• 29.03.2012, 10:13:07
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ÖH: Forum Hochschule läutet Paradigmenwechsel in der Hochschulpolitik ein

Präsentation des alternativen Hochschulplans zeigt dringenden Handlungsbedarf und Perspektiven auf

Wien (OTS) - Gestern Abend wurden die Ergebnisse von Forum
Hochschule in der Aula der Akademie der Bildenden Künste präsentiert.
Neben den Mitwirkenden des Projekts kamen auch Eva Blimlinger,
Rektorin der Bildenden, sowie uniko-Präsident Heinrich Schmidinger zu
Wort. "Da vonseiten des Ministeriums kein Wille zu erkennen ist, die
Probleme des Hochschulsektors ganzheitlich und vollständig zu
analysieren, geschweige denn zu lösen, hat sich die ÖH im September
2011 dazu entschlossen, mit dem Projekt Forum Hochschule die
Problemstellungen im Hochschulsektor zu identifizieren und konkret
umsetzbare Lösungsvorschläge zu präsentieren. In einem offenen und
partizipativen Prozess wurde der Hochschulsektor in größter Tiefe und
Breite analysiert. Dabei wurde nicht nur auf die Sicht der
Studierenden eingegangen, sondern auch durch die aktive Einbindung
von Lehrenden und weiteren ExpertInnen aus verschiedenen
Fachbereichen der Anspruch gestellt, den Hochschulsektor aus Sicht
aller im Hochschulsektor agierenden AkteurInnen zu betrachten und zu
erneuern", fasst Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH den
Arbeitsprozess von Forum Hochschule zusammen.

Die Problemstellungen im Hochschulsektor sind divers, breit gestreut
und oft eng verknüpft. "Sinnvoll war es dennoch, die Themen
aufzugliedern und fünf Arbeitsgruppen einzurichten, um dann wieder
auf Gemeinsamkeiten zu stoßen und so zu ganzheitlichen Lösungen zu
kommen. Neben den Arbeitsgruppen Hochschulorganisation, Wissenschaft
und Forschung, Qualität der Lehre und Soziale Absicherung durfte
natürlich auch die Arbeitsgruppe Hochschulfinanzierung nicht fehlen",
erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.

Die großen Problemfelder, die sich im Zuge von Forum Hochschule
ergeben haben fasst Philipp Poyntner, Projektkoordinator von Forum
Hochschule, wie folgt zusammen: "Erstens ist die sogenannte Autonomie
der Hochschulen im Moment überwiegend auf monokratische, nicht
demokratisch legitimierte Organe zentriert, die Ressourcen nicht
aufgrund von Bedarf, sondern Machtstrukturen verteilen. Zweitens wird
der Wissenschaftsbetrieb durch prekäre Anstellungsverhältnisse,
suboptimale Evaluierungsmethoden und stark hierarchische Gefälle
innerhalb von Organisationseinheiten (Institute, Fakultäten etc.) an
seiner vollen Entfaltung gehindert. Drittens ändern sich
traditionelle Strukturen auf Hochschulen nur sehr langsam - was
beispielsweise überholte pädagogisch-didaktische Konzepte und die
nach wie vor bestehende Benachteiligung von Frauen zur Folge hat.
Viertens sind die Hochschulen seit Jahren chronisch unterfinanziert.
Und fünftens stellt ein Studium sozial benachteiligte Studierende
durch das auf vielen Ebenen unzureichende Förderungssystem vor große
Schwierigkeiten."

"Um den Problemen wirklich entgegen zu treten braucht es ein Konzept,
das all die angesprochenen Punkte umfasst. Ein wichtiger Schritt ist
echte und gelebte Demokratie an den Hochschulen, was sich nur durch
eine transparente, gleichberechtigte Gremienstruktur erfüllen lässt.
Die derzeitig herrschenden Hierarchien müssen dringend abgebaut
werden und durch ein Faculty Modell ersetzt werden, in dem
ForscherInnen eine langfristige berufliche Perspektive haben. Neben
den WissenschafterInnen brauchen auch die Studierenden finanzielle
und persönliche Sicherheit - sie sind u.a. über ein Grundstipendium
und erweiterte Sachleistungen abzusichern", so Angelika Gruber vom ÖH
Vorsitzteam.

"Um endlich von einem modernen Hochschulsektor sprechen zu können,
braucht es zudem einen Paradigmenwechsel in der Lehre hin zu einem
studierendenzentrierten Ansatz, der die Studierenden aus der passiven
KonsumentInnenrolle befreit und unbedingt auch mit einer Reform der
Curricula-Struktur einhergehen muss. All diese Vorhaben sind nur
durch ein transparentes, flexibles Finanzierungsmodell umzusetzen,
das zudem Gender Budgeting in jedem Verteilungsschritt realisiert",
ergänzt Janine Wulz um einen weiteren Auszug aus dem
Forderungskatalog.

"Mit dem Mut, Dinge zu hinterfragen, die normalerweise kritiklos
hingenommen werden, ist Forum Hochschule nicht nur ein Stein des
Anstoßes zu Grundsatzdiskussionen, sondern auch ein konkreter
Forderungskatalog, mit dessen Umsetzung am besten gleich begonnen
wird", fordert das Vorsitzteam, sowie die Mitwirkenden an Forum
Hochschule, unisono.

Weiter Informationen sowie Fotos zur Veranstaltung gibt es unter
folgenden Links:

Presseinformationen und das gesamte Forum Hochschule Dokument:
http://www.oeh.ac.at/#/informationnews/presse/pressematerial/

Fotos:
http://www.flickr.com/photos/bundesoeh/sets/72157629693023715/

Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]; http://www.oeh.ac.at

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