"IMPULSe gegen Arbeitsstress" - Best Practice Beispiele in Betrieben

Info-Veranstaltung von ÖGB, WKÖ und AUVA über Stressprävention und Gesundheitsförderung

Wien (OTS/PWK217) - Stressprävention in der Arbeitswelt und betriebliche Gesundheitsförderung schaffen eine Win-Win-Situation für ArbeitnehmerInnen, Betriebe und Gesellschaft. Stressauslöser am Arbeitsplatz sind oft Faktoren, die im Interesse des Unternehmens und der Beschäftigten leicht behoben werden könnten.

Wo arbeitsbezogene Stressfaktoren liegen und wie Ressourcen genutzt werden können, lässt sich mit Hilfe des wissenschaftlichen IMPULS-Tests erheben, der gestern, Donnerstag, im Mittelpunkt der Veranstaltung "IMPULSe gegen Arbeitsstress" von ÖGB, WKÖ und AUVA stand. Vor rund 200 BesucherInnen erläuterten ExpertInnen Wissenswertes rund um Stress, den IMPULS-Test und die Bedeutung von Gesundheitsförderung und Stressprävention im Unternehmen.

WKÖ-Römer: Erfolgreiche Stressprävention in Kleinbetrieben

"Der IMPULS-Stresstest kann effizient zur Reduktion von Stress beitragen. Als Maßnahmen zur Prävention von Stress-Situationen werden die Ursachen und Folgen ermittelt und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Arbeitsumgebung, Arbeitsinhalte und sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz berücksichtigt. Rund 93 Prozent der Unternehmen in Österreich sind Kleinstbetriebe mit maximal neun Beschäftigten. Mir liegt es besonders am Herzen aufzuzeigen, dass die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen auch gerade in kleinen Unternehmen erfolgreich sein kann. Mit Unterstützung der AUVA werden vom WIFI geförderte Stress-Beratungen für Betriebe angeboten, die professionell begleitet werden", erläuterte KR Renate RÖMER, Vizepräsidentin der WKÖ & AUVA-Obfrau.

ÖGB-Foglar: 85 Prozent der Anti-Stress-Vorschläge kosten nichts

"Das Besondere am IMPULS-Stresstest ist, dass er die Arbeitsbedingungen unter die Lupe nimmt. Durch die Befragung der MitarbeiterInnen und Führungskräfte mit dem Impulstest zeigen sich dann auch Schwachstellen und Mängel in der Arbeitsorganisation, wie Ineffizienz bei den Arbeitsabläufen, die Stress verursachen. Die Evaluierung von elf betrieblichen Stressprojekten, die der ÖGB initiiert hat, zeigt, dass es eher die kleinen Zeitfresser des Arbeitsalltags sind, die ArbeitnehmerInnen das Leben schwer machen. Auch Unternehmen gewinnen, wenn Arbeitsabläufe effizienter organisiert sind. 85 Prozent der Vorschläge, die die MitarbeiterInnen und Führungskräfte im Zuge der Stressprojekte entwickelt haben, sind mit keinen Investitionskosten verbunden. Kleine Maßnahmen können aber große Wirkung haben."

Best Practice: Ankerbrot-reduzierte MitarbeiterInnen-Fluktuation

Elf IMPULS-Projekte, die von der AUVA gefördert wurden, wurden vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass MitarbeiterInnen und Führungskräfte in den einzelnen Projekten kreative Lösungen - zu 85 Prozent ohne Investitionskosten - entwickelt haben, um arbeitsbedingten Stress im Betrieb aktiv zu reduzieren. Unternehmensvertreter von Ankerbrot, ÖBB Personenverkehr und RHI berichteten über ihre konkrete Erfahrungen mit dem Test und die Umsetzung von gesundheitsfördernden und Präventivmaßnahmen.

Ankerbrot-Personalentwickler Martin Brosig: "Das Impuls-Projekt hat zu einem offenen Betriebsklima beigetragen und das Verständnis füreinander erhöht". Bei Ankerbrot wurde der IMPULS-Stresstest bisher in den Filialen eingesetzt, ein deutliches Ergebnis: Die MitarbeiterInnen-Fluktuation konnte deutlich reduziert werden. "Wir sind auf den Geschmack gekommen", so Brosig: Nach dem Erfolg in den Filialen läuft das IMPULS-Projekt mittlerweile auch in der Verwaltung von Ankerbrot an. Auch Betriebsrätin Gerlinde Kastner ist zufrieden:
"Ein wichtiger Anstoß, dass die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen und die Wertschätzung in den Mittelpunkt gestellt wurden."

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion unterstrichen die Teilnehmer die Bedeutung des IMPULS-Tests. "Darüber hinaus brauchen wir aber noch viele weitere Maßnahmen, um Belastungen in der Arbeitswelt entgegen zu wirken und Gesundheit zu fördern", betonte Martin Gleitsmann, Leiter der WKÖ-Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit. "Uns als WKÖ liegt besonders die Gesundheitsförderung in KMU am Herzen. Deshalb haben wir die Initiative PROFitness ins Leben gerufen. Auf dieser Internet-Plattform gibt es nicht nur Informationen rund um Bewegung, Ernährung und Stressberatung, sondern wir bieten vor allem Kleinbetrieben hier die Möglichkeit, sich unkompliziert gesundheitsfördernde Maßnahmen in ihrer Nähe auszuwählen".

Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, begrüßte, dass mittlerweile auch die Wirtschaft sich mit Maßnahmen zur Stressreduktion auseinandersetzt: "Die Wirtschaft muss Geld in die Hand nehmen, um Arbeitsbedingungen zu verbessern. Doch auch gesetzliche Maßnahmen müssen her, denn manche Betriebe muss man zu ihrem Glück zwingen." Der ÖGB und die Gewerkschaften legen ihren Schwerpunkt auf die Betriebe, aber auch auf Aufklärungsarbeit, etwa im Bereich der Gewerkschaftsjugend. (PM)

Weitere Informationen: www.impulstest.at

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