- 30.03.2012, 09:26:29
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"IMPULSe gegen Arbeitsstress" - Best Practice Beispiele in Betrieben
Info-Veranstaltung von ÖGB, WKÖ und AUVA über Stressprävention und Gesundheitsförderung
Wien (OTS/PWK217) - Stressprävention in der Arbeitswelt und
betriebliche Gesundheitsförderung schaffen eine Win-Win-Situation für
ArbeitnehmerInnen, Betriebe und Gesellschaft. Stressauslöser am
Arbeitsplatz sind oft Faktoren, die im Interesse des Unternehmens und
der Beschäftigten leicht behoben werden könnten.
Wo arbeitsbezogene Stressfaktoren liegen und wie Ressourcen
genutzt werden können, lässt sich mit Hilfe des wissenschaftlichen
IMPULS-Tests erheben, der gestern, Donnerstag, im Mittelpunkt der
Veranstaltung "IMPULSe gegen Arbeitsstress" von ÖGB, WKÖ und AUVA
stand. Vor rund 200 BesucherInnen erläuterten ExpertInnen
Wissenswertes rund um Stress, den IMPULS-Test und die Bedeutung von
Gesundheitsförderung und Stressprävention im Unternehmen.
WKÖ-Römer: Erfolgreiche Stressprävention in Kleinbetrieben
"Der IMPULS-Stresstest kann effizient zur Reduktion von Stress
beitragen. Als Maßnahmen zur Prävention von Stress-Situationen werden
die Ursachen und Folgen ermittelt und sowohl die Arbeitsbedingungen
als auch die Arbeitsumgebung, Arbeitsinhalte und sozialen Beziehungen
am Arbeitsplatz berücksichtigt. Rund 93 Prozent der Unternehmen in
Österreich sind Kleinstbetriebe mit maximal neun Beschäftigten. Mir
liegt es besonders am Herzen aufzuzeigen, dass die Umsetzung von
Präventionsmaßnahmen auch gerade in kleinen Unternehmen erfolgreich
sein kann. Mit Unterstützung der AUVA werden vom WIFI geförderte
Stress-Beratungen für Betriebe angeboten, die professionell begleitet
werden", erläuterte KR Renate RÖMER, Vizepräsidentin der WKÖ &
AUVA-Obfrau.
ÖGB-Foglar: 85 Prozent der Anti-Stress-Vorschläge kosten nichts
"Das Besondere am IMPULS-Stresstest ist, dass er die
Arbeitsbedingungen unter die Lupe nimmt. Durch die Befragung der
MitarbeiterInnen und Führungskräfte mit dem Impulstest zeigen sich
dann auch Schwachstellen und Mängel in der Arbeitsorganisation, wie
Ineffizienz bei den Arbeitsabläufen, die Stress verursachen. Die
Evaluierung von elf betrieblichen Stressprojekten, die der ÖGB
initiiert hat, zeigt, dass es eher die kleinen Zeitfresser des
Arbeitsalltags sind, die ArbeitnehmerInnen das Leben schwer machen.
Auch Unternehmen gewinnen, wenn Arbeitsabläufe effizienter
organisiert sind. 85 Prozent der Vorschläge, die die MitarbeiterInnen
und Führungskräfte im Zuge der Stressprojekte entwickelt haben, sind
mit keinen Investitionskosten verbunden. Kleine Maßnahmen können aber
große Wirkung haben."
Best Practice: Ankerbrot-reduzierte MitarbeiterInnen-Fluktuation
Elf IMPULS-Projekte, die von der AUVA gefördert wurden, wurden
vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass MitarbeiterInnen und
Führungskräfte in den einzelnen Projekten kreative Lösungen - zu 85
Prozent ohne Investitionskosten - entwickelt haben, um
arbeitsbedingten Stress im Betrieb aktiv zu reduzieren.
Unternehmensvertreter von Ankerbrot, ÖBB Personenverkehr und RHI
berichteten über ihre konkrete Erfahrungen mit dem Test und die
Umsetzung von gesundheitsfördernden und Präventivmaßnahmen.
Ankerbrot-Personalentwickler Martin Brosig: "Das Impuls-Projekt
hat zu einem offenen Betriebsklima beigetragen und das Verständnis
füreinander erhöht". Bei Ankerbrot wurde der IMPULS-Stresstest bisher
in den Filialen eingesetzt, ein deutliches Ergebnis: Die
MitarbeiterInnen-Fluktuation konnte deutlich reduziert werden. "Wir
sind auf den Geschmack gekommen", so Brosig: Nach dem Erfolg in den
Filialen läuft das IMPULS-Projekt mittlerweile auch in der Verwaltung
von Ankerbrot an. Auch Betriebsrätin Gerlinde Kastner ist zufrieden:
"Ein wichtiger Anstoß, dass die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen und
die Wertschätzung in den Mittelpunkt gestellt wurden."
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion unterstrichen die
Teilnehmer die Bedeutung des IMPULS-Tests. "Darüber hinaus brauchen
wir aber noch viele weitere Maßnahmen, um Belastungen in der
Arbeitswelt entgegen zu wirken und Gesundheit zu fördern", betonte
Martin Gleitsmann, Leiter der WKÖ-Abteilung für Sozialpolitik und
Gesundheit. "Uns als WKÖ liegt besonders die Gesundheitsförderung in
KMU am Herzen. Deshalb haben wir die Initiative PROFitness ins Leben
gerufen. Auf dieser Internet-Plattform gibt es nicht nur
Informationen rund um Bewegung, Ernährung und Stressberatung, sondern
wir bieten vor allem Kleinbetrieben hier die Möglichkeit, sich
unkompliziert gesundheitsfördernde Maßnahmen in ihrer Nähe
auszuwählen".
Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, begrüßte, dass
mittlerweile auch die Wirtschaft sich mit Maßnahmen zur
Stressreduktion auseinandersetzt: "Die Wirtschaft muss Geld in die
Hand nehmen, um Arbeitsbedingungen zu verbessern. Doch auch
gesetzliche Maßnahmen müssen her, denn manche Betriebe muss man zu
ihrem Glück zwingen." Der ÖGB und die Gewerkschaften legen ihren
Schwerpunkt auf die Betriebe, aber auch auf Aufklärungsarbeit, etwa
im Bereich der Gewerkschaftsjugend. (PM)
Weitere Informationen: www.impulstest.at
Rückfragehinweis:
Stabsabteilung Presse
Mag. Petra Medek
Telefon: +43 (0)5 90 900 4599
E-Mail: [email protected]
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