- 11.04.2012, 11:19:34
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Selbst- und Fürsorge: eine der großen Herausforderungen in Zukunft - massiver Ausbaubedarf bei sozialen Diensten!
Linz (OTS) - Arbeiterkammer, Volkshochschule und die Johannes
Kepler Universität Linz haben sich zu einer Kooperation
zusammengeschlossen, um auf die großen Herausforderungen im Bereich
"Care" bzw. "Sorgearbeit" hinzuweisen. Von 2012 bis 2013 wird im
Rahmen der Veranstaltungsreihe "Für sich und andere sorgen - Krise
und Zukunft von Care" die künftige Ausgestaltung von "Care" mit
Wissenschaft, Praxis und Politik diskutiert. Wichtig ist, dass
Sorgearbeit den neuen Anforderungen der Menschen gerecht wird.
Unter "Care" oder "Sorgearbeit" versteht man laut OECD die
Produktion von Waren und Dienstleistungen durch Familienmitglieder,
die nicht auf dem Markt verkauft werden. Gemeint sind
Kinderbetreuung, Pflege, Betreuung von Menschen mit gesundheitlichen
Einschränkungen, Beziehungsarbeit sowie Hausarbeiten wie Kochen,
Putzen, Einkaufen usw. Alle diese Tätigkeiten werden immer noch
überwiegend von Frauen unentgeltlich erbracht. Sie erfolgen zum Teil
freiwillig, aber auch unfreiwillig, weil es an entsprechenden
sozialen Diensten etwa bei Kinderbetreuung oder Pflege, mangelt. Zwei
Drittel der unbezahlten Arbeit werden derzeit von Frauen geleistet.
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Bundesinvestitionen von 100
Millionen Euro pro Jahr in den qualitätsvollen Ausbau von
Kinderbetreuung schaffen innerhalb von nur vier Jahren laut
Arbeiterkammer Wien 35.000 neue Betreuungsplätze und ermöglichen
bessere Öffnungszeiten für 70.000 Plätze. Es werden 10.000 neue
Arbeitsplätze in der Kinderbetreuung geschaffen und für 27.000
Eltern, insbesondere Frauen, eine höhere Vereinbarkeit. Zudem gibt es
mittelfristig für das Bundesbudget sogar ein zusätzliches Plus von 70
Millionen Euro jährlich."
Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger: "Die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf ist grundsätzlich eine der wichtigsten Herausforderungen in
der österreichischen Frauen- und Familienpolitik. Die Entlastung von
Frauen bei der Haus- und Familienarbeit, aber auch im Bereich der
Pflege und Fürsorge stehen dabei im Vordergrund. Als ein erster
Schritt in diese Richtung wurde bereits im vergangenen Jahr am
Magistrat das "Papamonat Modell Linz" realisiert. Damit bietet die
Stadt Linz ihren Mitarbeitern eine zusätzliche Woche bezahlten
Urlaub. Er dient dazu, dass auch Väter die Chance und Möglichkeit
haben, von Anfang an für die Kinder da zu sein und ihre Partnerinnen
zu unterstützen."
Univ.Prof.in Dr.in Brigitte Aulenbacher von der Johannes Kepler
Universität Linz: "Wie Menschen für sich und andere sorgen, hängt von
mehreren Faktoren ab: Wie sich die Arbeitsbedingungen und
Lebensformen wandeln, was der Sozialstaat übernimmt, was privat
erbracht wird und welche Normen und Werte gelten. Die Sorge für sich
und andere ist aber zusehends gefährdet. Der demografische Wandel und
die Alterspyramide, neue Lebensformen und Kleinkindbetreuung,
Selbstsorge oder Sich-fitmachen-für-den-Wettbewerb und die
Industrialisierung der Pflege führen zur immer dringlicheren Frage,
wie Care zukunftsfähig organisiert werden kann."
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Rainer Brunhofer
Tel.: (0732) 6906-2185
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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