- 12.04.2012, 14:02:01
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Finanzspekulationen mit Agrarrohstoffen umgehend stoppen!
Kongress mit Kofi Annan
Wien (OTS) - Die deutsche DekaBank hat angekündigt, aus
Spekulationsgeschäften mit Grundnahrungsmitteln auszusteigen. Die
Caritas Österreich begrüßt diesen wichtigen ersten Schritt. In den
vergangenen Jahren haben im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise
Anleger Agrarrohstoffe und Land und Boden als neue Investitionsform
erkannt "Diese Geschäfte sind mitverantwortlich dafür, dass die
Preise von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Reis und Mais seit 2006
ständig angestiegen sind. Eine Tonne Mais kostet am Weltmarktpreis
heute mehr als doppelt so viel wie noch vor 5 Jahren. Die ärmsten
Menschen müssen daher 60-80% ihres spärlichen Einkommens für
Nahrungsmittel ausgeben. Bereits eine geringe Steigerung der Preise
kann drastische Folgen auf die Ernährungssituation haben und zu einer
Frage des Überlebens werden", so Caritas-Präsident Franz Küberl.
Die Caritas fordert, dass Finanzspekulationen mit Agrarrohstoffen,
welche die Preise von Grundnahrungsmitteln in die Höhe treiben und
damit den Hunger der kleinbäuerlichen Bevölkerung in Afrika, Asien
und Osteuropa verursachen, gestoppt werden. Hier muss die EU umgehend
tätig werden und endlich mit scharfen Regulierungen, vor allem der
Agrarrohstoffmärkte, exzessiven Spekulationen Einhalt gebieten.
"Die Banken und der Finanzsektor müssen in einer globalisierten Welt
nicht nur gegenüber ihren AktionärInnen, sondern auch gegenüber den
Ärmsten ihre Verantwortung wahrnehmen und mit dem Ausstieg aus der
Nahrungsmittelspekulation ein Zeichen setzen!", so Küberl.
Die Caritas fordert daher die Banken auf, als ersten Schritt auf
Spekulationen mit Nahrungsmittelrohstoffen wie Soja, Mais und Weizen
in ihren Angeboten zu verzichten. Banken in Österreich müssen ihren
KundInnen Auskunft darüber geben, ob sie Fonds oder andere
Veranlagungen anbieten, die der Spekulation mit Nahrungsmitteln
dienen.
Caritas-Kongress "Zukunft ohne Hunger"
Der internationale Caritas-Kongress "Zukunft ohne Hunger" am 1. und
2. Juni 2012 in Wien bringt ExpertInnen, Wirtschaftstreibende,
engagierte ÖsterreicherInnen und PartnerInnen aus dem Süden zusammen,
um gemeinsam weitere Strategien gegen den weltweiten Hunger zu
erarbeiten.
Vortragende sind u.a. der Friedensnobelpreisträger, ehem.
UN-Generalsekretär und nunmehriger Syrien-Sonderbeauftragte Kofi
Annan, Marina Ponti, Europa-Direktorin der UN-Millenniumskampagne,
EU-Kommissarin Marina Ponti. Thomas Stelzer, Beigeordnete
Generalsekretär für Politikkoordination und interinstitutionelle
Angelegenheiten der UN und 30 weitere ExpertInnen aus 19 Ländern.
Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Henrike Brandstötter
Tel.: 0664/82 66 935
mailto: [email protected]
www.caritas.at
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