkungen" das ELGA-Gesetz mit sich bringe.
Deshalb setze man seitens der Ärztekammer auch weiterhin auf
Aufklärung.
Steinhart abschließend: "Wir werden so lange kämpfen, bis man uns
endlich hört und unsere Bedenken, die namhafte Wirtschaftsexperten
und Datenschützer teilen, ernst nimmt." (ec)
(S E R V I C E - Die Sujets stehen zum Download auf der Homepage
der Ärztekammer für Wien bereit unter
http://www.aekwien.at/media/ELGA_SujetOrtstafeln.pdf und
http://www.aekwien.at/media/ELGA_SujetGefahrenzeichen.pdf)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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