• 15.04.2012, 10:41:15
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Kinderbetreuung im Parlament: Graf lässt nicht locker

Hohes Haus muss seiner Vorbildrolle als Arbeitgeber gerecht werden

Wien (OTS) - Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ)
setzt sich weiterhin für qualifizierte Kinderbetreuung im Parlament
ein. "Neben finanziellen Aspekten gilt es vor allem, der Vorbildrolle
des Parlaments als Arbeitsgeber gerecht zu werden. Es ist
unglaubwürdig, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Hohen
Haus gefordert, aber nicht gelebt wird", schreibt Graf in einem Brief
an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ). Prammer hatte zuvor
in einer Stellungnahme hohe Kosten und geringen Bedarf als Argumente
gegen einen Betriebskindergarten angeführt.

Für Graf ist es in zunächst nicht nötig, einen vollausgebauten
Kindergarten zu errichten: "Auch die Einrichtung nur einer
Kindergruppe ist ein sinnvoller Schritt, die Arbeitsbedingungen der
Parlamentsmitarbeiter zu verbessern. Daraus folgt, dass die in der
Stellungnahme angeführte Kostenschätzung viel zu hoch gegriffen ist.
Auch die erwähnten organisatorischen Probleme fallen somit
größtenteils weg." Prammer hatte auf Investitionskosten von 650.000
Euro und laufende Kosten von 200.000 Euro jährlich hingewiesen.

Graf zweifelt auch am Ergebnis der Bedarfserhebung, wonach
durchschnittlich nur 5,5 und maximal 8 Kinder pro Jahr einen
Betreuungspatz in Anspruch nehmen würden: "Wenn man eine derartige
Befragung mit positiv ausgerichteten Informationsmaßnahmen verbindet,
so bin ich mir sicher, dass der Zuspruch der Befragten zu einem
Betriebskindergarten viel höher sein wird. Alleine bei den
Mitarbeitern in meinem Büro besteht derzeit der Bedarf zur Betreuung
von vier Kindern", teilte er der Präsidentin mit. Zudem müssten auch
die Parlamentsklubs in das Projekt eingebunden werden, und auch den
Abgeordneten und parlamentarischen Mitarbeitern solle die Gelegenheit
geboten werden, ihre Kinder - etwa an Plenar- oder Ausschusstagen -
qualifiziert betreuen zu lassen.

Graf hofft nun, genügend Argumente für die Einrichtung zumindest
einer Kindergruppe geliefert zu haben: "Das Parlament bietet alles,
um dieses Projekt umzusetzen. Es wäre nicht redlich, von privaten
Arbeitgebern Schritte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu
verlangen, selbst aber unter Hinweis auf organisatorische oder
finanzielle Hürden untätig zu bleiben."

Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub
   Tel.: 01/ 40 110 - 7012
   mailto:[email protected]
   
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