• 13.04.2012, 09:00:37
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Überproduktion von Wachstumshormon führt zu Leberkrebs

Das Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung entdeckt neue Zusammenhänge in der Entstehung von Leberkrebs

Wien (OTS) - Eine Forschungsgruppe des Ludwig Boltzmann Instituts
für Krebsforschung entdeckt einen neuen Aspekt für den Zusammenhang
zwischen der Entstehung von Leberkrebs und chronischer
Entzündungserkrankungen aufgrund erhöhter Wachstumshormonspiegel.
Chronische Entzündungen sind meist mit erhöhter Tumorenstehung
assoziiert, wobei die Entstehung von Leberkrebs durch eine
Überproduktion von Wachstumshormon eine Ausnahme darstellt. Hier
wirkt die Entzündung schützend, aber das Tumorwachstum wird durch die
erhöhte Menge an Wachstumshormon angeregt.

Leberkrebs weltweit eine der fünf häufigsten Krebserkrankungen
- erhöhte Konzentration von Wachstumshormon auch Life-Style abhängig

Leberkrebs ist weltweit der fünfthäufigste Krebs und die
dritthäufigste tumorassoziierte Todesursache. Hier sind bisher vor
allem Virusinfektionen wie Hepatitis B und C als auch übermäßiger
Alkoholkonsum als Hauptauslöser zu nennen. Heute treten allerdings
immer häufiger Leberkrebsarten auf, die durch Hormon- oder
Stoffwechselstörungen gefördert werden. Dabei führt eine
Überproduktion von Wachstumshormon zu massiver Zunahme des
Größenwachstums, das mit erhöhten Tumorerkrankungen einhergeht. Auch
der konzentrierte Einsatz des Wachstumshormons in der "Anti-Aging"
Therapie, bei Dopingmissbrauch und in der Tiermast ist dabei zu
berücksichtigen. Generell ist das Wachstumshormon sehr schwer
nachweisbar und die Dunkelziffer des Missbrauchs wird als sehr hoch
angenommen.

Forschergruppe untersuchte Wirkung des wichtigen
Signalmoleküls STAT5 während der Entstehung von
wachstumshormoninduzierten Leberkrebs und konnte Organversagen bei
zusätzlich auftretenden Nierenerkrankungen unterbinden

Ziel der Studie des LBI für Krebsforschung war es, den
Wirkmechanismus des hepatischen Signalmoleküls STAT5 während der
Entstehung von Leberkrebs aufgrund einer Überproduktion des
Wachstumshormons zu verstehen. Untersuchungen in Mäusen zeigen, dass
dieser Signalweg im gesunden Zustand die Leber schützt und
Stoffwechselvorgänge wesentlich regulieren kann. Bei einer
Beeinträchtigung dieses Signalweges durch hohe Konzentrationen von
Wachstumshormon und Stresshormonen führt dieser aufgrund von
unkontrollierter Neusynthese und Transport von Lipiden zu einer
Verfettung mit drastischer Vergrößerung der Leber. Des Weiteren kommt
es zu erhöhten Stresssignalen und zu einer Regulationsstörung
wichtiger Krebsgene wie STAT3 oder p53, was zusammen aggressiven
Leberkrebs auslöst.

Zusätzlich führen erhöhte Serum-Spiegel von Wachstumshormon auch
zu Nierenerkrankungen mit Organversagen. Weitere Untersuchungen
konnten allerdings zeigen, dass eine Blockierung des
leberspezifischen STAT5 Signalweges das Organversagen unterbinden
kann, welches durch chronische Entzündungsprozesse ausgelöst und
durch die Leber gesteuert wird.

Dieses Forschungsprojekt wurde zusätzlich durch den FWF über einen
Sonderforschungsbereich gefördert. Doktoranden der Arbeitsgruppe von
Richard Moriggl, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für
Krebsforschung, führten in enger Kooperation mit der Medizinischen
Universität Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien, sowie
dem Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische
Traumatologie dieses Forschungsprojekt durch. Die Ergebnisse der
Arbeit wurden in dem international renommierten Journal "Hepatology"
veröffentlicht.

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre
Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt
Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute) in den Bereichen der
Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit akademischen und
anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und ist
spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen
Grundlagenforschung und Anwendung.

So arbeiten in medizinischen Instituten Teams aus
Grundlagenforschern und Klinikern in einem Zentrum zusammen und sind
dadurch Katalysatoren für die Verbindung von präklinischer
Spitzenforschung und klinischer Medizin.

In den geistes- und sozialwissenschaftlichen Instituten werden die
interdisziplinär erarbeiteten Forschungsergebnisse in Konferenzen und
wissenschaftlichen Veranstaltungen dem Fachpublikum kommuniziert
sowie mittels publikumswirksamer Aktivitäten der breiten
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Derzeit betreibt die LBG 20 LBI und 5 Cluster mit rund 300
MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten
(LBI) für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von
Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.

Rückfragehinweis:
Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung
Prof. Dr. Lukas Kenner
Tel.: +43 (0)664 1188385 oder +43 (0) 1 4277-64111
[email protected]
http://lbicr.lbg.ac.at

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