• 12.04.2012, 10:00:39
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Allianz für Energiewende an Verbund: Schluss mit Atomstrom, fossilen Gaskraftwerken und Werbelügen!

- Unnachhaltig ist unwirtschaftlich: Staatskonzern Verbund blockiert mit seinen Geschäftspraktiken heimische Anti-Atompolitik

Wien (OTS) - Investitionen der Zukunft müssen in Energiesparen und
Erneuerbare fließen
- Appell an die EigentümervertreterInnen: Sorgen Sie jetzt für einen
"sauberen" Verbund!

Wien, 12.04.12 (UWD) Anlässlich der heutigen Hauptversammlung der
Verbundgesellschaft stellt sich eine breite Allianz auf, um die
Energiewende in Österreich einzufordern. "Der Verbund ist Österreichs
größter Energieversorger und gleichzeitig der massivste Blockierer
der heimischen Anti-Atompolitik, da er unverbesserlich an seinen
Stromhandelsgeschäften mit Graustrom festhält. Der Staatskonzern
wirbt mit 100 % Strom aus Wasserkraft, doch seine
Dumpingstrom-Tochter Verbund Sales GmbH vertreibt 79 % Graustrom. Er
preist Pumpspeicherkraftwerke als grüne Batterien an, betreibt sie
jedoch mit Strom unbekannter Herkunft. Solche Geschäftspraktiken
täuschen die KonsumentInnen und hintertreiben den Europäischen
Atomausstieg. Wir sehen hier klare Verfehlungen des Vorstandes. Nun
sind die EigentümervertreterInnen gefordert, für einen ,sauberen'
Verbund zu sorgen", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des
Umweltdachverbandes, der im Rahmen der Hauptversammlung 10 Fragen an
den Verbund-Vorstand stellen wird. Heilingbrunner fordert zudem, dass
der neue Verbund-Vorstand ab 2013 endlich seine ökologischen
Verpflichtungen wahrnimmt.

BürgerInneninitiative fordert Stopp für Gaskraftwerk Klagenfurt
"Vor mehr als sechs Jahren hat die Verbund AG den Energiebetrieb der
Klagenfurter Stadtwerke erworben. Anstelle des veralteten
Fernheizkraftwerks sollte ein Mega-Gasdampfkraftwerk errichtet
werden. Doch das ist keine Alternative. Ein Gasdampfkraftwerk noch
dazu in einem Becken mit Inversionswetterlage zu betreiben, ist ein
Rückschritt in die energetische Steinzeit und gefährdet Menschen und
Umwelt", sagt Richard Wedam, Sprecher der BürgerInneninitiative
"Stopp das Gaskraftwerk Klagenfurt". Im UVP-Verfahren der
Landesregierung gaben die amtlich bestellten Sachverständigen für
Luftreinhaltung und Meteorologie negative Gutachten ab. "Wir wurden
von Anfang an mit falschen Zahlen konfrontiert. Erst die
UVP-Gutachten brachten an den Tag, dass die Stickoxyde und die
Sekundärfeinstaubentwicklung sowie die vermehrten Nebeltage die
Gesundheit belasten und die Lebensqualität der AnrainerInnen massiv
herabsetzt", konstatiert Wedam.

Bau von Gaskraftwerken ist wirtschaftliches Risiko und birgt
Gefahren für Mensch und Umwelt
Klaus Gabriel, Geschäftsführer des Corporate Responsibility Interface
Center (CRIC) - der größten Plattform ethisch und nachhaltig
orientierter Investoren im deutschsprachigen Raum - reiht sich in die
Allianz der Befürworter einer Energiewende ein. Der
Investorenvertreter stellt nach den Problemen beim Bau und im Betrieb
des Schwestern-Kraftwerkes Mellach die Wirtschaftlichkeit der
Gaskraftwerke entschieden in Frage und sieht - neben den ökologischen
Risiken - für Investoren ein beträchtliches wirtschaftliches Risiko.
Er fordert den Vorstand auf, die Kalkulationen umfassend zu prüfen
und diese riskanten Geschäftsfelder neu auszurichten. Und: "In ein
Unternehmen zu investieren, das sich als ökologischer Vorreiter
präsentiert, tatsächlich aber in einem nicht-nachhaltigen
Geschäftsmodell verharrt, kann sich eine zunehmende Anzahl von
Investoren nicht mehr leisten. Der Imageschaden für Investoren -
Stichwort: Greenwashing - ist vor allem auch ein finanzieller
Schaden", erklärt Gabriel.

Grüne Energiewende - statt Gaskraftwerke und Atomstromimporte
NAbg. Christiane Brunner, Energie und Umweltsprecherin der Grünen,
schließt sich der Kritik am Verbund-Konzern an: "Österreichs größter
Energieversorger muss endlich die Grüne Energiewende aktiv
mitgestalten anstatt ihr im Weg zu stehen. Das bedeutet: weg von
immer teurer werdenden Gas- und Ölimporten und hin zu regionaler
Wertschöpfung mit dezentraler und ökologischer Energieversorgung. Der
Verbund steht vor der Frage, ob er mit klimaschädlicher Energie die
Stromleitungen verstopfen will, oder auf erneuerbare Energie, wie
Wind und Sonne setzt. Für beides ist in den Stromnetzen nicht
ausreichend Platz. Sollte das Gaskraftwerk wegen der Vorrangregelung
für Ökostrom in den Netzen nicht voll ausgelastet werden, wird dieses
Projekt zum Millionengrab". Anlässlich des bevorstehenden
Antiatom-Gipfels der Bundesregierung am 16. April appellieren Grünen
an die politische Verantwortung der EigentümervertreterInnen - allen
voran Wirtschaftsminister Mitterlehner -, endlich für einen sauberen
Verbund zu sorgen, der eine Vorbildwirkung in Österreich und
europaweit einnimmt.

Mahnwache und Runder Tisch im Parlament
Die FürsprecherInnen der Energiewende fordern den Verbundvorstand
auf, endlich Schluss mit den Atomgeschäften und dem Ausbau der
fossilen Gaskraftwerke zu machen, auf nachhaltige Geschäftspraktiken
umzusteigen und die Energiewende in Österreich nicht länger zu
sabotieren. Von 9 bis 12 Uhr findet vor dem Austria Center eine
Mahnwache der BI Klagenfurt gegen die Kraftwerkspläne in Klagenfurt
statt. Anschließend lädt Eva Glawischnig, Bundessprecherin der
Grünen, von 13 bis 14 Uhr die BI zu einem runden Tisch ins Parlament.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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