• 17.04.2012, 10:54:31
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Modernisierungsschub im Bahnnetz der ÖBB

Ende 2012 geht der Hauptbahnhof Wien in Teilbetrieb und mehrere Neubaustrecken erweitern das Bahnnetz der ÖBB. Um effizienten Betrieb sicherzustellen, wird auf Rechtsverkehr umgestellt.

Wien (OTS) - 2012 werden gleich mehrere Neubaustrecken in Betrieb
genommen: Der Lainzer Tunnel, die Neubaustrecke zwischen Wien und St.
Pölten und die Unterinntalstrecke in Tirol. Darüber hinaus wird der
Hauptbahnhof teilweise in Betrieb gehen, und schließlich wird der
Level 2 des europäischen Zugsicherungssystems ETCS erstmals in
Österreich zum Einsatz kommen - und zwar auf allen Neubaustrecken.
Damit wird die Sicherheit im Bahnbetrieb weiter erhöht.

"2012 ist ein entscheidendes Bahnjahr - und nicht nur deshalb, weil
es heuer 175 Jahre Eisenbahn zu feiern gibt: Insgesamt werden 70 km
Tunnel und 100 Streckenkilometer Gleise neu in Betrieb genommen - und
auch der neue Hauptbahnhof geht in Teilbetrieb. Das bedeutet für
unsere Kunden einen Quantensprung in Richtung kürzere Fahrtzeiten und
mehr Komfort", so Franz Seiser, Vorstand der ÖBB Holding AG. "Um
effizienten Bahnbetrieb sicherzustellen, sind mit der Einbindung der
neuen Strecken in das bestehende Bahnnetz auch Änderungen in der
Verkehrsführung erforderlich. Das heißt, dass auch in der Ostregion
Strecken, auf denen derzeit noch links gefahren wird, auf
Rechtsverkehr umgestellt werden."

Teilinbetriebnahme neuer Hauptbahnhof: Nahverkehr verbindet Ost mit
West

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 9.12. werden die ersten
Nahverkehrszüge den neuen Hauptbahnhof frequentieren und Fahrgäste
aus- und einsteigen. Die S60 (Ostbahn) und die S80 werden über den
Hauptbahnhof hinaus bis Hütteldorf bzw. Wr. Neustadt durchgebunden:
ein wesentlicher Komfortgewinn, speziell für Pendler. Vier Gleise mit
Bahnsteigen und ein Durchfahrtsgleis gehen in Betrieb. Ab 2014 können
erstmals können Züge aus allen Richtungen ankommen und in alle
Richtungen verbunden werden.

Lainzer Tunnel: lückenlose und rasche Verbindung

Der knapp 13 km lange Lainzer Tunnel verbindet die Westbahn mit der
Süd- und Donaulände-bahn und dem neuen Hauptbahnhof. Dadurch werden
Güterzüge (ab 2012) und Personenzüge (ab 2014) Wien schneller und
umweltschonender als bisher durchqueren bzw. an innerstädtische
Güterterminals und Bahnhöfe gelangen. Die Verbindungsbahn wird von
schweren Güterzügen entlastet, die Lärmsitutation für Anrainer
verbessert sich. Frei werdende Kapazitäten könnten für einen
verdichteten Personennahverkehr genützt werden.

Viergleisiger Ausbau Wien - St. Pölten: In 25 min in die nö.
Landeshauptstadt

Die 44 km lange Neubau-Hochleistungsstrecke ist ein wesentlicher
Bestandteil des Ausbaus zur viergleisigen Westbahn, der auf Grund
seiner Länge und seiner technischen Besonderheiten zu den
Meilensteinen der jüngeren Eisenbahn-Geschichte zählt. Sie sichert
die Kapazitäten für den Güterverkehr, ermöglicht kürzere Fahrzeiten
im Personenverkehr und ist Teil des transeuropäischen Netzes
(TEN-Netz). Mehr als die Hälfte der Strecke Wien-Meidling - St.
Pölten verläuft in insgesamt 8 Tunnels (einschließlich Lainzer
Tunnel).

Auf der Unterinntalstrecke werden künftig 40 km zweigleisige
Hochleistungstrasse zwischen Kundl und Baumkirchen die bestehende
2-gleisige Bestandsstrecke ergänzen. Diese wird dadurch entlastet,
für die Anrainer kommt es zu einer Lärmreduktion.

Regionen rücken zusammen

Das heißt: Regionen rücken näher zusammen, es kommt zu erheblichen
Reisezeitverkürzungen im Personenverkehr. Auf der Strecke
Wien-Salzburg peilen die ÖBB ab Fahrplan-wechsel eine Fahrtzeit von
2St 22min an - um 23 Minuten weniger als heute. Mit der Verknüpfung
von West- und Südbahn wird ab 2014 auch eine Fahrt von St. Pölten
nach Wiener Neustadt bedeutend schneller und komfortabler möglich
sein (von der dz. schnellsten Verbindung mit rj von 1St 30 min auf
unter 1 Stunde).

Effizienter Bahnverkehr bedingt einheitlichen Rechtsbetrieb

In Österreich wird seit vielen Jahrzehnten sukzessive auf
Rechtsfahren umgestellt - größtenteils im Rahmen von ohnehin
notwendigen Modernisierungsarbeiten, Umbauten oder Neubauprojekten.
Der letzte Meilenstein wurde mit der Umstellung des Abschnitts Wien
Westbahnhof-Amstetten auf Rechtsfahren im Jahr 1991 gesetzt. Nun
folgt die Ostregion.

Aus betrieblicher Sicht ist die Umstellung auf Rechtsfahren in
Ostösterreich eine Voraussetzung für den reibungslosen, effizienten
Bahnbetrieb- sowohl hinsichtlich der laut Verkehrsprognose 2025 zu
erwartenden künftigen Verkehrs- und Kundenströme als auch dem
"Zielnetz 2025+". Nur dann kann das derzeitige und künftige
ÖBB-Schienennetz möglichst effizient genutzt werden und können
Trassenkonflikte im Abschnitt Wien Meidling - Wien Hauptbahnhof
vermieden werden - hier kommen die rechts geführte West- und
Ostbahn und die derzeit noch links geführte Nord- und Südbahn
zusammen. Bei Beibehaltung des Links-verkehrs könnte der künftige
Zugverkehr ab Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs nicht im geplanten
Umfang geführt werden, rund 30 % Kapazitätsverlust im Bereich
Hauptbahnfhof-Meidling wären die Folge.

Kunden profitieren in Folge vom effizienteren Bahnbetrieb - mehr Züge
am Netz sind möglich, der Kundenkomfort in den Bahnhöfen Wien
Meidling und Hauptbahnhof Wien wird erhöht. Am Hauptbahnhof wird
dadurch ab 2014 bahnsteiggleiches Umsteigen (also das Umsteigen am
selben Bahnsteig für die Weiterfahrt in die gleiche Richtung) in der
Relation München-Budapest und Graz-Prag ermöglicht, in Meidling in
der Relation St. Pölten-Wr. Neustadt.

Die Kosten für die Umstellung betragen rund 16 Mio. Euro. Davon
entfallen 13,2 Mio. Euro auf das Legen neuer Gleise ("Überholgleise")
in den Bahnhöfen Brunn-Maria Enzersdorf und Baden. Damit ist,
unabhängig vom Rechtsverkehr, eine weitaus größere Flexibiliät für
den Bahnbetrieb in alle Richtungen gegeben - die Umstellung auf
Rechtsverkehr war der "zeitliche Auslöser" dieser Maßnahme. Weitere
2,7 Mio. Euro entfallen auf Maßnahmen zur Verbesserung des
Kundenkomforts und der Reisendeninformation entlang der betroffenen
Linien, wie etwa neue Wartekojen, Wegeleitung und Beschilderung.

Welche Strecken werden umgestellt?

Umgestellt werden alle zweigleisigen Strecken in der Ostregion, auf
denen derzeit links gefahren wird. Ausnahmen sind die Strecke
Hauptbahnhof - Wien Süßenbrunn (Umstellung folgt 2015) sowie die
Franz Josefs Bahn (Umstellung nach 2016, derzeit noch nicht
notwendig, da es sich um eine "zweigleisige Insel" handelt). Auf
einigen Strecken, wie etwa der West- und Ostbahn sowie der
Vorortelinie, wird bereits rechts gefahren.

Konkret sind das:
- die Nordbahn von Wien Floridsdorf bis Bernhardsthal
- S7-Flughafenschnellbahn von Wien Rennweg bis Flughafen Wien
Schwechat
- Pottendorfer Linie von Wampersdorf bis Wr. Neustadt Civitas Nova
- Südbahn von Hauptbahnhof Wien bis Payerbach-Reichenau
- Verbindungsbahn von Wien Hütteldorf/Penzing bis Wien Meidling
- S-Bahn-Stammstrecke von Wien Meidling bis Wien Floridsdorf
- Nordwestbahn von Wien Floridsdorf bis Stockerau
- Laaer Ostbahn von Wien Süßenbrunn bis Wolkersdorf

Was ändert sich ab 6. August?

Die wesentlichste Änderung ist: Der Zug kommt ab 6. August bei
zweigleisigen Strecken, wo bisher links gefahren wurde, am "anderen
Gleis". Das heißt, dass sich der bisher gewohnte Zugangsweg ändert -
besonders bei Randbahnsteigen ist dann also die geänderte Wegeleitung
zu beachten. Bei 80 Bahnhöfen und Haltestellen werden Adaptionen
vorgenommen, etwa das Umhängen der Beschilderung und teilweise eine
zusätzliche Wartekoje.

Umfassende Information

Die Information erfolgt umfassend und "in Wellen" (jetzt, am Ende des
Schuljahres, vor und am 6. August und zu Beginn des neuen
Schuljahres), um alle unsere Kunden, und insbesonders auch die
Schüler zu erreichen - etwa
- in den Bahnhöfen und Haltestellen über Infoplakate, Folder,
Monitore, Fahrkarten-automaten, Durchsagen und an großen
Verkehrsstationen mit Informationspersonal
- in den Zügen,
- in den Stationen und Fahrzeugen von Partner-Verkehrsbetrieben,
- in den Medien und im Internet unter www.oebb.at/infrastruktur
- Schulen und Gemeinden

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit konzernweit rd. 42.500 MitarbeiterInnen (zusätzlich 1.900
Lehrlinge) und Gesamterträgen von rd. 6,1 Mrd. EUR ist der
ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2010
wurden von den ÖBB 460 Mio. Fahrgäste und 132,9 Mio. Tonnen Güter
transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die
ÖBB-Holding AG.

Rückfragehinweis:
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Mag. Herbert Ofner
Pressesprecher
Tel.: 01 93000 44278, Mobil: 0664/617 15 11
mailto:[email protected]

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