• 14.04.2012, 16:44:11
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Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern Einlösung von Anti-Atom-Versprechen

Umweltorganisationen senden offenen Brief an Spitze der Bundesregierung

Wien (OTS) - In einem offenen Brief forderten heute, anlässlich
des bevorstehenden Anti-Atomgipfels am kommenden Montag, die beiden
Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace Bundeskanzler Faymann
und Vizekanzler Spindelegger auf, alle ihnen möglichen Schritte
einzuleiten, um die österreichische Bevölkerung gegen die Gefahren
durch Atomkraft zu schützen. "Sie haben nach dem ersten Gipfel am 1.
Juli 2011 öffentlich angekündigt, dass nun eine vollständige
Herkunftskennzeichnung von Strom, der bei Endverbrauchern ankommt,
eingeführt wird. Dies ist für einen Stopp von Atomstrom-Importen
entscheidend, da sonst weiterhin Atomstrom in Graustrom-Importen
versteckt wird. Dieses Wort gilt - die Kennzeichnung ist ein erster
entscheidender Schritt auf dem Weg zum vollständigen
Atomstrom-Importstopp", beziehen sich die Geschäftsführer von GLOBAL
2000 Klaus Kastenhofer und von Greenpeace Alexander Egit im offenen
Brief auf die Aussagen von Bundes- und Vizekanzler nach dem ersten
Anti-Atomgipfel im Juli 2011.

Damit nicht trotzdem zertifizierter Atomstrom nach Österreich
importiert werden kann, fordern Greenpeace und GLOBAL 2000 auf dieser
Basis seit den ersten Verhandlungen vor fast einem Jahr einen
kompletten Atomstrom-Importstopp, dessen Machbarkeit sie mit zwei
unabhängigen Rechtsgutachten schon im Herbst 2011 belegt hatten. "Wir
fordern Sie auf, sich nicht von einer pro-atomaren EU-Kommission
vorschreiben zu lassen, welchen Strom Österreich verwendet. Falls Sie
im Zweifel sind, ob das dem Willen der Österreicherinnen und
Österreicher entspricht, lassen Sie das Volk darüber abstimmen", so
Egit und Kastenhofer brieflich und ergänzen: "An den Grenzen
Österreichs stehen veraltete Hochrisikoreaktoren, die nicht einmal
über einen vollständigen Schutzmantel verfügen. Weitere, die auf der
gleichen veralteten Technologie basieren, sollen für den Export
gebaut werden." Wie eine von GLOBAL 2000 und Greenpeace im Vorjahr
beauftragte Umfrage ergab, sind 80 Prozent der Bevölkerung gegen den
Handel mit Atomstrom. Bei einer Volksabstimmung würde die
Bundesregierung diese wohl hinter sich wissen.

Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern die Bundesregierung in ihrem
Brief weiters auf, endlich das umzusetzen, was lange überfällig und
rechtlich eindeutig möglich ist: Tschechien und die Slowakei
verstoßen mit dem AKW-Ausbau gegen internationales Recht. Das wurde
insbesondere bzgl. Mochovce bereits durch internationale
Rechtssprechung bestätigt. "Klagen Sie sofort gegen den Ausbau der
Atomkraftwerke Temelín und Mochovce! Wenn die Bundesregierung nicht
alles in ihrer Macht stehende für den Atomausstieg unternimmt,
verlieren die Österreicherinnen und Österreicher das Vertrauen und
wenden sich ab. Österreich wird Sie daran messen, ob Sie Ihr Wort
halten", beenden Kastenhofer und Egit den offenen Brief.

Link zum Offenen Brief im Originalwortlaut:
http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/briefe/ato
m_offenerBrief.pdf

http://www.global2000.at/site/de/nachrichten/atom/atomstromimportverb
ot2/pressarticle-atomstromgipfel3.htm

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664 6126701
Dr. Reinhard Uhrig, Atomexperte GLOBAL 2000, 0699 14200018

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