Allianz für Energiewende an Verbund: Schluss mit Atomstrom, fossilen Gaskraftwerken und Werbelügen!

- Unnachhaltig ist unwirtschaftlich: Staatskonzern Verbund blockiert mit seinen Geschäftspraktiken heimische Anti-Atompolitik

Wien (OTS) - Investitionen der Zukunft müssen in Energiesparen und Erneuerbare fließen
- Appell an die EigentümervertreterInnen: Sorgen Sie jetzt für einen "sauberen" Verbund!

Wien, 12.04.12 (UWD) Anlässlich der heutigen Hauptversammlung der Verbundgesellschaft stellt sich eine breite Allianz auf, um die Energiewende in Österreich einzufordern. "Der Verbund ist Österreichs größter Energieversorger und gleichzeitig der massivste Blockierer der heimischen Anti-Atompolitik, da er unverbesserlich an seinen Stromhandelsgeschäften mit Graustrom festhält. Der Staatskonzern wirbt mit 100 % Strom aus Wasserkraft, doch seine Dumpingstrom-Tochter Verbund Sales GmbH vertreibt 79 % Graustrom. Er preist Pumpspeicherkraftwerke als grüne Batterien an, betreibt sie jedoch mit Strom unbekannter Herkunft. Solche Geschäftspraktiken täuschen die KonsumentInnen und hintertreiben den Europäischen Atomausstieg. Wir sehen hier klare Verfehlungen des Vorstandes. Nun sind die EigentümervertreterInnen gefordert, für einen ,sauberen' Verbund zu sorgen", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes, der im Rahmen der Hauptversammlung 10 Fragen an den Verbund-Vorstand stellen wird. Heilingbrunner fordert zudem, dass der neue Verbund-Vorstand ab 2013 endlich seine ökologischen Verpflichtungen wahrnimmt.

BürgerInneninitiative fordert Stopp für Gaskraftwerk Klagenfurt "Vor mehr als sechs Jahren hat die Verbund AG den Energiebetrieb der Klagenfurter Stadtwerke erworben. Anstelle des veralteten Fernheizkraftwerks sollte ein Mega-Gasdampfkraftwerk errichtet werden. Doch das ist keine Alternative. Ein Gasdampfkraftwerk noch dazu in einem Becken mit Inversionswetterlage zu betreiben, ist ein Rückschritt in die energetische Steinzeit und gefährdet Menschen und Umwelt", sagt Richard Wedam, Sprecher der BürgerInneninitiative "Stopp das Gaskraftwerk Klagenfurt". Im UVP-Verfahren der Landesregierung gaben die amtlich bestellten Sachverständigen für Luftreinhaltung und Meteorologie negative Gutachten ab. "Wir wurden von Anfang an mit falschen Zahlen konfrontiert. Erst die UVP-Gutachten brachten an den Tag, dass die Stickoxyde und die Sekundärfeinstaubentwicklung sowie die vermehrten Nebeltage die Gesundheit belasten und die Lebensqualität der AnrainerInnen massiv herabsetzt", konstatiert Wedam.

Bau von Gaskraftwerken ist wirtschaftliches Risiko und birgt Gefahren für Mensch und Umwelt
Klaus Gabriel, Geschäftsführer des Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) - der größten Plattform ethisch und nachhaltig orientierter Investoren im deutschsprachigen Raum - reiht sich in die Allianz der Befürworter einer Energiewende ein. Der Investorenvertreter stellt nach den Problemen beim Bau und im Betrieb des Schwestern-Kraftwerkes Mellach die Wirtschaftlichkeit der Gaskraftwerke entschieden in Frage und sieht - neben den ökologischen Risiken - für Investoren ein beträchtliches wirtschaftliches Risiko. Er fordert den Vorstand auf, die Kalkulationen umfassend zu prüfen und diese riskanten Geschäftsfelder neu auszurichten. Und: "In ein Unternehmen zu investieren, das sich als ökologischer Vorreiter präsentiert, tatsächlich aber in einem nicht-nachhaltigen Geschäftsmodell verharrt, kann sich eine zunehmende Anzahl von Investoren nicht mehr leisten. Der Imageschaden für Investoren -Stichwort: Greenwashing - ist vor allem auch ein finanzieller Schaden", erklärt Gabriel.

Grüne Energiewende - statt Gaskraftwerke und Atomstromimporte NAbg. Christiane Brunner, Energie und Umweltsprecherin der Grünen, schließt sich der Kritik am Verbund-Konzern an: "Österreichs größter Energieversorger muss endlich die Grüne Energiewende aktiv mitgestalten anstatt ihr im Weg zu stehen. Das bedeutet: weg von immer teurer werdenden Gas- und Ölimporten und hin zu regionaler Wertschöpfung mit dezentraler und ökologischer Energieversorgung. Der Verbund steht vor der Frage, ob er mit klimaschädlicher Energie die Stromleitungen verstopfen will, oder auf erneuerbare Energie, wie Wind und Sonne setzt. Für beides ist in den Stromnetzen nicht ausreichend Platz. Sollte das Gaskraftwerk wegen der Vorrangregelung für Ökostrom in den Netzen nicht voll ausgelastet werden, wird dieses Projekt zum Millionengrab". Anlässlich des bevorstehenden Antiatom-Gipfels der Bundesregierung am 16. April appellieren Grünen an die politische Verantwortung der EigentümervertreterInnen - allen voran Wirtschaftsminister Mitterlehner -, endlich für einen sauberen Verbund zu sorgen, der eine Vorbildwirkung in Österreich und europaweit einnimmt.

Mahnwache und Runder Tisch im Parlament
Die FürsprecherInnen der Energiewende fordern den Verbundvorstand auf, endlich Schluss mit den Atomgeschäften und dem Ausbau der fossilen Gaskraftwerke zu machen, auf nachhaltige Geschäftspraktiken umzusteigen und die Energiewende in Österreich nicht länger zu sabotieren. Von 9 bis 12 Uhr findet vor dem Austria Center eine Mahnwache der BI Klagenfurt gegen die Kraftwerkspläne in Klagenfurt statt. Anschließend lädt Eva Glawischnig, Bundessprecherin der Grünen, von 13 bis 14 Uhr die BI zu einem runden Tisch ins Parlament.

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Umweltdachverband
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